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Hückeswagen: Realschul-Klassentreffen nach 50 Jahren

Realschule Hückeswagen : Realschul-Revival nach 50 Jahren

Ein halbes Jahrhundert nach ihrem Abschluss an der Realschule kamen am Freitagnachmittag gut 30 ehemalige Schüler zum Klassentreffen zurück. Sie bekamen auch eine Führung durch ihre alte „Penne“.

Die Vorfreude war spürbar, als sich die Ehemaligen an einem Ort trafen, der für einige Jahre der zentrale Punkt in ihrem jungen Leben gewesen war. Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Realschule waren zum Klassentreffen wieder in die Stadt gekommen. „Wir haben 1969 unseren Abschluss gemacht, also vor 50 Jahren“, berichtete Mit-Organisatorin Margret Rubbert. „Es ist bereits unser achtes Klassentreffen, das erste hatten wir nach zehn Jahren gemacht. Zuletzt haben wir uns 2009 getroffen“, sagte die Hückeswagenerin. Damals habe eine Stadtführung auf dem Programm gestanden. Der Kontakt zwischen den über 40 Realschul-Absolventen der Klasse von 1969 sei über die Jahre immer gehalten worden. „Fünf Mitschüler sind leider mittlerweile verstorben, einer ist nicht mehr auffindbar“, sagte Margret Rubbert.

Bevor die ehemaligen Realschüler in Richtung Wipperfürth zum gemütlichen Teil fuhren, stand eine Schulführung auf dem Programm. „Vor 25 Jahren waren wir auch schon mal hier. Damals haben wir Einsicht in unsere Klassenbücher bekommen“, erzählte die Mit-Organisatorin. Die Führung dieses Mal machte der kommissarische Schuleiter Thorsten Schmalt. „Wir haben pro Jahr etwa drei bis fünf ehemalige Klassen, die eine Schulführung wollen. Das ist schon eine sehr schöne Sache“, versicherte er. Dann berichtete er ein wenig vom Schulbetrieb von heute, während er seine Gäste über das Schulgelände führte. „Mal sehen, ob wir den alten Klassenraum finden. Und ich bin gespannt, was alles an Anekdoten erzählt wird“, sagte Schmalt.

Und auch wenn 50 Jahre eine lange Zeit sind, kamen die Erinnerungen bei den Ehemaligen schnell wieder hoch. Etwa bei Brigitte Foy, die aus Gummersbach angereist war. „Bei unserer Abschlussfeier musste ich das Gedicht ‚Die Worte des Glaubens‘ von Friedrich Schiller aufsagen – und habe mich total verhaspelt“, berichtete sie schmunzelnd. Irgendwie habe sie es dann aber doch noch hinbekommen. Brigitte Foy betrachte das Schulgebäude sehr interessiert, denn zu ihrer Schulzeit gab es den Neubau noch nicht. „Ich war tatsächlich seit unserem Abschluss nicht mehr hier. Zwar war ich schon bei einigen der Klassentreffen, aber da waren wir nie hier in der Schule“, sagte sie.

Rüdiger Krumreihn erinnerte sich gerne an die Abschlussfahrt in die Lüneburger Heide zurück. „An einem Abend habe ich mich mit ein paar Jungs abgesetzt, und wir sind in den ,Heidekrug’ gegangen, eine Wirtschaft.“ Die Jungen wollten das eine oder andere Bierchen trinken. „Aber als wir die Tür aufzogen, haben wir wen gesehen? Herrn Brandt, unseren Klassenlehrer! Der hatte wohl seinerseits ein Bier nötig. . .“, sagte Krumreihn lachend. Seiner alten Schule ist der Hückeswagener auch in anderer Hinsicht treu geblieben. „Meine beiden Töchter sind auch hier zur Schule gegangen. Daher habe ich die Schule nicht so ganz aus den Augen verloren.“ Davon, dass es seit einigen Jahren eine Mensa in der Realschule gab, war er allerdings auch überrascht. Auch den schönen Pausenhof kannte er aus seiner Schulzeit nicht.

Die Stimmung unter den ehemaligen Realschülern war ausgelassen. Überall wurden Anekdoten und Erinnerungen ausgetauscht. „Es ist ein Revival, es kommen viele Gedanken und Geschichten hoch. Und wenn der eine was nicht mehr weiß, fällt es dem anderen ein“, sagte Margret Rubbert. Tatsächlich sei es im alten Klassenzimmer so gewesen, dass sich einige ehemalige Schüler direkt auf ihre alten Plätze gesetzt hätten. Manche Dinge ändern sich halt eben nie.