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Hückeswagen: Spaß im Umgang mit Holz vermitteln

Kunst in Hückeswagen : Spaß im Umgang mit Holz vermitteln

Sven Raik Bernick ist als freischaffender Künstler seit Februar in Hückeswagen tätig. Zuvor hat er fünf Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Der 26-Jährige bietet Bildhauerworkshops an. Sein Atelier hat er an der Fuhr.

Eigentlich war die Musik seine große Leidenschaft. Sven Raik Bernick hat sich dann aber doch umentschieden. „Ich mache schon seit meiner Jugend Musik, habe aber irgendwann gemerkt, dass das für einen Beruf doch zu unsicher ist“, sagt der 26-Jährige. Stattdessen ist er nach einem Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf seit diesem Februar freischaffender Künstler.

Sein Atelier hat er in einer großen Halle in der ehemaligen Roten Fabrik an der Fuhr 12. Dabei kommt er eigentlich aus Meschede im Sauerland und ist der Liebe wegen in die Schloss-Stadt gezogen. „Klar ist das auch schwierig, sich als neuer, junger Künstler zu präsentieren und seine Werke zu verkaufen. Aber neben meiner Kunst möchte ich in meiner Selbstständigkeit Workshops anbieten“ sagt Bernick. Dabei sollen vor allem der Spaß und das Machen im Vordergrund stehen. „Die Teilnehmer brauchen keine besonderen Vorkenntnisse“, sagt der 26-Jährige.

Zur Kunst ist er auch schon in der Jugend gekommen. Nachdem das Thema Musik vom Tisch war, hatte er sich jedoch zunächst für ein Psychologiestudium interessiert. „Der Vater einer meiner Ex-Freundinnen war allerdings Künstler – und im Gespräch mit ihm habe ich festgestellt, dass ich genau das beruflich machen will“, erinnert er sich an dieses Schlüsselerlebnis. Zu jener Zeit habe er bereits viel gemalt und gezeichnet, zwei Chöre geleitet und sich zudem einem Kunstverein angeschlossen. „Dort habe ich dann die Bildhauerei entdeckt. Ich habe mich im Anschluss an der Kunstakademie beworben und bin dann tatsächlich auch direkt angenommen worden“, sagt der 26-Jährige.

Eine Entscheidung, die er nicht bereut habe. „Das war die beste Entscheidung meines Lebens.“ Für elf Semester hat Bernick dann als Meisterschüler bei Martin Gossner studiert, ehe Anfang dieses Jahres der Abschluss am Ende des Studiums stand.

Das Thema Workshop ist für den 26-Jährigen nicht neu. Schon in seiner Heimat im Sauerland hat er seit 2015 regelmäßig im Zuge von Kreativtagen solche mehrtägigen Angebote gemacht. „Bei einem dieser Workshops habe ich meine Freundin kennengelernt, die aus Hückeswagen kommt“, sagt Bernick und lacht. Die Schloss-Stadt habe er davor gar nicht gekannt, sie aber in den wenigen Monaten, in denen er nun schon hier lebe, sehr schätzen gelernt. „Es ist einfach ein schönes Fleckchen Erde mit viel Natur und Ruhe – gerade nach dem trubeligen Kunstbetrieb in Düsseldorf“, sagt er. Zudem sei die Nähe zu größeren Städten wie Wuppertal, Remscheid oder eben Düsseldorf und Köln gegeben. „Aber ich genieße es vor allem sehr, morgens mit dem Hund zu gehen und die Vögel zwitschern zu hören. Das ist wunderbar“, schwärmt der 26-Jährige von seiner Wahlheimat.

Er sei zwar kein Lehrer – „sonst hätte ich Lehramt studiert“, wie er schmunzelnd sagt -, genieße aber durchaus den Austausch im Zuge eines Workshops. Er werde Bildhauerkurse anbieten, in denen sich die Teilnehmer mit dem Werkstoff Holz beschäftigen können. „Ich wollte eigentlich in den Osterferien einen Gipsworkshop für Kinder anbieten, der musste aber wegen Corona ausfallen. Geplant ist jetzt, den Kursus in den Herbstferien nachzuholen“, sagt der 26-Jährige.

Die nächsten Kurse seien aber in erster Linie für Erwachsene gedacht. „Man kann sein eigenes Holzstück mitbringen oder sich in meinem Atelier eins aussuchen. Und dann kann jeder Teilnehmer ganz individuell sehen, wie und was aus seinem Stück Holz entstehen soll“, sagt Bernick. Er selbst halte sich da weitgehend raus, denn schließlich sei es nicht Sinn und Zweck eines solchen Workshops, dass die Teilnehmer am Ende mit einem fertigen Bernick nach Hause gingen, sagt der 26-Jährige und lacht. „Natürlich helfe ich mit den Techniken und auch der Umsetzung der Idee – aber ich drücke niemandem meinen Stempel auf“, ergänzt er.

Die Teilnehmer der Kurse hätten sich im Sauerland aus allen möglichen Berufs- und Altersschichten zusammengesetzt. „Da war der Finanzbuchhalter neben der Schreinerin und haben nebeneinander gearbeitet“, sagt Bernick. Die Kurse würden über drei bis vier Tage dauern. „Kürzer ist nicht sinnvoll, denn das ist echte Handarbeit, die ihre Zeit braucht“, betont der studierte Künstler.