Spatenstich für neuen Bahnhofsplatz in Hückeswagen Für mehr Leben inmitten der Stadt

Hückeswagen · Gut besucht war am Donnerstag das Fest rund um den symbolischen ersten Spatenstich für den Umbau des Bahnhofsplatzes. Die Besucher erhielten Einblicke in die Pläne und konnten schon einmal live erleben, wie der Platz nach der Neugestaltung genutzt werden könnte. as Ziel ist es, für mehr Aufenthaltsqualität zu sorgen und den Platz zu einem Treffpunkt zu machen.

Bahnhofsplatz Hückeswagen: rund um den ersten Spatenstich
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Impressionen rund um den ersten Spatenstich

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Foto: Jürgen Moll

Barbara Zillgen ist sichtlich zufrieden, als sie über den Bahnhofsplatz voller Menschen schaut. Gut und gerne 400 Hückeswagener dürfen an diesem Donnerstagnachmittag der Einladung der Stadtverwaltung und des Citymanagements gefolgt sein, um bei einem kleinen Fest bei kostenfreien Speisen, Getränken und Blumen den symbolischen ersten Spatenstich für den Umbau live mitzuerleben. „Das hier kann man durchaus als Testlauf für die zukünftige Nutzung sehen“, sagt die Citymanagerin, die zusammen mit ihrer Kollegin Christina Brüning vom Kölner Planungsbüro Dr. Jansen die Stadt bei der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) betreut. Der Umbau des Bahnhofsplatzes, mit dem bereits am 2. April begonnen wurde, ist das erste Projekt daraus, das nun umgesetzt wird.

Darauf geht auch Bürgermeister Dietmar Persian in seiner Rede vor dem Spatenstich ein, bei dem ihm unter anderem Kolping-Kinderprinz Luis Bauer und Michaela Wiezorek, Bürgermeisterin der befreundeten Gemeinde Königs Wusterhausen aus Brandenburg, zu Hand gehen. Das Konzept sei überschrieben mit „Für eine lebendige Altstadt mit regionaler Strahlkraft“, erläutert Persian und fügt an: „Damit wird schon deutlich, um was es hier geht: um Leben in der Stadt.“

Das bestätigt auch Barbara Zillgen im Gespräch mit unserer Redaktion: „Hier sollen einmal Kinder spielen und die Erwachsenen in den Restaurants oder auf den neuen Sitzgelegenheiten auf dem Platz sitzen und sich unterhalten.“ Sie sollen sich künftig unkompliziert etwa nach dem Einkauf hier mit Freunden treffen. „Aktuell lädt der Platz dazu nicht ein“, stellt sie klar. Ziel ist es überdies, für mehr Frequenz in der Gastronomie rund um den Platz zu sorgen und damit einen Mehrwert zu schaffen. „Bislang konnte man auch schon draußen sitzen. Aber es war nicht wirklich schön, neben einem Auspuff zu essen.“

Dazu betont Persian in seiner Rede: „Die Autos auf dem Platz kommen weg und wir schaffen Raum zum Verweilen, Platz für Veranstaltungen und für Außengastronomie.“ Direkt unterm Schloss, wo fast den ganzen Tag Sonne sei, werde es durch die neue Gestaltung des Platzes einfach schön sein, zu bleiben und mit anderen Menschen zusammenzukommen, verspricht er. Zudem sei es angesichts des Klimawandels mit den immer wärmer werdenden Sommern wichtig, Flächen zu entsiegeln und zu ermöglichen, dass das Wasser an Ort und Stelle langsam versickere – wie das auf dem neugestalteten Platz vorgesehen ist. „Das wirkt Hitzestaus entgegen, und die neuen Bäume am Rande des Platzes bieten Schatten“, erläutert Persian.

Der Bürgermeister geht aber auch auf die kritischen Stimmen ein. So höre er immer wieder, warum die Stadt den Bahnhofsplatz neugestalte und nicht endlich das Hallenbad baue. Er stellt klar: „Es geht nicht um ein ,entweder - oder‘. Das Hallenbad hat für Rat und Verwaltung nach wie vor höchste Priorität, und wir arbeiten intensiv daran, so schnell wie möglich ein neues Bad zu bauen.“ Das habe bei einem so großen Projekt aber nunmal einen langen Vorlauf. „Das gilt genauso für die Umsetzung der ISEK-Maßnahmen“, sagt er und verweist darauf, dass damit bereits vor fünf Jahren begonnen worden war.

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass „der Bahnhofsplatz doch gut funktioniert habe und die Pflastersteine noch in Ordnung waren“. Das Geld hätte man sich sparen können, bekommt Persian häufig zu hören. „Aber es geht nicht um Steine. Mit der Umgestaltung des Bahnhofsplatzes, wie mit allen Maßnahmen in der Innenstadt, haben wir ein ganz anderes Ziel: Es geht um die Menschen. Es geht darum, hier einen zentralen Treffpunkt zu schaffen, einen Ort, um Begegnung zu ermöglichen.“

Das kann Erich Mock nur unterstreichen. Der Hückeswagener freut sich auf die Modernisierung des Platzes: „Der wird dann viel lebhafter“, ist er sich sicher und blickt Richtung Wipperfürth, wo der vor einigen Jahren neugestaltet Marktplatz das lebendige Herzstück der Hansestadt ist. Ein anderer älterer Hückeswagener ist nicht ganz so euphorisch: „Mir war der Platz hier noch gut genug“, sagt er. Aber Neues sei meistens ja was schöner.

Ein bisschen von dem entspannten Flair, den der künftige Bahnhofsplatz verströmen soll, genießen Mareike und Marco Altendorf, die sich in einem Zweier-Liegestuhl gemütlich gemacht haben. „Mir gefallen die Pläne sehr gut“, versichert die Hückeswagenerin. Der Platz sei modern und werde etwa durch Sitzgelegenheiten aufgewertet. „Und Parkplätze haben wir genügend in Hückeswagen“, sagt Mareike Altendorf, die den Bahnhofsplatz offenbar nicht mehr als solchen sehen will.

„Aber es ist schon schade, dass die Kirsche weg ist“, bemängelt ihr Mann. Wie so viele Hückeswagener bedauert Marco Altendorf, dass die beiden Kirschbäume vor dem Eiscafé gefällt werden mussten. „Aber es gibt neue Bäume“, argumentiert seien Frau mit Blick auf die 20 japanischen Zierkirschen, die hier einmal blühen und für Schatten sorgen sollen. „Hauptsache, die Gastronomie hält so lange durch.“

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