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Hückeswagen: Sehr enger Zeitplan für Grundschul-Neubau

Schulausschuss : Sehr enger Zeitplan für Grundschul-Neubau

Spätestens Ende 2021 muss die Löwengrundschule umziehen. Aber schon jetzt, lange vor dem ersten Spatenstich im Brunsbachtal, ist klar: Das wird sehr eng.

Die Stadt steht unter Druck: Ende 2021 läuft die Betriebserlaubnis für das Grundschul-Gebäude an der unteren Kölner Straße aus. Spätestens dann muss die Löwen-Grundschule in den Neubau im Brunsbachtal umgezogen sein. Im Sommer 2018 hatte der Schulausschuss den Umzug in den Sommerferien 2021 beschlossen, pünktlich zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 sollte die neue Schule an den Start gehen. Schon jetzt steht fest: Daraus wird wohl nichts. Der Zeitplan ist auf Kante genäht. Deutlich wurde das im Schulausschuss.

Anfang Dezember hatte die Stadt das Architekturbüro Assmann (Dortmund) mit der Planung des Schulneubaus beauftragt. Im Januar stellte das Büro sich im eigens gebildeten Arbeitskreis „Schulneubau Löwengrundschule“, dem Vertreter aller Ratsfraktionen angehören, vor. Und es präsentierte einen aus seiner Sicht realistischen Zeitplan. Das Fazit: Die neue Schule könnte im Dezember 2021 fertig werden, der Umzug müsste dann in den Weihnachtsferien über die Bühne gehen. Schon vorab meldete Jörg Kloppenburg (FDP) im Ausschuss Zweifel an, dass der Umzug in der doch recht knapp bemessenen Ferienzeit reibungslos bewältigt werden kann.Vorerst dürfte das allerdings die geringste Sorge sein. Größer ist die Sorge um noch gar nicht kalkulierbare Verzögerungen in der Planungs- und Bauphase. Das Architekturbüro geht davon aus, dass die Stadt im September die Baugenehmigung beim Kreis beantragen kann. Das setzt voraus, dass bis dahin auch die zwingend notwendige Änderung des Flächennutzungsplans genehmigt ist und der Bebauungsplan für das Neubaugebiet im Brunsbachtal „steht“. Darauf wies Dieter Klewinghaus als Leiter des Regionalen Gebäudemanagements im Ausschuss hin. In der Folge gibt es weitere Unwägbarkeiten. Bürgermeister Dietmar Persian formulierte es so: „Wer schon einmal gebaut hat, weiß es – im Laufe der Zeit können noch viele Überraschungen kommen.“ Das gelte erst recht für ein Großprojekt wie eine neue Schule. Die im vorigen Sommer beschlossene erste Zeitplanung der Stadt sei jedenfalls „zu optimistisch“ gewesen.

Erschwerend kommt die enge Personaldecke innerhalb der Stadtverwaltung hinzu. Sie braucht Verstärkung (die auch eingeplant ist), um ihrer Aufgabe als Bauherr gerecht werden zu können. Insgesamt sieht der Bürgermeister „keine Chance, bei diesem Projekt zu einer Beschleunigung zu kommen“.

Aber was passiert, wenn dann Ende 2021 die Betriebserlaubnis für das bestehende Schulgebäude ausläuft, der Neubau aber entgegen dem jetzigen Zeitplan noch nicht bezugsfertig ist? Diese Frage stellte Pascal Ullrich, einer der jungen neuen Politiker innerhalb der CDU-Fraktion, in den Raum. „Das Damoklesschwert der Schulschließung hängt über uns. Was passiert, wenn der Umzugstermin in den Weihnachtsferien 2021 gerissen wird? Gibt es für diesen Fall einen Plan B?“, wollte er wissen. Knappe Antwort des Bürgermeisters: „Da möchte ich jetzt nichts zu sagen.“ Das Fazit zog der Ausschuss-Vorsitzende Frank Moritz (CDU): „Mit dem Schul-Neubau stehen wir vor einem Marathonlauf, bei dem alle aufgefordert sind mitzumachen – und zwar schnellen Schrittes.“

Gelingt es, den vom Architekturbüro vorgegebenen Zeitplan einzuhalten, soll der Baubeginn im Brunsbachtal im Juli 2020 sein. Dann blieben noch knapp anderthalb Jahre, um die neue Schule pünktlich bis Ende 2021 fertigzustellen.

Die aktualisierten Pläne sollen im Frühjahr in einer gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss präsentiert werden. Dann wird es auch um die konkrete Raumplanung gehen.