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Hückeswagen: Neues Fahrzeug und neue Schutzkleidung für die Feuerwehr

Hückeswagen : „Oldie“ weicht modernem Löschfahrzeug

Die Politik machte jetzt den Weg frei für ein neues Fahrzeug für die Löschgruppe Holte und für neue Schutzbekleidung. Insgesamt 340.000 Euro sind für diese beiden Posten im Haushaltsplan veranschlagt.

Die Stadt investiert viel Geld in die Feuerwehr und damit letztlich in die Sicherheit der Hückeswagener – auch schon vor dem geplanten Bau des neuen Feuerwehrhauses an der Ruhmeshalle. Angeschafft werden noch in diesem und im kommenden Jahr ein Einsatzfahrzeug und Schutzbekleidung für die 120 aktiven Feuerwehrleute. Für das Auto, ein Löschgruppenfahrzeug (LF 10), sind im Haushaltsplan der Stadt 340.000 Euro veranschlagt, für die Schutzbekleidung 230.000 Euro. Der Haupt- und Finanzausschuss beauftragte die Verwaltung jetzt einstimmig mit der Ausschreibung des Fahrzeugs und dem Vergabeverfahren für die Spezialbekleidung.

Das neue LF 10 bekommt die Löschgruppe Holte als Ersatz für ihr 1997, also vor über 20 Jahren gebautes Tragkraftspritzen-Fahrzeug (TSF-W), das neben der Drehleiter das ältestes Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr ist. Es befindet sich laut Verwaltung „in sehr schlechtem Gesamtzustand“ und entspricht längst nicht mehr dem Stand der Technik. Unwirtschaftlich ist es auch, weil der Aufwand für Reparaturen und Instandhaltung inzwischen unverhältnismäßig hoch ist. Dennoch wird die Löschgruppe Holte bei ihren Einsätzen noch länger auf ihren „Oldie“ angewiesen bleiben: Mit der Lieferung des neuen LF 10 ist nicht vor Ende 2021 zu rechnen. Möglicherweise kommt es noch später, denn derzeit weiß niemand, wie die Produktion solcher Spezialfahrzeuge durch die Corona-Krise beeinträchtigt wird. Außerdem braucht das vorgeschriebene EU-Ausschreibungsverfahren seine Zeit.

Voraussichtlich schneller wird’s gehen mit der Anschaffung der neuen Schutzbekleidung: Es gibt nur ein Unternehmen, das den Auftrag erfüllen kann. Die persönliche Ausrüstung besteht aus einer Schutzjacke mit integriertem Rettungssystem und der Schutzhose, beides aus Spezialmaterialien zum Schutz vor Hitze und giftigen Gasen, denen die Feuerwehrleute bei Brandeinsätzen ausgesetzt sind. Gesundheitliche Folgen können Krebserkrankungen sein. Sie gehören zu den Hauptkrankheiten, die bei aktiven oder ehemals aktiven Mitgliedern von Feuerwehren auftreten. Als Verursacher gelten im Rauch enthaltene Giftstoffe, die unabhängig vom Atemschutz auf der Kleidung haften bleiben und dann über Haut und Atemwege auch noch nach dem Einsatz aufgenommen werden.

Deshalb werden bundesweit neue Bekleidungs- und Hygienestandards bei den Feuerwehren eingeführt. Die für die Freiwillige Feuerwehr vorgesehene Bekleidung entspricht den hohen Standards für den bestmöglichen Schutz aller Feuerwehrfrauen und -männer, die ihren Dienst für die Allgemeinheit im Ehrenamt leisten. Die Politik weiß das offenbar zu würdigen. Stellvertretend für alle stellte SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Grasemann im Ausschuss klar: „Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir unsere Freiwillige Feuerwehr haben – da muss uns das Beste gerade gut genug sein.“ Das bekräftigte Bürgermeister Dietmar Persian: „Es geht hier um den Schutz der Leute, die bei Gefahr den Kopf für uns alle hin halten.“