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Hückeswagen: Schulsozialarbeit wird in den nächsten Monaten wichtiger

Bildung in Hückeswagen : Zwei Vollzeitkräfte sollen Schulsozialarbeit erweitern

Die Rückkehr zum alten Schulbetrieb wird nicht für alle Familien reibungslos laufen, so die Erwartung bei den zuständigen Behörden. Vor allem bei förderbedürftigen Schülern habe sich durch Distanz- und Wechselunterricht eine große Resignation verbreitet.

Nach einem Jahr Distanz- und Wechselunterricht an den Schulen wird die Rückkehr zum normalen Schulalltag eine Herausforderung für alle Beteiligten. Besonders förderbedürftige Schüler legen eine zunehmende Resignation und eine sinkende Leistungsbereitschaft bis hin zur Verletzung der Schulpflicht an den Tag, wie die Schulleiter der Förder- und Hauptschule bei der Informationsveranstaltung des Sozialausschusses jetzt deutlich machten.

Um so mehr wird zukünftig die Schulsozialarbeit in den Fokus rücken. Die Stadt bemüht sich derzeit um zwei zusätzliche Vollzeitstellen für die Schulsozialarbeit an der Montanus- und Erich-Kästner-Schule (EKS). Geschaffen werden können diese Stellen durch die Umwandlung von Lehrerstellen, wenn der Unterricht laut Lehrplan weiterhin gewährleistet bleibt. „Für die Montanusschule liegt ein Antrag auf Stellenumwandlung bei der Schulaufsicht zur Genehmigung vor, für die EKS ist der Antrag in Arbeit“, berichtete Alexander Stehl, Fachbereichsleiter für Bildung und Soziales, im Ausschuss. Der Wunsch ist es, an beiden Schulen zum neuen Schuljahr starten zu können.

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Die Arbeit von Diplom-Sozialpäda­gogin Katja Hüttenschmidt, die seit 2015 in Teilzeit (17 Wochenstunden) an vier Schulen der Stadt als Schulsozialarbeiterin im Einsatz ist, bleibt unverändert bestehen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie spürt sie bei ihrer Arbeit jedoch deutlich: „Viele Probleme können nicht zeitnah gelöst werden, da ich nicht mit festen Sprechzeiten präsent sein kann“, sagte Hüttenschmidt. Hausbesuche, die auf das nötigste beschränkt sind, bildeten derzeit den wichtigsten Teil der Arbeit – das Diensthandy sei ebenso eine wertvolle Kontaktmöglichkeit. Die Balance zwischen „Vertrauen“ und „Grenzen setzen“ ohne den persönlichen Kontakt, stelle eine große Herausforderung dar, wie Katja Hüttenschmidt betonte.

Anträge auf finanzielle Förderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BUT) wurden aufgrund der Corona-Situation im vergangen Jahr kaum gestellt, da Klassenfahrten ausgesetzt sind und auch das kulturelle Leben nur vereinzelt stattfindet. Ausschuss-Mitglied Regine Gembler (SPD) stellte nach den Ausführungen der Schulsozial­arbeiterin fest: „Es wird eine große Aufgabe, die Schüler wieder einzufangen und auf den Weg zu bringen. Die Politik wird dazu mehr Geld in die Hand nehmen müssen“, sagte Regine Gembler voraus.