Hückeswagen: Plätze für Kinderdorf schnell vergeben

Brunsbachtal in Hückeswagen : Plätze für Kinderdorf als Ferienaktion schnell vergeben

Etwa 190 Jungen und Mädchen meldeten sich am Samstag zur Ferienaktion an.

Schon zwei Stunden, bevor David Visse am Samstagmorgen das Jugendzentrum aufschließt, hat der erste Vater Aufstellung bezogen. Um 8 Uhr hat er sich den ersten Platz in der Schlange gesichert, die kurz vor Öffnung des Büros bis zum Minigolfplatz reicht. Alle wollen sicher gehen, dass ihr Kind im Sommer einen der begehrten Kinderdorfplätze bekommt. Als David Visse um 10 Uhr schließlich die Tore öffnet, bekommt jeder in der Reihe fürs erste einen Anmeldebogen mit Nummer. „Damit ist der Platz dann schon gesichert“, erklärt Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke. 190 Plätze stehen für die beliebte Ferienaktion, die vom 22. Juli bis 2. August im Brunsbachtal stattfinden wird, zur Verfügung. „Bis zum vergangenen Jahr hatten wir die Grenze bei 175 Kindern gesetzt“, erzählt Poranzke. Der begrenzende Faktor sei die Organisation des Mittagessens. 2018 hatte das Team dann auf 190 Kinder erhöht – ein neuer Rekord, der gemeistert wurde.

Eine Stunde, bevor am Samstagmittag das Anmeldebüro wieder schließt, ist das Kinderdorf beinahe ausgebucht – und es ist ruhig geworden. 20 freie Plätze zählt die Stadtjugendpflegerin am Mittag und weiß, dass noch nicht alle Kinder der Mitarbeiter eingerechnet wurden. 30 der Plätze hat das Team für Flüchtlingskinder frei gehalten.

Damit Ende September das Kinderdorf seine Türen öffnen kann, sind außerdem rund 90 Ehrenamtliche nötig. „Wir könnten gut noch ein paar Helfer brauchen“, sagt Poranzke. Vor allem an gestandenen, älteren Freiwilligen fehle es noch, erklärt die Stadtjugendpflegerin. „Freiwillige sollten vor allem Freude an der Arbeit mit Kindern mitbringen.“ Die steht im Mittelpunkt, wenn Sechs- bis Zwölfjährige ins Kinderdorf einziehen. 27 Werkstätten sollen ihre Türen öffnen – zwei mehr als im vergangenen Jahr. Als neues Angebot soll ein Bauamt eröffnet werden, in dem die Kinder Ideen für ihre Stadt konzipieren – die sollen in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) einfließen. Außerdem bietet der Bergische Abfallwirtschaftsverband zum ersten Mal eine Werkstatt an. Für den dritten Neuling im Angebot, sammelt das Jugendzentrum bereits erfolgreich Wachsreste: In der Kerzenwerkstatt sollen sie verarbeitet werden. Auch ein Flötenbauer bringt sich ein.

Unterdessen wirbt das Team noch um finanzielle Unterstützung. „Die Finanzierung steht noch nicht“, sagt Andrea Poranzke. Aber Sorgen mache sie sich nicht. Der erste Kassensturz werde zeigen, wie viel noch fehlt. „Die Hückeswagener haben uns auf dem Schirm und wollen dieses Angebot erhalten“, sagt die Stadtjugendpflegerin und freut sich über Spenden.

(resa)
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