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Hückeswagen: Ortsvorsitzender über Knatsch in der Satirepartei

Hückeswagener Politik : Ortsvorsitzender über Knatsch in der Satirepartei

Nicklas Alsdorf und die Kontroverse um Tweet von EU-Abgeordnetem Sonneborn.

Es mag wie ein vergleichbar unwichtiger Vorfall wirken – schließlich hat es die Welt gerade mit Corona, einem unkontrollierbaren Donald Trump und nach wie vor dem Klimawandel zu tun. Dennoch hat die Satirepartei Die Partei nun auch ihren Skandal. Schuld daran ist der Europaabgeordnete und ehemalige Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“ Martin Sonneborn. Der hatte via Twitter ein Bild gepostet, auf dem er ein T-Shirt mit einem Spruch trug, der nahelegte, Asiaten könnten kein „R“ aussprechen. Daraufhin hatten sich viele Nutzer geäußert, die sich davon rassistisch beleidigt fühlten.

Dabei war es indes nicht geblieben. Der Satiriker Nico Semsrott, neben Sonneborn das wohl bekannteste Die-Partei-Mitglied und ebenfalls im EU-Parlament vertreten, erklärte als Konsequenz aus dem Vorfall am Mittwoch in einer selbst so bezeichneten „humorlosen Erklärung“ seinen Austritt.

Im Hückeswagener Ortsverband von Die Partei zeigt man sich hingegen überrascht von Semsrotts „drastischem Vorgehen“. Der Vorsitzende Nicklas Alsdorf betont: „Wir sind fest davon überzeugt, dass Rassismus nicht in unsere Gesellschaft passt und auch von niemanden in Die Partei gefördert wird.“ Sonneborn habe die Intention seines Tweets dargelegt, sei in seinem Scherz aber „generell missverstanden und des Rassismus bezichtigt“ worden. Dafür habe er sich entschuldigt, das sei richtig und wichtig gewesen. Der Vorfall werde den Ortsverband nun nicht davon abhalten, auch weiterhin unter dem Namen Die Partei zu arbeiten und das bei der Kommunalwahl im Vorjahr in den Stadtrat entsandte Mitglied, das sich der Grünen-Fraktion angeschlossen hat, zu unterstützten.

Für Semsrott geht es hingegen nicht um „eine Debatte über den Sinn und Zweck von Satire“, sondern vielmehr um einen „ignoranten Umgang mit Feedback“. Er habe von seinem mittlerweile ehemaligen Partei-Genossen „Mitgefühl“ und „Respekt vor den Betroffenen“ erwartet, um sein Verhalten zu korrigieren. Auch habe er mit Sonneborn bereits mehrfach über dessen Form von Satire und den Umgang mit Kritik gesprochen – erfolglos. So hatte Semsrott offenbar keinen anderen Ausweg gesehen, als seinen Austritt zu verkünden. Sonneborn selbst hat seinen kontroversen Tweet mittlerweile gelöscht, sich zudem nach dem Austritt Semrotts auch dafür entschuldigt.