Förderverein der städtischen Jugendpflege Hückeswagen Um 20.51 Uhr war die Existenz gesichert

Hückeswagen · Der Fortbestand des Vereins der Freunde und Förderer der städtischen Jugendpflege ist gesichert, weil mit Claudia Wierzbowski und Reiner Müller einneuer Vorstand gewählt werden konnte. Warum sich das Duo engagieren will.

Die wiedergewählte Schriftführerin Shirley Finster und die im Amt bestätigte Beisitzerin Brigitte Thiel (r.) begrüßten die neue Vorsitzende Claudia Wierzbowski und deren Stellvertreter Reiner Müller.

Die wiedergewählte Schriftführerin Shirley Finster und die im Amt bestätigte Beisitzerin Brigitte Thiel (r.) begrüßten die neue Vorsitzende Claudia Wierzbowski und deren Stellvertreter Reiner Müller.

Foto: Stephan Büllesbach

Auf dem „Hüttenzauber“ waren die Weichen bereits gestellt worden, dass der Förderverein doch noch eine Zukunft hat. Anfang Dezember hatte Claudia Wierzbowski den befreundeten Reiner Müller davon erzählt, dass der Verein auf der Suche nach einem neuen Vorstand ist – und, falls sich niemand findet, der diese Aufgabe übernehmen will, vor dem Aus steht. Sie selbst könnte sich das gut vorstellen, ob er ihr zur Seite stehen wolle, fragte sie ihn. Der 56-Jährige wollte. Und so stellten die beiden Hückeswagener ihre Kandidatur für Dienstagabend in den Raum. Die Wahl war letztlich nur noch Formsache: Die neun Mitglieder, die ins Jugendzentrum gekommen waren, wählten das Duo einstimmig.

Damit ist ein gut einjähriges Nervenspiel glücklich zu Ende gegangen. Auf der Versammlung im Januar 2022 hatten Vorsitzende Roswita Malecha und Schriftführerin Sabine von Polheim klar gemacht, dass sie nicht mehr zur Wahl stehen. Ende November sollte dann auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Entscheidung fallen, ob der Verein mit einem neuen Vorstand weitergeführt werden kann oder sich im 25. Jahr seines Bestehens auflöst. Schon da hatte sich Claudia Wierzbowski vorgestellt, Bürgermeister Dietmar Persian hatte aber die Verlegung der endgültigen Entscheidung auf die reguläre Jahresversammlung am 31. Januar angeregt.

Bevor die Vorstandswahlen anstanden, stellten Rosita Malecha und Sabine von Polheim als letzte Amtshandlungen ihre Jahresberichte vor. Nach ihrer Entlastung überreichten Schriftführerin Shirley Finster und Beisitzerin Brigitte Thiel, die später in ihren Ämtern bestätigt wurden, den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern jeweils einen großen Strauß Blumen. „Ich habe das gerne getan und – bis zu einem bestimmten Zeitpunkt – Spaß daran gehabt“, sagte die langjährige Vorsitzende. „Und für Dinge, die ich gerne tue, braucht man mir nichts zu schenken.“ Shirley Finster überreichte die Blumen dennoch und vergaß dabei nicht zu erwähnen, dass die Hückeswagenerin seit 2012 Vorsitzende war und damit so lange wie niemand anderes der fünf Vorsitzenden vor ihr. „Die Blumen hast Du mehr als verdient. Und wir danken Dir im Namen aller Kinder, für die wir das hier tun“, betonte die Schriftführerin.

Brigitte Thiel überreichte den Strauß schließlich an Sabine Polheim, die seit der Gründung des Fördervereins im Oktober 1998 nicht nur Mitglied ist, sondern all die Jahre auch dessen Kasse geführt hatte und damit seit acht Jahren auch für die Finanzen des Kinderdorfs verantwortlich war. „Du kannst jetzt in den wohlverdienten Ruhestand gehen“, gab ihr die Beisitzerin mit auf den Weg.

Die neue Vorsitzende wohnt in Hückeswagen, ist Mutter einer achtjährigen Tochter und arbeitet in der Rechtsabteilung eines Kölner Verlags, wo sie für die Finanzen zuständig ist. Zuvor war Claudia Wierzbowski 16 Jahre bei einer Rechtsanwalts- und Steuerberatungskanzlei tätig. Auch die Vorstandsarbeit in einem Verein kennt die 47-Jährige bereits, war sie doch sieben Jahre lang Geschäftsführerin des Reit- und Fahrvereins Radevormwald.

Über die Berichterstattung in der Bergischen Morgenpost im November war Claudia Wierzbowski auf die prekäre Lage des Fördervereins aufmerksam geworden. „Ich bin dann zu Sabine von Polheim in den Laden gegangen und habe mich über die Lage informiert“, sagte sie. Die Situation habe ihr keine Ruhe gelassen. „Zu meiner Zeit gab es nichts in Hückeswagen, und ich bin nach Lennep ins Jugendzentrum oder Wipperfürth gefahren“, erinnerte sie sich. Für sie stand fest: „Der Verein muss weiter existieren.“ Daher entschloss sie sich zur Kandidatur für den Posten der Vorsitzenden.

An ihre Seite hat sie sich Reiner Müller geholt. Der 56-Jährige ist Vater von zwei erwachsenen Kindern und einem siebenjährigen Sohn, Angestellter eines Wipperfürther Maschinenbauunternehmens und der Eigentümer der Roten Fabrik an der Fuhr. „Als Claudia mich angesprochen hatte, musste ich nicht lange überlegen.“ Er mache das gerne und freue sich auf die Arbeit, auch wenn sich er aufgrund seiner beruflichen Situation und den damit verbundenen Reisen nicht so viel einbringen könne. „Aber ich bin stolz, ins Ehrenamt eingestiegen zu sein“, betonte Müller.

Noch vakant ist das Amt des Kassierers. Das wird vorerst die neue Vorsitzende mit ausüben, bis vielleicht auf einer außerordentlichen Versammlung ein Nachfolger von Sabine von Polheim gewählt werden kann. Ein Hauptaugenmerk der Kassenführung liegt seit gut acht Jahren in der Verwaltung der Finanzmittel für das „Kinderdorf“. Da aber noch kein neuer Leiter des Jugendzentrums gefunden worden ist, wird das in diesem Jahr nicht stattfinden können.

Dietmar Persian freut sich darüber, „dass es mit dem Verein weitergeht und Menschen bereit sind, sich zu engagieren“. Der neue Vorstand müsse mit dem künftigen Juze-Team demnächst die Schwerpunkte der Arbeit im Jugendzentrum aufstellen, sagte der Bürgermeister, der ebenfalls Mitglied des Fördervereins ist.

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