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Hückeswagen: Pferdeäpfel hatten besondere Bedeutung

Bürgermonitor in Hückeswagen : Pferdeäpfel hatten besondere Bedeutung

Als BM-Leser Hans-Gert Birkenbeul jung war, hätte sich niemand über Pferdeäpfel auf der Straße oder auf einer Brücke aufgeregt. Die Hinterlassenschaften galten schon damals als bester Dünger für den Garten.

Hans-Gert Birkenbeul hat die Diskussion um die Pferdeäpfel auf der Brücke an der Wupper-Vorsperre mit großem Interesse gelesen. Unbekannte Reiter hatten dort vor zwei Wochen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einfach liegengelassen, so dass die komplette Brücke vollgeäppelt war und Radfahrer, Spaziergänger und Jogger sich ihren Weg bahnen mussten. „Bei mir wurden einige Erinnerungen wach an meine Kindheit und Jugend“, berichtet der BM-Leser Jahrgang 1930. Denn damals hätte sich niemand über Pferdeäpfel auf einer Brücke geärgert oder beschwert. „Damals gab es jede Menge Pferde. Der Milchmann brachte die Milch mit Pferd und Wagen, die Einkellerungskartoffeln wurden uns mit Pferd und Wagen gebracht, ebenso Kohlen und Briketts sowie Stückgut vom Güterbahnhof“, erinnert sich Birkenbeul. Da blieb es nicht aus, dass überall auf den Straßen in Hückeswagen Pferdeäpfel lagen. „Sie lagen aber nicht lange dort, denn es war ganz normal, dass sich Gartenbesitzer mit Schaufel und Eimer den hervorragenden Mist für den Garten sicherten“, sagt Birkenbeul. Der Hückeswagener, der sein Leben lang in der Textilindustrie tätig war, die letzten 25 Jahren bei Wülfing, durfte als Kind mit dem Fuhrmann auf dem Bock sitzen, wenn die fertig gewebten Tuche zum Güterbahnhof gefahren wurden. Eine unvergessliche Erfahrung. „Es mag nicht die gute alte Zeit gewesen sein, aber schöne Erinnerungen habe ich dennoch“, sagt Birkenbeul. Und da gehörten Pferdeäpfel fest zum Alltag der Menschen, denn damals hatte fast jeder einen zumindest kleinen Garten.