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Hückeswagen: Schloss und Bever rücken in den Fokus

Hückeswagen und die Regionale 2025 : Schloss und Bever rücken in den Fokus

Unabhängig von den durch die Pandemie bedingten Ungewissheiten mit Blick auf die Zukunft wird im Rathaus die Arbeit am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) fortgesetzt. Schloss und Bever stehen dabei im Blickpunkt.

Die Stadt bleibt auch in den schwierigen Corona-Zeiten dran in Sachen Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und damit an der „Zukunftsarchitektur“ für Hückeswagen. Aber sie nimmt Tempo raus aus dem vor knapp eineinhalb Jahren gestarteten Prozess: Die ursprünglich noch für das Frühjahr geplante große öffentliche Abschlussveranstaltung wird erst nach den Sommerferien stattfinden, in welcher Form auch immer das dann möglich sein wird. Und konkrete Förderanträge werden nicht, wie bislang terminiert, im September über die Bezirksregierung ans Land gestellt, sondern erst im nächsten Jahr. Das teilte Bauamtsleiter Andreas Schröder nach Abstimmungsgesprächen zu ISEK mit Vertretern der Bezirksregierung und des Landes jetzt im Haupt- und Finanzausschuss mit.


Um welche Projekte geht es? Zwei Großprojekte stehen weiterhin im Fokus und sind im Qualifizierungsprozess bereits als grundsätzlich für die Region bedeutsam und deshalb auch als grundsätzlich förderungswürdig anerkannt: die Öffnung und Neunutzung des Schlosses, das in Zukunft nicht mehr ausschließlich Verwaltungsgebäude sein soll, und zudem die Aufwertung der Bever-Talsperre als über Hückeswagen hinaus wichtiges Freizeit- und Naherholungsziel.
Wie könnte das Schloss der Zukunft aussehen? Was das Schloss angeht, ist die Stadt zwischenzeitlich in ihren Planungen schon deutlich vorangekommen. Dabei hat ausgerechnet die Corona-Krise für ein Umdenken und neue Impulse gesorgt. Bürgermeister Dietmar Persian fasste die aktuelle Strategie im Fachausschuss zusammen: Die Verwaltung denkt demnach nicht mehr darüber nach, zukünftig die Katholische Grundschule als Rathaus-Standort zu nutzen. Stattdessen soll sie im Schloss bleiben, zukünftig darin aber weniger Fläche für sich selbst nutzen als bisher. Verstärktes Homeoffice für Verwaltungsmitarbeiter, wie jetzt in der Corona-Krise quasi zwangsläufig erprobt, soll in weiter optimierter Form auch in Zukunft für eine Minimierung des Flächenbedarfs sorgen.

Die Freizeitmöglichkeiten der Bever-Talsperre sollen noch deutlicher herausgestellt werden. Foto: Stephan Büllesbach


Welche Pläne gibt es für das historische Gebäude? Damit wäre im Schloss der Zukunft Platz geschaffen für weitere, öffentliche Nutzungen. Nachgedacht wird über die zeitweise Vermietung von Büroräumen oder auch des Ratssaals als Konferenzraum für örtliche Unternehmen und Veranstalter, über einen Tourismus-Infopunkt im Schloss, über multifunktionale Räume für Seminare, Sitzungen, Bildungsangebote etc. und auch über ein gastronomisches Angebot wie ein Bistro, möglicherweise auch mit Außengastronomie. Ob das Heimatmuseum im Seitenflügel des Schlosses bleibt, ist noch offen.

Was passiert mit der KGS? Ganz außen vor bleibt bei diesen Überlegungen die zukünftige Verwendung der ehemaligen Katholische Grundschule (KGS), die derzeit nur noch von der OGS der Löwen-Grundschule genutzt wird. Als städtisches Verwaltungsgebäude wird die Immobilie in der Altstadt nach Stand der Dinge jedenfalls entgegen ersten Planideen nicht mehr gebraucht.


Welche Ideen gibt es für die Bever-Talsperre? Noch wenig konkret sind die Überlegungen zu einer verbesserten Infrastruktur und damit einer Aufwertung der Bever und ihrer Uferbereiche. Bei diesem Projekt hat die Stadt Partner mit der Regionale-Agentur und dem Oberbergischen Kreis. Auch der Wupperverband wird als Betreiber der Talsperre noch in die Planungen einzubeziehen sein. Vieles ist derzeit in Sachen Bever aber noch Zukunftsmusik. Das räumte auch Andreas Schröder im Fachausschuss ein: „Da sind wir noch nicht so intensiv dran wie am Schloss, wir haben vielmehr erste Gehversuche gemacht.“ Die Infrastruktur werde da eine erhebliche Rolle spielen, und genau daran werde die Stadt in den nächsten Monaten intensiv arbeiten. Schröder geht davon aus, dass die Verwaltung in etwa einem halben Jahr inhaltlich „deutlich weiter“ sein wird.

Was sind die nächsten Schritte? Nach Rücksprache mit dem Oberbergischen Kreis wird nun erst einmal die Projektagentur Oberberg eine ausführliche Bestandsanalyse der vorhandenen Infrastruktur und der bestehenden Angebote an der Bever (Gastronomie, Campingplätze etc.) machen. Sie soll vorhandene Defizite und damit auch Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen und als Grundlage für die weitere Projektarbeit dienen.