Jugendfußball in Hückeswagen RSV-Förderverein kann weiterarbeiten

Hückeswagen · Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend wurde der Verein durch Neuwahlen vor der Auflösung bewahrt. Neue Vorsitzende ist Cornelia Happel, sie löst Sascha Bieg ab.

 Der neue Vorstand des Raspo-Fördervereins (v.l.): Reiner Rey (1. Geschäftsführer), Cornelia Happel (1. Vorsitzende), Michael Steffens (2. Vorsitzender), Oliver Junginger (2. Geschäftsführer) und Jörg Langfeld (2. Kassierer), nicht auf dem Bild: Klaus Bieg (1. Kassierer).

Der neue Vorstand des Raspo-Fördervereins (v.l.): Reiner Rey (1. Geschäftsführer), Cornelia Happel (1. Vorsitzende), Michael Steffens (2. Vorsitzender), Oliver Junginger (2. Geschäftsführer) und Jörg Langfeld (2. Kassierer), nicht auf dem Bild: Klaus Bieg (1. Kassierer).

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, dass eine gute Sache erst einmal fast vor die Wand fahren muss, ehe sich die Beteiligten darauf besinnen und sie dann doch noch retten. Noch vor einigen Monaten, genauer: im Zuge der Jahresversammlung am 15. Juni, stand der Förderverein des RSV 09 quasi vor der Auflösung. Der Vorsitzende Sascha Bieg wollte aus privaten Gründen nach zehn Jahren die Vorstandsarbeit niederlegen – trotz eines intensiven Aufrufs hatte sich kein Nachfolger gefunden. Damit der Verein nicht aufgelöst werden musste, was die logische Konsequenz des fehlenden Vorstands gewesen wäre, hatte sich Bieg dazu bereit erklärt, noch drei Monate kommissarisch weiterzumachen. Bis zu einer außerordentlichen Jahresversammlung – die am Donnerstagabend im Vereinsheim am Sportplatz Schnabelsmühle stattfand.

Die Dringlichkeit hatte den Vereinsmitgliedern offensichtlich zugesetzt, denn der kleine Raum im Vereinsheim war mit neun Mitgliedern und mehreren Gästen sehr gut besucht. „Wir waren nach der letzten Jahreshauptversammlung noch einmal sehr intensiv in die Suche nach potenziellen Vorstandsmitgliedern eingestiegen“, sagte Sascha Bieg. Er konnte sich ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen, das zumindest andeutete, dass diese Suche nicht ganz erfolglos geblieben sein könnte. „Wir haben mit einem eindringlichen Aufruf in der Presse sowie zahlreichen Gesprächen am Rande des ATV-Triathlons und des Altstadtfestes die Sache sehr deutlich angesprochen – auch was es für die Jugendabteilungen im Raspo bedeuten würde, wenn es den Förderverein nicht mehr gäbe“, sagte er.

Er machte das zum einen daran deutlich, dass auch in den vergangenen drei Monaten der kommissarischen Leitung zwei Anträge von Jugendabteilungen für Trikots und Trainingsanzüge bewilligt und ausgezahlt worden sein. Aber auch Kassierer Klaus Bieg sprach das Thema an. „Wir haben in den vergangenen vier Jahren rund 12.000 Euro für die Jugend ausgegeben. Es ist fraglich, ob die Jugendabteilungen darauf verzichten könnten“ sagte er via Zoom-Zuschaltung, da er schon seit einiger Zeit in Friesland lebt. Auch wenn natürlich nicht die Zukunft des Raspo an sich zur Disposition stehe, wie mancherorts unter Spielereltern vermutet wurde. „Wenn sich der Förderverein einer Schule auflöst, wird ja auch nicht die Schule aufgelöst“, beruhigte Sascha Bieg.

Allerdings würden die Kinder und Jugendlichen fraglos auf so manches verzichten müssen – oder die Kosten würden an den Eltern hängenbleiben. Insofern war natürlich die Spannung groß, als Wahlleiter Stefan Lorse fragte, ob es Vorschläge für den Posten des ersten Vorsitzenden gebe. Da konnte Sascha Bieg seinen Trumpf aus dem Ärmel ziehen: „Ich schlage Cornelia Happel vor“, sagte er. Die wurde nicht nur einstimmig gewählt, sondern bekam dafür auch großen Applaus der Anwesenden.

Was dann folgte, war allerdings fast noch bemerkenswerter in seiner spürbaren Dynamik. Denn aus den Reihen der Anwesenden wurden nicht nur fünf neue Mitglieder generiert, diese übernahmen gleich auch alle Aufgaben im Kernvorstand sowie im erweiterten Vorstand. Am Ende waren es zehn neue und alte Vorstandsmitglieder – „so viele hatten wir zumindest in den zehn Jahren, in denen ich Vorsitzender war, nie“, sagte Sascha Bieg.

Er freute sich sichtlich noch mehr, als die außerordentliche Jahresversammlung vorbei war. „Ich war zu Beginn durchaus noch ein wenig nervös, ob das alles auch so klappen würde, wie wir es uns überlegt hatten. Aber das war ja dann recht schnell vorbei“, sagte er. Für einen so kleinen Verein – vor der Neuwahl waren es 29 Vereinsmitglieder, danach 34 – habe man mit zehn Mitgliedern einen enorm großen und vollen Vorstand. „Das ist sicherlich außergewöhnlich. Außerdem ist es auch eine schöne Mischung aus alten und neuen Hasen, Eltern und RSV-Mitgliedern. Ich kann jetzt jedenfalls beruhigt erst einmal eine Pause machen“, sagte der scheidende Vorstand zufrieden.

Und diese Zufriedenheit hatte sich auf alle Anwesenden ausgebreitet – sie war geradezu spürbar. Kein Wunder, bei dieser guten Nachricht für den Jugendfußball in Hückeswagen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort