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Hückeswagen: Sie gehörten zu den Ersten auf dem Weierbachblick

Serie: Orts- und Straßennamen : Neubau auf der grünen Wiese

Klaus und Mirjam Stoy gehörten zu den ersten Bauherren im Neubaugebiet Weierbachblick. Das Ehepaar ist mit seinen beiden Kindern im Juni 2008 in die Max-Bruch-Straße eingezogen.

Es ist das jüngste große Neubaugebiet in der Schloss-Stadt gewesen: der Weierbachblick oberhalb der Realschule entlang der Kölner Straße bis nach Wegerhof. Dort wurden ab 2007 rund 80 Grundstücke in drei Bauabschnitten veräußert und bebaut. Heute sind dort alle Grundstücke verkauft und bebaut, wo sich noch vor 13 Jahren die grüne Wiese mit dem namengebenden Bach erstreckte.

Klaus und Mirjam Stoy waren im ersten Bauabschnitt früh mit dabei und haben ihr Haus zusammen mit den beiden Töchtern Haus Ende Juni 2008 bezogen. Die beiden hatten eigentlich gar nicht bauen wollen, wie Mirjam Stoy erzählt. „Wir waren bei einem Richtfest von Bekannten, dadurch hatten wir eigentlich auch erst vom Neubaugebiet erfahren.“ Die Familie lebte zwar auch damals schon in Hückeswagen, allerdings in einer Mietwohnung in der Nähe der Bever-Talsperre. Trotz der Nähe zu Hückeswagens Naherholungsziel Nummer eins hätten sie sich direkt in den Weierbachblick verliebt, wie Mirjam Stoy sagt. „Das war so schön hier oben – allerdings war damals natürlich noch wesentlich mehr Wiese als es heute der Fall ist“, ergänzt Klaus Stoy. Eigentlich hätten sie damals mit dem Gedanken gespielt, vielleicht eine Eigentumswohnung zu kaufen. „Als wir aber das Richtfest erlebt und die Gegend gesehen hatten, haben wir uns ein wenig in Sachen Grundstücksverkauf kundig gemacht“, sagt die 44-Järhige. Dass die beiden Töchter damals gerade im Grundschulalter gewesen seien, hätte die Entscheidung für das dafür ideal gelegene Neubaugebiet leichter gemacht.

In der Folge hätten die beiden sich über diverse Baufirmen informiert und seien dann auch relativ schnell fündig geworden. „Uns waren zwei Dinge klar – dass wir Stein auf Stein bauen wollten und dass es ein Klinkerhaus werden sollte. Ansonsten haben wir einfach die Angebote eingeholt und miteinander verglichen“, sagt Klaus Stoy. Mit dem Bau seien sie auch nach wie vor sehr zufrieden – auch wenn die Firma vor kurzem Konkurs angemeldet habe. „Die ganze Bauphase lief einwandfrei ab, was ja nun weiß Gott auch keine Selbstverständlichkeit ist, wie wir in der unmittelbaren Nachbarschaft mitbekommen haben“, sagt Mirjam Stoy.

Die fortschreitende Erschließung und Vergrößerung des Neubaugebiets auf den heutigen Stand sei natürlich gerade für die Anwohner der ersten Stunde nicht ganz ohne Strapazen vorübergegangen. „Es war schon gerade zu Beginn unserer Zeit hier sehr laut und eine einzige Baustelle“, sagt die 44-Jährige. Daher blicke sie mit einiger Sorge auf die anstehenden Baumaßnahmen im kommenden Neubaugebiet Am Eschelsberg – auf der anderen Seite der Kölner Straße bis hinunter ins Brunsbachtal. „Da habe ich wirklich ein bisschen Angst, dass es dann für uns wieder neuen Baustellenlärm geben wird. Jetzt, wo es gerade ein wenig ruhiger geworden ist“, erklärt die Anwohnerin. Sie denke dabei vor allem auch an den Baustellenverkehr, der, wie sie befürchtet, über die Kölner Straße laufen werde.

In einem Neubaugebiet ist die Situation für gute Nachbarschaftsverhältnisse eigentlich ideal. Im Weierbachblick sei das aber vor allem am Anfang sehr schön gewesen. „Zu Beginn haben wir noch Straßenfeste mit vielen Nachbarn gefeiert, aber irgendwie hat es sich über die Jahre ein wenig auseinandergelebt“, sagt die 44-Jährige. Sie störe indes auch, dass manche Anwohner vor allem im Sommer offensichtlich sehr umfangreiche Arbeiten an Haus und Grundstück in bisweilen sehr hoher Lautstärke erledigten. „Wir hatten vor allem in den vergangenen zwei Sommern viele Tage, an denen man im Garten kaum ein Buch lesen konnte“, sagt Klaus Stoy.

Allerdings seien sie insgesamt dennoch zufrieden, vor zwölf Jahren die Entscheidung getroffen zu haben, im Weierbachblick zu bauen. „Man ist sehr schnell in der Natur – und im Sommer kommt tatsächlich auch der Eiswagen bei uns vorbei“, sagt Mirjam Stoy lachend.