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Hückeswagen: Öl-Drama um Schwäne & Co. von der Wupper-Vorsperre

Starkregen-Katastrophe in Hückeswagen : Öl-Drama um Schwäne & Co. von der Wupper-Vorsperre

Hückeswagen hofft mit den Enten, Gänsen und Schwänen von der Vorsperre, die seit dem Starkregen ölverschmierte Gefieder haben. Auf dem Wasser treibt ein Ölfilm. Der Hückeswagener Tierarzt Dr. Stephan Paufler hat sieben Tier eingefangen, gesäubert und bei Wipperfürth in die dort wohl saubere Wupper wieder entlassen.

Es ist einmal mehr ergreifend, was sich zurzeit an der Wupper-Vorsperre abspielt: Mehrere Enten, Gänse und Schwäne stehen nahe des Wanderparkplatzes mit bräunlich verfärbtem Gefieder, das sie unablässig putzen. Dabei könnte das tödlich für sie sein, denn sie zupfen eine ölhaltige Masse aus ihren Federn. Der Grund: Seit dem Starkregen von Mittwoch schwimmt auf der Wasseroberfläche der Wupper ein deutlich sichtbarer Ölfilm. Woher der kommt, ist derzeit unklar. Beim Schwimmen in der Vorsperre haben sich die Vögel damit lebensbedrohlich verschmutzt. „Das Öl muss unbedingt runter“, betont Tierarzt Dr. Stephan Paufler, der von einem Hückeswagener, der die ölverschmierten Tiere am Donnerstagmorgen entdeckt hat, angerufen worden war. Ansonsten würden sie sich unaufhörlich weiter putzen, „und daran gehen sie kaputt“.

Er habe mal nach „unseren Jungs“ schauen wollen, sagt der Hückeswagener, der die gefiederte Schar auf der Vorsperre wie so viele Hückeswagener regelmäßig besucht. Mit den „Jungs“ meint er die beiden übriggebliebenen Ganter. „Drei waren es, bis einer hier im Wendehammer vor der Firma Pflitsch überfahren worden ist“, erzählt der junge Mann. Aber auch die Schwäne haben ein trauriges Schicksal hinter sich, waren sie es doch, deren Nest samt Eier am Ufer der Vorsperre im April durch den angestiegenen Pegel unter Wasser gedrückt worden war. „Sie haben dann an der Wupperaue gebrütet“, berichtet der Hückeswagener. Sechs Jungen seien geschlüpft, „aber davon ist keines mehr da“, bedauert er. Wahrscheinlich sind sie von der starken Strömung mitgerissen worden, vermutet der Tierarzt.

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Paufler schaffte es bis zum Nachmittag, zwei Schwäne, zwei Gänse und drei Entenküken einzufangen. An seiner Praxis hat er sie in Narkose gelegt und ihr Gefieder mit Wasser und fettlöslichen Mitteln, wie Shampoo und Spülmittel, gesäubert. Nach dem Aufwachen bringt er sie an die Wupper zwischen Wipperfürth und Hückeswagen. „Wir können sie ja nicht einsperren“, stellt er klar. Aber in das ölverschmierte Wasser der Vorsperre will Paufler sie auch nicht entlassen.

Bleibt jetzt die Frage, ob es sie wieder dahin zieht. „Und ob sie es schaffen“, sagt der Tierarzt. Er hofft es – wie wohl viele Hückeswagener. Aber sicher ist er sich nicht.

(büba)