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Hückeswagen: RBS koordiniert Rehasport vom Island aus

Hückeswagen : RBS koordiniert Rehasport vom Island aus

Die Rehabilitations- und Behinderten-Sportgemeinschaft zog zum 1. April mit ihrem Büro von der Kölner an die Islandstraße. Hier werden nun unter anderem die Patientengespräche geführt.

Ein Sportverein mit eigenem angemieteten Büro? Was bei ATV, TBH oder Raspo undenkbar wäre, ist bei der RBS schon seit gut 15 Jahren Realität. Nun ist die zirka 250 Mitglieder starke Gemeinschaft auch nicht unbedingt ein Verein wie die anderen, sondern hat sich dem Rehasport verschrieben. Das tun auch andere Vereine in einem gewissen Rahmen, sie reichen dafür aber keine ärztlichen Verordnungen der Sportler ein – oder in diesem Fall besser gesagt: Patienten, die für mindestens eineinhalb Jahren an der Wiedererlangung oder Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit arbeiten wollen. Das Ganze ist bei der RBS ein solch großer Verwaltugsaufwand geworden, dass Brigitte Thiel schon Mitte der 2000er Jahre entschied, die Abrechnungen nicht mehr am heimischen Küchentisch, sondern in einem Büro zu erledigen. Daher mietete die RBS zunächst Räumlichkeiten an der Kölner Straße an.

Doch dort waren die Möglichkeiten aus zweierlei Gründen erschöpft: „Wir sind zu groß geworden“, berichtet Brigitte Thiel im Gespräch mit unserer Redaktion. Vor allem aber war es die fehlende Barrierefreiheit, die sie dazu zwang, sich in Hückeswagen nach einem neuen Domizil umzusehen. So fehlte an der Kölner Straße der Handlauf, und die Räumlichkeiten waren nur über mehrere Treppenstufen zu erreichen, was vor allem älteren Patienten schwerfiel. Als die Lebenshilfe mit ihrer Tagespflege aus dem Heupelschen Haus Islandstraße 30 ins ehemalige, inzwischen umgebaute Höhfeldsche Haus Islandstraße 71 umziehen wollte, nutzte Brigitte Thiel die Gelegenheit. So ist die Barrierefreiheit jetzt am neuen Standort durch eine Rampe garantiert.

Dort befinden sich nun nicht nur die Ordner mit den Akten und im Keller die kleineren Sportgeräte, die nicht in der Realschul- und Hauptschulturnhalle gelagert werden, auch werden die Gespräche mit den Patienten geführt. „Sie legen uns ihre ärztlichen Verordnungen vor und wir schauen, welche Rehakurse sie besuchen können“, erläutert Brigitte Thiel. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen kümmern sich ebenfalls um die Büroarbeit: Jasmin Junklewitz ist für das Vereinswesen, die Übungsleiter-Betreuung und die Materialverwaltung zuständig, Jennifer Becker betreut die Patienten.

Die RBS bietet Rehakurse vor allem bei örthopädischen und Herzkrankheiten an und sorgt für eine verbesserte Psychomotorik bei Kindern. Etwa wenn diese Gleichgewichtsprobleme haben und noch nicht über eine Bank laufen können. „Wir trainieren aber immer in Gruppen“, betont die Vorsitzende. Einzeltherapien gebe es nicht: „Wir sind schließlich keine Therapeuten.“

Betreut werden die Mitglieder und Patienten von 24 Übungsleitern, die über den Landesverband BRSNW zertifiziert sind, und vier Helfern. Wer seine Lizenz behalten und die Leitungen über die Krankenkassen abrechnen will, muss sich alle vier Jahre fortbilden. Beim Coronarsport und bei der Ersten Hilfe sind sogar neue Weiterbildungen alle zwei Jahre notwendig.

Die Patienten, die bei der RBS regelmäßig trainieren, kommen nicht nur aus Hückeswagen, sondern aus allen umliegenden Kommunen. „Erst am Montag hat sich eine Dame aus Bergisch Gladbach bei mir gemeldet“, berichtet Brigitte Thiel. Offenbar ist die Arbeit der RBS Hückeswagen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und anerkannt. So kommt es nicht von ungefähr, dass ihre Übungsleiter auch an Förderschulen in Düsseldorf, Wuppertal und Wiehl Kurse anbieten. „Wir haben einen so großen Zulauf, dass wir von montags bis samstags eine eigene Halle belegen könnten“, versichert die Vorsitzende. Kontakte kommen zudem über das Bürgerbad zustande, das wegen seiner Verwendung von Sole statt Chlor bei vielen Badegästen beliebt ist.
https://rbs-hueckeswagen.de/