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Hückeswagen: Pixberg - Leben im Grünen hoch über der Wuppe

Hückeswagener Orts- und Straßennamen : Leben im Grünen hoch über der Wupper

Die Familie von Monika Lübbert lebt seit etwa 200 Jahren in Pixberg – und damit über der Schloss-Stadt. Mitunter wird die Außenortschaft auch mit Pixwaag auf der anderen Seite der Wupper verwechselt.

Im Moment dürften mehr Hückeswagenern als zuvor die Außenortschaft Pixberg ein Begriff sein. Denn wegen der Vollsperrung der Bundestraße 483 nach Radevormwald führt eine Umleitung über den steilen Berg an der Wupper nach Herweg – auch der Linienbus 339 nutzt, von Radevormwald kommend, diese Strecke.

 Pixberg –, der Name kommt von der seinerzeit dort ansässigen Familie Pix – ist seit vielen Generationen die Heimat der Familie von Monika Lübbert. Die 59-Jährige ist auf der Hofschaft ihres Ur-Ur-Urgroßvaters großgeworden, in den Familienbesitz muss sie zwischen 1812 und 1830 gekommen sein. „Das konnte ich anhand von Sterbe- und Geburtsurkunden feststellen“, sagt Monika Lübbert.

Pixberg wird erstmals 1481 in einer Spendenliste der Katholischen Kirche erwähnt. Zu der Zeit, in der Monika Lübberts Urahnen auf den Pixberg kommen, leben dort zwischen 15 und 43 Menschen. Heute stehen dort sieben Wohnhäuser. „Es waren nie viele Häuser hier – aber oft viele Menschen, die darin gewohnt haben“, sagt Monika Lübbert. So könne sie sich noch gut daran erinnern, dass im Haus mehrere Generationen gelebt hätten, als sie ein Kind war.

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Als in den 1970er Jahren die Wupper-Vorsperre gebaut wird, bekommt ihr Vater im Tausch Ländereien vom Wupperverband. „Heute sind es noch immer rund 5000 Quadratmeter, die wir besitzen – den Rest haben wir verpachtet“, erzählt die 59-Jährige. Aber auf den 5000 Quadratmetern hätten sie und ihr Mann Hermann immer noch genug zu tun. „Da wird einem auf jeden Fall nicht langweilig“, bestätigt der 68-Jährige lachend.

2010 hatten sie die Landwirtschaft, die sie bis dahin noch betrieben hätten, schließlich aufgegeben. „Die einzigen Tiere, die jetzt noch zu Besuch kommen, sind Rehe oder Wildschweine – und die müssen wir mit einem Zaun davon abhalten, unsere Wiesen und Beete umzugraben“, sagt Monika Lübbert.

Die 59-Jährige, die viel in der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) aktiv ist, erinnert sich gerne an ihre Kindheit auf dem großelterlichen und elterlichen Hof. „Sie war arbeitsreich. Für meine Eltern galt immer: Wenn ihr Kinder was für die Schule machen müsst, dann hat das Vorrang. Ansonsten müsst ihn in der Landwirtschaft helfen“, sagt sie. Die Eltern seien aber immer zu Hause gewesen. „Es war viel Arbeit, aber man war eben immer miteinander, und das war schön“, sagt Monika Lübbert.

Als Grundschulkind habe sie indes stark mit dem nahen Anstieg bei Pixberg gehadert. „Ich habe meine Mutter immer gefragt, warum ich denn morgens den Berg runtergehen und ihn mittags mühsam wieder hochgehen musste“, sagt sie lachend. Dafür sei es aber wundervoll, dass es am Berg keine Beleuchtung gebe: „Im Juni und Juli sieht man nachts jede Menge Glühwürmchen.“

Für die eigenen Kinder – der Sohn wohnt mittlerweile sogar wieder in Pixberg – sei das Aufwachsen oberhalb Hückeswagens sehr schön gewesen. „Sie haben den Treckerführerschein gemacht, als sie alt genug waren. So konnten sie ein wenig flügge werden“, sagt Monika Lübbert. Sie seien sehr frei aufgewachsen, hätten sich im Freien bewegen können, bis sie müde gewesen seien. „Außerdem waren sie nicht ständig in der Stadt im Spielwarenladen. Wenn sie dann mal dort waren, haben sie sich gut überlegt, wofür sie ihr Taschengeld ausgeben wollen.“ So wirklich weit sei es auch nicht in die Stadt, ergänzt Hermann Lübbert. „Man ist zu Fuß tatsächlich schneller dort, als wenn man von Wiehagen runterläuft.“

Die namensgebende Familie Pix habe auch der Ortschaft Pixwaag auf der anderen Seite der Wupper, oberhalb des Sportplatzes, ihren Namen gegeben. „Als das Neubaugebiet gebaut wurde, sind ständig Lkw bei uns gelandet, obwohl sie eigentlich nach Pixwaag wollten“, erinnert sich Monika Lübbert lachend.

Ihr Mann und sie genießen ihr Leben oberhalb der Wupper. Und manchmal sei es auch gar nicht so abgeschieden, wie man meinen könnte. „Wenn etwa drüben am Sportplatz ein Spiel oder eine Veranstaltung ist, etwa der ATV-Triathlon, dann hören wir hier drüben jeden Spielkommentar und auch, wenn die Läufer ins Ziel kommen“, sagt Monika Lübbert.