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Hückeswagen sucht dringend (junge) „Helferlein“

Hückeswagener Ehrenamt in der Pandemie : Dringend gesucht – (junge) „Helferlein“

Noch ist die Corona-Pandemie nicht vorbei. Es mehren sich aber die Anzeichen, dass sie ihrem Ende entgegengeht. In den vergangenen gut 18 Monaten hat sich coronabedingt eine große Hilfe entwickelt. Einige der Ehrenamtler stellt unsere Redaktion in dieser Serie vor.

Wenn Margareta Coenen eines in ihrer Arbeit bei der Ehrenamtsinitiative „Weitblick“ gelernt hat, dann, dass die Dinge in Hückeswagen bisweilen ein wenig mehr Zeit brauchen, bis sie ans Laufen kommen. Konkret bezieht sich die „Weitblick“-Lotsin dabei auf das Projekt „Helferlein“, das Ende 2018 mit einer großen Zahl von freiwilligen Helfern gestartet ist. „Dabei hatten wir am Anfang tatsächlich mehr Helfer als Menschen, die Hilfe suchten“, sagt Margareta Coenen. Dies habe sich jetzt, knapp drei Jahre später, gedreht.

„Es kostet sicherlich Überwindung, wenn man sich helfen lassen muss. Daher verstehe ich das durchaus, dass die Zahl der Hilfesuchenden zu Beginn nicht direkt so hoch war“, sagt sie. „In Hückeswagen braucht man aber manchmal einen etwas längeren Atem.“ Der hat sich ausgezahlt: „Wir haben in den vergangenen knapp drei Jahren insgesamt 68 Menschen geholfen. Davon manchen nur einmal, anderen regelmäßig“, berichtet Margareta Coenen.

Die Zahl der „Helferlein“ liegt derzeit bei etwa 15. „Hier wird es jetzt bisweilen tatsächlich manchmal eng“, sagt de Lotsin. Es gebe natürlich Zeiten, da sei gar nichts zu tun. „Aber zu anderen Zeiten knubbelt es sich mit den Terminen.“ Das hänge indes nicht nur mit der gestiegenen Zahl der Hilfesuchenden zusammen, sondern auch mit den Lockerungen im Rahmen der Corona-Pandemie, durch die mittlerweile wieder mehr möglich sei. „Es können wieder vermehrt Fahrten gemacht werden, zu Ärzten oder zum Einkaufen. Auch kleinere Reparaturen an Fahrrädern oder Anfragen zum Rasenmähen kommen jetzt gehäuft. Insgesamt steigt die Zahl der Anfragen wieder“, berichtet Margareta Coenen.

 „Weitblick“-Lotsin Margareta Coenen koordiniert die Aufgaben der „Helferlein“.
„Weitblick“-Lotsin Margareta Coenen koordiniert die Aufgaben der „Helferlein“. Foto: CDU
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Das bedeute allerdings nicht, dass die „Helferlein“ während der Pandemie vollkommen untätig hätten bleiben müssen. „Unsere ehrenamtlichen ‚Helferlein‘ waren hauptsächlich für die älteren Menschen beim Einkaufen und sind mit ihnen zu Arzt-Terminen gefahren“, sagt die „Weitblick“-Lotsin. Dazu seien irgendwann auch die Fahrten ins Impfzentrum nach Gummersbach gekommen. „Das konnten wir in Zusammenarbeit mit dem Oberbergischen Kreis auch recht schnell installieren.“

Was Margareta Coenen dabei besonders gefreut hat, ist die große Dankbarkeit der Menschen. „Das hat man hier bei den Impffahrten besonders gemerkt. Und das gibt mir tatsächlich auch die Kraft, weiterzumachen“, versichert sie. Denn eigentlich ist die 68-Jährige schon länger auf der Suche nach einer Nachfolge in der Ehrenamtskoordination. „Aber ich will das natürlich in gute Hände übergeben“, betont sie.

Das Anliegen der „Helferlein“ – die Idee dazu hatte Margareta Coenen aus Radevormwald adaptiert – ist es, vor allem älteren Menschen im Alltag zu helfen. „In Radevormwald heißt das Projekt ‚Helfende Hände‘. Es ist sehr niederschwellig, und genau das war auch mein Ziel für die ‚Helferlein‘“, sagt die Lotsin. Es gehe konkret um kleinere Erledigungen, etwa im Haushalt. Oder um die Begleitung zum Friedhof oder zu Behörden.

Ganz klar definiert seien hingegen die Dinge, die nicht übernommen werden könnten. „Unsere ‚Helferlein‘ übernehmen keine körperliche Pflege, Putztätigkeiten oder Arbeiten, für die man einen Handwerker oder anderen Dienstleister beauftragen würde“, betont Margareta Coenen. Es sei nicht das Ziel der „Helferlein“, in Konkurrenz zum Handwerk oder anderen Dienstleistungen zu gehen.

Was aktuell jedoch dringend gesucht würde, seien „Helferlein“, die sich mit Smartphones sowie Laptops und Computern auskennen würden. „Diese Dinge sind auch für die ältere Generation mittlerweile absolut selbstverständlich in der Nutzung. Allerdings geht es oft gerade um das Einrichten der Geräte“, hat Margareta Coenen festgestellt. Dabei bräuchten die Senioren meist Hilfe – und nicht immer sei ein Enkelkind verfügbar, und auch die eigenen Kinder seien darin nicht immer so fit. „Da würde ich mir ein paar junge ‚Helferlein‘ wünschen, die sich vielleicht vorstellen könnten, bei diesen Anfragen mitzuhelfen.“