Hückeswagen: Sommerfest der Friedenskapelle Voßhagen

Vereinsticker : Sommerfest der Friedenskapelle Voßhagen

35 Besucher trafen sich beim Sommerfest an der Friedenskapelle Voßhagen zu angeregten Gesprächen über die christliche und jüdische Kultur und den Frieden in Europa.

Eingebettet zwischen der malerisch idyllischen Hofschaft des Hückeswagener Bildhauers und Malers Bernhard Guski und dem gedenkvollen Ehrenfriedhof für 44 russische Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges mahnt seit 1986 die schneeweiße Friedenskapelle in Voßhagen mit ihrer täglich läutenden Friedensglocke für Völkerverständigung und Glaubenstoleranz. „Diese kleine Kirche ist keinem speziellen Patronat geweiht“, sagte Bernhard Guski als Vorsitzender des Freundeskreises Friedenskapelle Voßhagen während des Sommerfestes, bei dem sich die 35 Besucher zu angeregten Gesprächen über die christliche und jüdische Kultur und den Frieden in Europa trafen.

Kurz nach der Europawahl reizte das Referat zum Jüdisch-Christlichen Dialog mit dem Titel „Ein zartes Pflänzchen“ die Gemüter nicht nur hinsichtlich der oft fehlinterpretierten historischen Vergangenheit des Judentums im Allgemeinen, sondern auch mit Erschrockenheit über den modernen Antisemitismus, der sich nicht nur im Milieu rechtsorientierter Jugendlicher auszubreiten scheint. Fast schon kämpferisch argumentierte Zuhörerin Isabel Bever: „Was ich nicht kenne, das kann ich doch leider auch gar nicht verteidigen. Wir alle müssen uns mit dem Judentum gerade hier in Europa wieder viel stärker auseinandersetzen!“

Nicht nur die stille Mahnung der Kriegsgräber, sondern auch die jüngsten politisch motivierten Entwicklungen gegen ein harmonisch zusammengehöriges Europa als kulturelle und soziale Gemeinschaft regten die Besucher der Friedenskapelle zum Nachdenken an. „Gerade die Geschichte dieses Ehrenfriedhofes erzählt doch von der Menschlichkeit und der Wiedervereinigung und appelliert an den Frieden. Seitdem in Moskau die alten Archive geöffnet wurden, haben zwei russische Familien hier auf dem Friedhof bereits ihre im Krieg verschollenen Angehörigen wiedergefunden. Eine der Frauen brachte im Flugzeug sogar einen kleinen Grabstein mit“, sagte Bernhard Guski.

Die Friedenskapelle steht für das Licht des Friedens. „Deshalb möchten wir unsere Kapelle künftig auch in der dunklen Jahreszeit mit Licht füllen“, erklärte der Künstler. Geplant ist die künstlerische Umsetzung einer mehrfarbigen Beleuchtungsinstallation in den Farben der Hoffnung. „Die Kirche wird dann bei Veranstaltungen in den Farben Grün, Weiß, Blau und Gelb effektvoll ausgeleuchtet. Allerdings warten wir gerade noch auf die Finanzierungsfreigabe durch den Vorstand“, sagte Guski.

Der Freundeskreis Friedenskapelle Voßhagen zählt derzeit 118 Mitglieder. Der Verein freut sich über jüngere neue Mitstreiter, die sich für den Erhalt der kleinen weißen Kirche und ihrer friedensstiftenden Bestimmung einsetzen möchten. Der Jahresbeitrag beträgt für Erwachsene zwölf Euro, für Schüler drei Euro.
www.friedenskapelle-vosshagen.de

MAREN PANITZ