1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Neue Ideen helfen Authentic Messebau in der Corona-Krise

Berufswelten in Hückeswagen : Neue Ideen helfen in der Lockdown-Krise

Die Firma Authentic Messebau kann in ihrem originären Arbeitsfeld seit Beginn der Corona-Pandemie nichts tun – und das bereits seit zehn Monaten. Doch unterkriegen lässt die Geschäftsführung nicht.

Im Frühjahr stand die Firma Authentic Messebau von Geschäftsführerin Susanne Freidhof und ihrem Mann Ingo Ullrich wegen der zahllosen Absagen von Messen und Veranstaltungen plötzlich vor dem Nichts (die BM berichtete). Das Unternehmen, das seinen Sitz seit 2015 im Gewerbegebiet Winterhagen hat, ist spezialisiert auf den Auf- und Abbau von Messeständen. Keine Messen, keine Aufträge – und so ist es mittlerweile seit beinahe zehn Monaten. Dennoch stecken die beiden die Köpfe nicht in den Sand – auch wenn der Gedanke durchaus nicht völlig unrealistisch wäre. „Wir lassen uns nicht unterkriegen, das liegt uns nicht“, versichert Susanne Freidhof. „Am liebsten würden wir natürlich wieder Messebau machen, aber wenn das nicht geht, dann überlegen wir uns eben etwas Neues.“

Tatsächlich gibt es einige Ideen, die mit Messebau an sich nicht viel zu tun haben. „Wir hatten Kunden etwa angeboten, ihre Messestände bei uns in der Halle aufzubauen und für Marketing-Filme abzufilmen“, berichtet Susanne Freidhof. Davon geblieben ist die Idee, Filme über das eigene Unternehmen zu produzieren. „Daraus hat sich zudem die Idee eines mobilen Home-Offices entwickelt. Ich bin Innenarchitektin und habe einfach Ideen dazu aufgezeichnet“, erläutert sie. Man sei zwar noch nicht soweit, in die Produktion zu gehen. Auch weil es einfach ein komplett neuer Bereich sei, in den man sich auch erst einmal hineindenken müsse. „Aber wir müssen umdenken und neue Ideen entwickeln“, betont die Geschäftsführerin.

Das sei überlebenswichtig für das Unternehmen. Denn auch wenn die Corona-Infektionszahlen im Moment wieder sinken, ist an einen geregelten Messe-Betrieb in den kommenden Monaten wohl eher nicht zu denken. Selbst wenn es wieder möglich sein sollte, ist die Frage dann, wohin sich der Messemarkt entwickeln wird. „Ich glaube schon, dass viele Messen nur in Präsenzveranstaltungen angeboten werden können. Gerade im Textil- oder Werkzeugbereich wollen und brauchen die Kunden das Haptische, müssen die Stoffe oder Werkzeuge in die Hand nehmen“, sagt Susanne Freidhof. Ingo Ullrich geht davon aus, dass es vermutlich nach dem Sommer wieder losgehen könnte. „Aber wissen kann man es natürlich nicht“, sagt er.

Auch wenn es keine Entscheidung wegen der Corona-Pandemie gewesen sei, habe es sich als Vorteil herausgestellt, den Betrieb vom Personal her zu verschlanken. „So halten sich die laufenden Kosten deutlich stärker in Grenzen als es sonst der Fall wäre“, sagt Ullrich. Für den gelernten Zimmermann ist es indes besonders belastend, nichts tun zu können. „Wenn man sieht, dass die Sachen hier im Lager stehen und nicht auf den Messen, macht einen das schon nachdenklich.“

Eine weitere Idee, mit der sich die beiden derzeit beschäftigen, sind Mietmöbel. „Das ist ein neues Feld, auf dem wir aktiv werden könnten“, sagt Susanne Freidhof. Beim sogenannten Home-Stageing würden Wohnungen und Häuser, die verkauft oder vermietet werden sollen, aber bereits leerstehen, mit gemieteten Möbeln ausgestattet, so dass sie für Kunden interessanter würden. Auch hier ist das Unternehmen noch nicht über das Planungsstadium herausgekommen. „Wir wollen uns damit aber schon an Immobilienmakler wenden. Wir hätten für diese Idee jedenfalls die handwerklichen und logistischen Möglichkeiten“, versichert sie.

Am Wichtigsten sei ihr jedoch, sich nicht unterkriegen zu lassen. „Es wäre einfach schön, wenn ein Neustart irgendwie planbar und absehbar wäre. Das würde viele Dinge wesentlich erleichtern“, sagt Susanne Freidhof.