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Hückeswagen/Radevormwald: Bernd Rummler will für AfD in den Bundestag

Bundestagswahl 2021 in Hückeswagen und Radevormwald : Der Sprung vom Herd in die Politik

Der gebürtige Leverkusener Bernd Rummler geht für die AfD Oberberg ins Rennen um ein Bundestagsdirektmandat. Seit mittlerweile elf Jahren wohnt er mit seiner Familie in Gummersbach-Lieberhausen, bekannt für seine Bonte Kerke.

Von der Agger-Talsperre in Gummersbach ist es nicht weit bis zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Oberbergischen Kreises: Im Ortsteils Lieberhausen steht eine von kreisweit fünf Bonten Kerken. Diese farbenfrohen Gotteshäuser sind allesamt wegen ihrer mittelalterlichen Deckenmalereien ein gern angesteuertes Ziel, die in Lieberhausen wurde 1174 erstmals urkundlich erwähnt. Wo es andere in ihrer Freizeit hinzieht, ist für Bernd Rummler Heimat: Mit seiner Familie ist der gebürtige Leverkusener vor elf Jahren in die direkte Nachbarschaft gezogen – bis zur Bonten Kerke sind es nur wenige Schritte. Der 51-Jährige, der bei der Bundestagswahl am 26. September für die AfD Oberberg kandiert, sagt: „Die Lieberhäuser meinen, es sei die schönste dieser Kirchen.“

Aufgewachsen ist er in Leverkusen, wo er nach der Realschule eine Ausbildung zum Koch im inzwischen geschlossenen Ramada-Hotel absolvierte. „Ich esse gerne, und ich koche gerne“, versichert Rummler. Das Kochen sei ein Handwerk, für das man „ein bisschen mehr lernen“ müsse. Stehe und falle ein mittelständischer Betrieb in der Gastronomie doch mit der Küche. Als er 16 Jahre alt war, pachteten seine Eltern in Norddeutschland ein Hotel, dass er dann als 21-Jähriger übernahm. In der Zwischenzeit hatte er eine kaufmännische Ausbildung nachgeschoben.

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Insgesamt 17 Jahre war Rummler selbstständig, dann beendete er seine Karriere als Hotelier. Ausschlaggebend dafür waren mehrere Gründe: die Arbeit rund um die Uhr, die fehlenden Vergrößerungsmöglichkeiten und letztlich eine Familie mit damals zwei Kindern. Dann sei auch noch die Finanzkrise hinzugekommen, weswegen viele Tagungen weggebrochen seien, berichtet Rummler.

Daher nahm er das Angebot einer Hotelgesellschaft aus Rösrath an, für die er im Außendienst und als Betriebsberater tätig war. 2010 fand er über eine Internetanzeige das zum Verkauf stehende alte Haus aus dem 19. Jahrhundert in Lieberhausen, das inzwischen ein Drei-Generationen-Haus ist. Denn auch seine Mutter lebt dort.

„Das hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich“, erläutert der Gummersbacher. „Es war mal ein Pfarrhaus, aber auch mal ein städtisches Gebäude.“ Erst seit der Kommunalen Neugliederung 1975 gehört Lieberhausen zur Kreisstadt Gummersbach und war vorher eigenständig.

Rummler gefällt das „sehr schöne, ruhige Ambiente“ seines Wohnorts. Allerdings sei auch immer Leben auf dem Dorfplatz, auf dem einmal im Jahr das Schützenfest, der „Wintermarkt“ aber auch andere Aktivitäten gefeiert werden. „Dann darf es auch mal wesentlich länger als 22 Uhr gehen“, betont er. Als Neuhinzugezogener hatte er damals den Kontakt zu den Einheimischen gesucht und ist seither Mitglied im Schützenverein Lieberhausen-Lantenbach und im Heimatverein Hicksland.

Seit ein paar Jahren hat sich Rummler der Politik verschrieben. So ist er mittlerweile Referent für Öffentlichkeitsarbeit der AfD-Landtagsfraktion (s. Info-Kasten), für die er NRW-weit Veranstaltungen organisiert. Das kann schon mal an Wochenenden sein, und es kann spät werden – was den 51-Jährigen nicht weiter stört, kennt er das doch aus der Gastronomie.

In der Freizeit stehe dann die Familie an erster Stelle, versichert der 51-Jährige. Dann stünden etwa Städtereisen, wie nach Würzburg, oder Kurztrips an. So ging es kürzlich auf eine Wanderung auf dem Kyrill-Pfad im Sauerland, wo der verheerende Orkan im Januar 2007 massive Schäden angerichtet hatte. Ansonsten kümmert sich Rummler um den Garten, und er steht gerne auf Skiern.

Und natürlich kocht er gerne, „in erster Linie anlassbezogen“, sagt er. Aber er mag auch sehr gerne die mediterrane und asiatische Küche. „Und da meine Frau aus Österreich kommt, steht oft Kaiserschmarrn, Wiener Schnitzel und Tafelspitz auf unserem Speiseplan.“