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Hückeswagen: Stadt nimmt Betroffene bei Pflege an die Hand

Beratung in Hückeswagen : Pflege – Stadt nimmt Betroffene an die Hand

Momentan ist es schwierig, einen Pflegedienst zu engagieren. Die Pflege- und Seniorenbeauftragte der Stadt, Diana Hintemann, versucht in solchen Fällen aber als Mittlerin aufzutreten. Außerdem bietet sie eine kostenfreie Pflegeberatung an.

Von einem Pflege-Notstand kann in Hückeswagen und Wipperfürth aktuell zwar noch nicht die Rede sein. Die Äußerungen der beiden Pflege- und Seniorenberaterinnen beider Städte, Diana Hintemann (Hückeswagen) und Alexandra Abel (Wipperfürth), lassen aber vermuten, dass es nicht mehr weit bis dorthin sein könnte. „Die Pflegedienste nehmen momentan nur noch Notfälle an“, berichtet Abel im Gespräch mit unserer Redaktion. Für normale Zugänge würden die Kapazitäten momentan nicht ausreichen, bestätigt Diana Hintemann. Schon zu Jahresbeginn gab es eine ähnliche Situation, damals der Grippewelle geschuldet, weswegen die Pflegedienste Personalengpässe hatten. Jetzt sind es die Sommerferien. Doch das Grundproblem ist ein anderes: Es gibt schlicht zu wenig Kräfte in der Pflege.

Die beiden Pflege- und Seniorenberaterinnen ergreifen Partei für die Pflegekräfte. „Sie werden häufig unter Druck gesetzt und für ihre Arbeit kritisiert“, sagt Alexandra Abel. „Aber sie tun, was sie können.“ Zusammen mit Alexander Stehl, seit dem 1. August der neue Fachbereichsleiter für Bildung und Soziales bei der Stadt Hückeswagen und damit Nachfolger von Michael Kirch, wollen sie den Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfestellung geben. Sie appellieren, dass sie sich an sie wenden. „Wir können unsere Beratungen individuell auf den Einzelfall abstimmen“, versichert Diana Hintemann. Denn die Beraterinnen können etwa die Angehörige auf Dinge hinweisen, die diese selbst nicht sehen würden. So bietet etwa die Wipperfürther Helios-Klinik Pflegekurse für Angehörige an. 

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Wichtig sei: „Niemand braucht Scheu zu haben, zu uns zu kommen“, betont Diana Hintemann. Die Beratung sei neutral, kostenfrei und trägerunabhängig. Doch gerade die ältere Generation habe häufig Hemmschwellen, eine solche in Anspruch zu nehmen. Doch das müsste sie nicht haben. „Auf Wunsch komme ich auch zu den Hückeswagenern nach Hause“, versichert sie.

Die Pflege- und Seniorenbeauftragte bietet Hilfestellung vor allem im häuslichen Umfeld an. Das kann etwa eine Hauswirtschaftshilfe sein für den Fall, dass sich jemand nicht mehr selbst versorgen kann, oder der Rollator für Gehbehinderte. Auch vermittelt Diana Hintemann den Senioren etwa eine Tages- oder teilstationäre Pflege, die hilft, die Angehörigen zumindest eine Zeit lang zu entlasten. Was letztlich auch den Senioren zugute kommt, die sich ebenfalls erholen könnten.

Was viele auch nicht wissen: Ein Dankeschön an die Nachbarin, die schonmal den Einkauf besorgt, ist in den Pflegeleistungen enthalten. Zudem kann der Arzt verordnen, dass jemand die Medikamentengabe überwacht. „Da kommt meistens zwar der Pflegedienst, das hat aber mit der eigentlichen Pflege nichts zu tun“, versichert Alexandra Abel. So bezahle das die Krankenkasse.

Auch darüber und viele weitere Fragen können die Pflege- und Seniorenberaterinnen informieren. Den ersten Schritt – oder Anruf – müssen jedoch die Betroffenen oder deren Angehörigen machen.