Hückeswagen: Schülerlotsen sorgen für mehr Sicherheit

Grundschulen in Hückeswagen : Schülerlotsen sorgen für mehr Sicherheit

Von Montag bis Freitag stehen morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr jeweils zwei Mütter oder Väter an der Kölner Straße. In ihren gelben Westen sorgen sie dafür, dass die Schulkinder sicher über die Straße zur Löwen-Grundschule kommen.

Wer unter der Woche früh am Morgen die Kölner Straße mit dem Auto hoch- oder runterfährt, weiß Bescheid: Man muss besonders aufmerksam sein, weil jede Menge Schüler auf dem schmalen Bürgersteig unterwegs sind. Entweder in die Löwen-Grundschule oder in die weiter oben gelegene Realschule. Ein kritischer Punkt ist der Übergang am Kolumbarium respektive der ehemaligen katholischen Grundschule. Weil dort besonders viele Schulkinder die Kölner Straße kreuzen, setzt die Schulpflegschaft der Grundschule hier Schülerlotsen ein.

In ihren gelben Westen sind Sabine Kanitz und Michaela Müller an einem Morgen im September gut zu erkennen. Zusätzlich haben die beiden Mütter noch Warnkellen in der Hand, mit denen sie bei Bedarf den Verkehr aufhalten und den Schülern somit eine gefahrlosen Straßenüberquerung ermöglichen. „Ich habe vor sechs Jahren damit angefangen“, sagt die 45-jährige Sabine Kanitz. Damals sei ihre mittlere Tochter in die erste Klasse der Grundschule gekommen. Michaela Müller hat angefangen, als ihre jüngere Tochter vor drei Jahren eingeschult wurde.

Das Angebot sei bei den Eltern indes nicht ganz so beliebt, sagt die 45-Jährige. „Wir hatten im vergangenen Schuljahr tatsächlich überlegt, ob wir es einstellen müssen. Aber dann haben die Neuntklässler der Realschule zugesagt, den Donnerstagmorgen zu übernehmen.“ Außerdem hoffe sie, dass sich auf den Brief an die Eltern der Erstklässler zahlreiche Eltern melden werden. „Im Moment sind wir acht Elternteile plus die Realschüler – wir müssen also jede Woche ran“, sagt Sabine Kanitz.

Der Dienst sei an sich recht angenehm – wenn das Wetter mitspiele. „Wenn es richtig regnet oder schneit, dann ist es natürlich nicht so schön“, sagt die 45-Jährige und lacht. Daher wundere es sie nicht, dass die Eltern lieber beim Schulobstschneiden aktiv wären. „Jede Klasse bekommt von Dienstag bis Freitag einen Obstteller, die müssen natürlich vorbereitet werden, das ist schon mehr Arbeit, als die des Schülerlotsen“, sagt Sabine Kanitz.

Dabei sei diese Aufgabe sehr wichtig und sinnvoll, was allerdings nicht zuletzt an jenen Eltern liege, die ihre Kinder immer bis vor die Schultüre fahren würden. „Gäbe es die nicht, wäre unsere Arbeit nicht nötig“, stellt die 45-Jährige klar. Ihre Kinder würden nur dann mit dem Auto zur Schule gebracht werden, wenn sie Lotsendienst haben. „Ansonsten sind wir wohl Rabeneltern, denn unsere Kinder müssen mit dem Bus fahren“, sagt Sabine Kanitz und lacht. Aber auch der Weg an der Kölner Straße entlang sei nicht ganz ungefährlich. „Meine Tochter hat mir schon erzählt, dass ein vorbeifahrendes Auto sie mit dem Außenspiegel an ihrem Schulranzen gestreift hat“, sagt die 45-Jährige. Insgesamt seien die Autofahrer allerdings ihrer Erfahrung nach sehr rücksichtsvoll. „Ein Problem sind natürlich die großen Autos heutzutage. Für die ist die Kölner Straße auf jeden Fall zu eng“, sagt Sabine Kanitz. Und wenn man den Berufsverkehr mit den sogenannten Elterntaxis kombiniere, dann werde es an den engeren Stellen der Kölner Straße schnell unübersichtlich. Ein weiteres Problem seien indes die Eltern, die ihre Kinder zur Realschule hochfahren würden. „Die fahren nämlich nur die Kölner Straße hoch langsam – zurück in die Stadt geht es dann meistens wieder sehr rasant“, sagt die 45-jährige Mutter.

Ab und zu würden auch Polizei oder Ordnungsamt dazukommen. „Die gucken dann vor allem, dass es auf dem Platz vor dem Kolumbarium beziehungsweise dem Kindergarten nicht zu größeren Staus kommt“, sagt Sabine Kanitz.