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Hückeswagen: SPD macht Motorradlärm zum Wahlkampfthema

Kommunalwahl in Hückeswagen : SPD will weitere Maßnahmen gegen lärmende Biker

Die Hückeswagener SPD macht den Motorradlärm zum Wahlkampfthema und traf sich jetzt dem Landtagsabgeordneten Sven Wolf, der Landtagskandidatin Tülay Durdu und Vertretern der Bürgerinitiative.

u laut, zu viel – Anwohner vieler Hückeswagener Straßen klagen seit Jahren vor allem an schönen Wochenenden über den Lärm, den die Massen an Motorrädern verursachen, die vor ihren Haustüren vorbeifahren. Das Bergische ist für viele Biker aus der Region, aber gerade für solche aus dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene wegen seiner landschaftlichen Schönheit und den kurvenreichen Strecken attraktiv. Radevormwald und Hückeswagen sind die „Einfallstore“. Die Hückeswagener SPD hatte jetzt Vertreter der Bürgerinitiative (BI) gegen Motorradlärm, den Landtagsabgeordneten Sven Wolf des Wahlkreises Remscheid / Radevormwald und die Kandidatin von SPD, Linken und Grünen in Oberberg für das Amt des Landrats, Tülay Durdu, eingeladen, um über dieses Thema zu diskutieren. Ihr Fazit am Ende: „Es ist wichtig, beim Thema Motorradlärm mit den Betroffenen im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach möglichen Lösungen zu suchen. Wir setzen hier zunächst auf das verständnisvolle Miteinander.“

Die Vertreter der Bürgerinitiative berichteten über Motorradlärm im Stadtgebiet und den besonders betroffenen Bereichen rund um die Bever, deren Zufahrtsstraßen und an der L 101 in Scheideweg / Dreibäumen. Seit der Gründung der Initiative im Jahr 2016 sei zwar viel geredet, aber wenig konkret umgesetzt worden, kritisierten sie. Ihre Forderung: Die Schallobergrenzen für Motorräder müssten begrenzt werden: „Lärmpegel von 105 Dezibel sind gemäß EU-Recht erlaubt, mit aufgepeppten Abgasklappen könnten das sogar bis zu 135 Dezibel sein“, heißt es in einer Pressemitteilung der Hückeswagener SPD. Dazu sagte Tülay Durdu: „Ich kann nachvollziehen, dass es eine große Lärmbelastung ist, wenn in der Stunde mehr als 400 Maschinen im Bereich der Bever unterwegs sind.“ Sven Wolf, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, berichtete, dass der Landtag bereits über das Thema Motorradlärm debattiert und mit breiter Mehrheit die Landesregierung aufgefordert habe, über den Bundesrat eine Verschärfung der EU-weiten Lärm-Grenzwerte und höhere Strafen bei Auspuff-Manipulationen zu erreichen.

Derweil betonten die BI-Vertreter, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h an Sonn- und Feiertagen auf der K 11 Richtung Käfernberg bislang nur wenig Auswirkungen auf die Lärmbelastung gezeigt hätten. „Das liegt daran, dass die Beschränkung zum einen nur in eine Richtung und zum anderen nur an Wochenenden und Feiertagen gilt. Außerdem werden die Mahnschilder ignoriert, oder sie animieren eher zum Gasgeben. Hier wären mehr Kontrollen und Lärmmessungen nötig“, forderten sie.

Wolf versprach, bei der Kreispolizeibehörde mit Blick auf die Anzahl der Kontrollen nachzuhaken. Damit Strafen auch konsequent durchgesetzt werden können, diskutierten seine Kollegen im Bundestag das Thema Halterhaftung. Genau das forderten Polizisten schon länger, um Strafen auch gegen Motorradfahrer durchzusetzen. Dafür müssten aber noch rechtliche Fragen sorgsam beantwortet werden. „Denn dies wäre ein grundsätzlicher Richtungswechsel bei der Haftung, wie es aber andere europäische Länder schon vormachen.“ Und die Landratskandidatin stellte klar: „Es geht mir nicht darum, Motorradfahrer generell als Lärmverursacher anzuprangern. Vielmehr geht es um einzelne Schwarze Schafe unter den Motorradfahrenden.“ Sperrungen von Straßen stünden für sie nicht im Vordergrund, wohl aber verstärkte Kontrollen und notfalls weitere Senkungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sollte das alles nicht fruchten, müsste allerdings auch über temporäre Streckenschließungen nachgedacht werden.