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Hückeswagen:Schlagzeuger Olli „Oz“ Schmitz hatte Heimspiel im Kultur-Haus Zach

Konzert in Hückeswagen : Heimspiel für Schlagzeuger Olli „Oz“ Schmitz

Das Schwelmer Musiker-Trio „Get the Taste“ trat am Freitagabend im Kultur-Hans Zach auf und verschaffte Gastmusiker Olli „Oz“ Schmitz ein echtes Heimspiel.

Wortwörtlich geht es bei „Get the Taste“ um den guten Geschmack – hier aber nicht auf der Zunge, sondern in den Gehörgängen. Das Schwelmer Musiker-Trio, bestehend aus Ute und Mark Wiedersprecher sowie Robert Kissel, haben sich mit Leidenschaft der Interpretation bekannter Melodien aus Jazz und Pop verschrieben – mit Stücken von Frank Sinatra bis Stevie Wonder. Am Freitagabend trat „Get the Taste“ erstmals in Hückeswagen auf und verschaffte damit Gastmusiker Olli „Oz“ Schmitz ein echtes Heimspiel.

Der Schlagzeuger aus der Schloss-Stadt hatte das Trio bereits bei einem Gartenkonzert Anfang September musikalisch unterstützt. Das Repertoire jetzt noch einmal vor heimischem Publikum zu spielen, bereitete nicht nur Schmitz viel Freude. Immerhin war es erst der zweite öffentliche Auftritt der Formation in der Corona-Krise. „Wir danken Ihnen, dass Sie gekommen sind und uns als Künstler in dieser Zeit unterstützen“, sagte Jazz-Sängerin Uta Wiedersprecher.

Freude an dem zweistündigen Konzert hatten vor allem die Zuschauer – darunter viele Freunde und Fans von Olli Schmitz. „Die Musik ist wirklich sehr, sehr gut“, sagten die Zuschauer Harry Salnikow und Benjamin Bitz, die der Einladung des Schlagzeugers auf Instagram gefolgt waren und den Konzertbesuch nicht bereuten. Die studierten Vollblut-Musiker schafften eine heimelige Wohnzimmerkonzert-Atmosphäre, wobei die ausgewählten Stücke mal beschwingt zum Mitschnipsen und mal melancholisch zum Träumen einluden. Die Lieder „Come fly with me“ und „Walk­ing on Sunshine“ erzeugten beim Publikum Urlaubsstimmung, während „What a wonderful world“ und „You‘ve got a friend in me“ direkt die Herzen traf. Besonders die Kombination aus der angenehmen Stimme von Uta Wiedersprecher, der nie langweilig werdenden Begleitung von Mark Wiedersprecher am Keyboard und dem eingängigen Lauf des Kontrabasses, gespielt von Robert Kissel, harmonierte in allen Facetten. Auch Schmitz bewies in Soloparts sein Können als Drummer. Mehrstimmiger Gesang rundete das Klangerlebnis ab.

Neben vielen bekannten Pop- und Jazz-Songs streute Uta Wiedersprecher auch einige selbstgeschriebene Stücke aus ihrem neuen Album „Wofür mein Herz schlägt“ ein. Statt aalglatter Bühnenperformance machte gerade die Art und Weise, wie die Musiker mit ungeplanten Details umgingen, wie ein vorübergehender Wackelkontakt im Mikrophonkabel, den Auftritt so authentisch und sympathisch. „Es ist einfach toll, zu dieser Zeit wieder Live-Musik zu hören“, sagte Zuschauerin Ute Reinbott aus Radevormwald. Eine jazzig reharmonisierte Version von „Der Mond ist aufgegangen“ als Zugabe beendete den gelungenen Konzertabend.