Hückeswagener züchtet Schwarzkopfschafe Ostern beginnt die Freiluft-Saison für Schafe

Altenholte · Nach der Geburt der Lämmer dürfen die Schwarzkopfschafe jetzt wieder auf die Weide. Markus Schröter züchtet die Rasse in Altenholte seit 2016. Die Wolle ist vielseitig verwendbar – unter anderem als Dünger.

 Markus Schröter züchtet seit 2016 Schwarzkopfschafe in Altenholte.

Markus Schröter züchtet seit 2016 Schwarzkopfschafe in Altenholte.

Foto: Heike Karsten

Das Lamm steht für viele Menschen für die österliche Zeit, Markus Schröter verbringt jedoch das ganze Jahr mit ihnen. Seit sechs Jahren züchtet der Hückeswagener Schwarzkopfschafe. „Ich habe direkt in Herdbuchzucht angefangen“, sagt 33-Jährige. Das bedeutet, dass nur Tiere mit einer lückenlosen reinrassigen Abstammung zur Zucht verwendet werden.

Wenn Schröter einmal ins Fachsimpeln kommt, versteht der Laie nur wenig von den vielen Fachausdrücken des Schafzüchters. Es zeigt aber auch, wie vielseitig das Hobby und wie umfangreich sein Wissen ist, dass er sich im Laufe der Jahre angeeignet hat. Aus den ersten drei Schafen ist mittlerweile eine stattliche Herde geworden. Zwölf lammführende Muttertiere, zwei Böcke, drei Jährlinge und 20 Lämmer genießen den Freilauf auf der großen Wiese in Altenholte. Die jüngsten Lämmer sind gerade einmal 14 Tage alt und haben noch ein dunkles Fell. Die älteren Schafe machen ihrer Rasse mit dem weißen Fell, den schwarzen Köpfen und Beinen alle Ehre. Markus Schröter kann seine Tiere alle unterscheiden – einige haben sogar Namen.

 Die neugeborenen Lämmchen sind von Natur aus neugierig.

Die neugeborenen Lämmchen sind von Natur aus neugierig.

Foto: Heike Karsten

„Es ist eine Fleischschafrasse, die eigentlich für die Wanderschäfer gezüchtet wurde“, erläutert der 33-Jährige. Auf Wanderschaft gehen die Schafe auch in Hückeswagen, denn der Züchter nutzt ein mobiles Zaunsystem, mit dem die Tiere wöchentlich von einer Weide zur nächsten umgesiedelt werden können. So dürfen sie das ganze Jahr nach Herzenslust grasen. Nur zur Zeit des Lammens bleiben die Schafe für sechs bis zwölf Wochen im Stall.

Mit zwei Eimern Melasse-Pellets und Hafer geht der Schafzüchter auf die Weide. Das Zusatzfutter gibt den Muttertieren Kraft für das Säugen ihrer Lämmer. Neugierig kommen die Schafe angelaufen und begrüßen den Züchter. „Einige sind richtig anhänglich“, berichtet Schröter lachend.

 Die Wachteleier sind so schön gemustert, dass sie für Ostern nicht mehr gefärbt werden müssen.

Die Wachteleier sind so schön gemustert, dass sie für Ostern nicht mehr gefärbt werden müssen.

Foto: Heike Karste/Heike Karsten

Die Paarung und die Geburt verlaufen auf natürlichem Weg. „Beeinflusst wird nur die Verpaarung, damit keine Inzucht betrieben wird“, betont der Züchter. Die Rasse sei zudem dafür bekannt, dass die Geburten sehr komplikationslos verlaufen. In diesem Jahr hat der Hückeswagener nur ein neugeborenes Lamm aus einem Drillingswurf verloren.

Markus Schröter nennt aber noch weitere Vorteile dieser Tiere: „Schafe sind nicht nur gute Rasenmäher, sie schützen auch.“ So lassen sich mithilfe der Grasfresser unliebsame und sogar giftige Pflanzen wie den Riesen-Bärenklau auf ganz natürlichem Weg verdrängen. Für den Menschen ist beispielsweise auch die Herkulesstaude gefährlich, verursacht sie doch bei Hautkontakt und Sonneneinstrahlung Verbrennungen auf der Haut. Für Schafe hingegen ist sie ein besonderer Leckerbissen.

Vielseitig verwendet werden kann zudem das Fell der Schwarzkopfschafe, auch wenn die Wolle nicht ganz so kuschelig weich ist wie die der Merino-Schafe. „Die Wolle ist klimatisierend – nicht nur bei Kälte, sondern auch bei Hitze“, sagt Schröter. Sie schützt das Schaf wie den Menschen durch Kleidung und Decken. Die Schafwolle findet aber kaum noch Abnehmer. In diesem Jahr möchte der Schafzüchter daher aus der Schurwolle Dünge-Pellets pressen lassen. Tatsächlich hat die Wolle eine ähnliche Wirkung wie Hornspäne und gibt im Boden Stickstoff zur Langzeitdüngung ab.

Der Hückeswagener ist durch die Schafzucht der Eltern schon mit den Tieren aufgewachsen. „Für mich ist es ein perfekter Ausgleich zur Arbeit“, sagt der gelernte Landmaschinenmechaniker, der seine Tiere täglich besucht. Im Laufe der Zeit ist dieses Hobby und damit auch seine Herde gewachsen. Um eine gute Herdbuchzucht aufzubauen, braucht es mehrere Jahre, in die der Züchter viel Zeit und Geld investieren muss. In den nächsten Monaten möchte er zum ersten Mal mit einigen ausgewählten Tieren der Herde zur Auktion fahren, wo die Schafe seiner eigenen Zucht von sachkundigen Richtern begutachtet (gekört) und prämiert werden. „Schade, dass es nur so wenige Schafzüchter gibt“, bedauert das Mitglied im Schafzuchtverband NRW.

Mit Freundin Caro sind im März noch fünf Wachteln auf den Hof in Altenholte gezogen. In dem wind- und wettergeschützten Gehege fühlt sich das Federvieh offensichtlich sehr wohl. Pro Tag legt jede Henne ein bis zwei bräunlich-gefleckte Mini-Eier in den weichen Rindenmulch. Die Eierschalen sind von Natur aus so schön gemustert, dass sie zum Osterfest gar nicht gefärbt werden müssen, sondern sich mit ihrem natürlichen Aussehen hervorragend als Oster- oder Frühlingsdekoration eignen.