1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Spiel, Spaß und Wertschätzung beim "Camp2go"

Ferienangebot in Hückeswagen : Camp mit Spiel, Spaß und Wertschätzung

Im „Camp2Go“ der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Scheideweg können sich 80 Jungen und Mädchen eine Woche lang austiben – und kommen dabei auch über Gott und die Welt ins Gespräch.

Lilly ist ins Schwitzen gekommen. Die Elfjährige zeigt vollen Einsatz beim „Nudel-Hockey“ und versucht lachend, den Ball im Tor zu versenken. „Das macht mir richtig Spaß hier“, versichert Lilly, als sie schließlich eine Pause einlegt. Von Eintönigkeit keine Spur, jeden Tag warten im „Camp2Go“ Spiele und Aktionen. „Langeweile gibt es hier nicht“, stellt Lilly noch fest, bevor sie zurück aufs Feld geht. Die Geräuschkulisse wird lauter, die nächste Runde beginnt.

Seit Montag besuchen 80 Kinder das „Camp2go“ auf dem großen Gelände der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Scheideweg. Zum zweiten Mal ist das Team der Initiative Camissio zu Gast – trotz Corona. „Wir sind sehr froh, dass wir nicht absagen mussten“, erklärt Christiane Middelmann, die für die Gemeinde die Camp-Fäden in der Hand hält. Innerhalb kürzester Zeit seien die 80 Plätze ausgebucht gewesen. Ein Drittel der Kinder käme aus der Gemeinde, ein weiteres aus dem Umfeld, und viele Kinder seien erstmalig bei einer Aktion der Landeskirchlichen Gemeinschaft dabei.

„Jeder ist willkommen“, betont Mike Klockner von Camissio. „Wir verschweigen aber nicht, dass es uns auch darum geht, den Kindern von Jesus zu erzählen.“ Die Botschaft und das Camp-Programm sollen zusammenpassen. Die Jungen und Mädchen sollen nicht nur hören, sondern auch erleben. Deswegen zieht Camissio ein aufwändiges Programm hoch, mit professionellem Material und einem hohen Personalaufwand. Neben dem Camissio-Team sind auch etwa 45 Ehrenamtliche der Landeskirchlichen Gemeinschaft im Einsatz und stemmen gemeinsam jeden Tag von 8 bis 16 Uhr das Programm.

„Die Kinder sind in Zehnergruppen unterwegs“, erläutert Klockner. Das gilt für die Spielzeiten am Morgen und am Nachmittag sowie für das Mittagsessen und die Zeiten im Plenum auf Abstand. Deswegen müssen sie keinen Mundschutz tragen, wenn sie auf dem Gelände unterwegs sind. „Die Spielzeiten sollen den Kindern die Möglichkeit geben, sich richtig auszupowern“, sagt Klockner. Verschiedene Gruppenspiele warten an den Stationen, und wenn die Sonne herauskommt, baut das Team einen Hüpfpark auf – nur die beliebte Wasserrutsche darf wegen der Coronabeschränkungen in diesem Jahr nicht zum Einsatz kommen.

Mittags treffen sich die Kinder dann, um das Thema des Tages unter die Lupe zu nehmen. „Es ist uns wichtig, den Jungen und Mädchen Mut machende Geschichten aus der Bibel und von Gottes Liebe zu erzählen“, sagt Christiane Middelmann. Auch dabei ist Action, Spaß und Trubel erlaubt: Lieder, Theater, Tänze und ausreichend Zeit zum gemütlichen Gespräch stehen vor dem Mittagessen auf dem Programm. „Ich mag diese Zeit“, sagt Lilly. Dann wird es etwas ruhiger, die Kinder sitzen bei gutem Wetter auf der Wiese, bei Regen wird das Angebot geteilt und ins Gemeindehaus verlegt.

Es sei das Gefühl von Gemeinschaft, das sie den Kindern während der Woche im Camp vermitteln wollen, sagen die Veranstalter. Ein wertschätzender Ton, eine Begegnung auf Augenhöhe, ein gutes Miteinander: Das sollen die Kinder im Camp erleben. „Wir haben den Eindruck, dass es ihnen guttut, wenn sie sich als Teil dieser Gruppe empfinden“, sagt Christiane Middelmann. Wenn die Jungen und Mädchen dann noch erleben, dass Kirche Spaß macht, würden sie vielleicht auch künftig den Weg in die Gemeinde finden.

Lilly macht mit ihrer Gruppe inzwischen Pause mit kleinen Snacks. Zu Hause werde sie nachher noch schnell in das Camp-Logbuch im Internet schauen, das den Tag Revue passieren lasse, erzählt sie. „Und meistens bin ich dann ganz schön müde“, sagt die Elfjährige. „Und ganz schön glücklich.“