Hückeswagen: Sozialführerschein für 15 Hauptschüler

Ehrenamtsinitiative Weitblick in Hückeswagen : Sozialführerschein für 15 Hauptschüler

Am Mittwoch bekamen 15 Schüler der Montanusschule von der stellvertretenden Landrätin Ursula Mahler und Bürgermeister Dietmar Persian im Bürgerbüro das Zertifikat der Ehrenamtsinitiative „Weitblick“ überreicht.

Über eine Urkunde, die sie ihren künftigen Bewerbungen beilegen können, durften sich am Mittwochnachmittag insgesamt 15 Schüler der neunten Jahrgangsstufe der Montanusschule freuen. Im Multifunktionalen Sitzungssaal (MuFuSiSa) des Bürgerbüros am Bahnhofsplatz überreichten die stellvertretende Landrätin des Oberbergischen Kreises, Ursula Mahler, und Hückeswagens Bürgermeister Dietmar Persian den Jugendlichen den Sozialführerschein der Ehrenamtsinitiative „Weitblick“. Den hatten sie sich verdient, weil sie jeweils zwölf Stunden in sozialen Einrichtungen ehrenamtlich mitgearbeitet hatten.

Das Zertifikat würde ihre Bewerbungsmappen aufwerten, sagte Ursula Mahler. „Das gilt nicht nur dann, wenn Sie einen sozialen Beruf ergreifen wollen. Auch in der Industrie und der Wirtschaft wird ehrenamtliches Engagement hoch angerechnet“, betonte die stellvertretende Landrätin. Zudem überbrachte sie den Jugendlichen, die alle die neunte Klasse der Montanusschule besuchten, den Dank im Namen des Oberbergischen Kreises: „Wir wissen, was Sie geleistet haben.“

Auch Bürgermeister Dietmar Persian bedankte sich bei den Jugendlichen und zog einen Vergleich zu seinem eigenen Führerschein. „Damals gab es noch keinen Sozialführerschein. Aber ich bekam das Dokument irgendwann ausgehändigt – mir war klar, dass ich das Autofahren erst richtig durch die weitere Übung erlernen würde“, erläuterte Persian. Genauso könnte den Montanusschülern der Sozialführerschein nun dazu dienen, weiter ins Ehrenamt hineinzukommen. „Sie haben viele Erfahrungen gemacht, in dem Sie in verschiedene Bereiche hineingeschnuppert haben“, sagte der Bürgermeister.

Die Rückmeldungen der Schüler waren durchweg positiv, auch wenn sich nur wenige vorstellen könnten, später einmal in diesem Beruf zu arbeiten. So etwa der 15-Jährige Tim Botsch, der im Ökumenischen Kindergarten St. Katharina gearbeitet hatte. „Das war schon interessant, aber auch sehr anstrengend. Der Beruf wäre aber nichts für mich“, sagte er. Ehrenamtlich könne er sich hingegen durchaus vorstellen, mitzuhelfen. Loulouda Giapatzi hingegen hatte ihren Sozialführerschein im „Wohnwerk“, dem heim für Demenzkranke an der Montanusstraße, gemacht. „Das hat mich teilweise schon mitgenommen, aber auch für den Alltag sensibilisiert“, sagte die 16-Jährige. Es sei schwer gewesen, die alten Menschen zu erleben, die nur noch wenig selbst machen könnten. „Ich werde auf jeden Fall künftig mit noch offeneren Augen durch die Welt gehen. Wenn jemand meine Hilfe braucht, dann helfe ich auch sofort“, versicherte die Schülerin.

Emily Efremov war ebenfalls in einem Kindergarten eingesetzt. „Ich habe mich in meinem Berufswunsch als Erzieherin bestärkt gefühlt“, erzählte die 15-Jährige. Es sei allerdings eindrucksvoll gewesen, wie anstrengend der Beruf sei. „Das ist viel mehr als nur acht Stunden auf die kleinen Kinder aufzupassen“, sagte die Schülerin.

Organisiert wurde der Sozialführerschein von den beiden Standortlotsinnen Margareta Coenen und Kerstin Einert. „Die Jugendlichen haben die zwölf Stunden in ihrer Freizeit absolviert, zudem haben wir uns vor ihrem Einsatz getroffen, um verschiedene Dinge zu besprechen“, sagte Margareta Coenen und ergänzte in Richtung der Jugendlichen: „Wer ehrenamtlich aktiv werden will, kann mich gerne ansprechen.“

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