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Führung durch Hückeswagen Neubürger schauen sich die Stadt an

Hückeswagen · Hückeswagen bietet neuen Einwohnern regelmäßig eine kostenlose Stadtführung an. Am Samstagnachmittag waren zwei Frauen und ein Mann zusammen mit Fremdenführerin Martina Rey unterwegs.

 Martina Rey (l.) erklärt und zeigt Ariana Fabiana Böttger, Kai Böttger und Mareike Sander die Schloss-Stadt.

Martina Rey (l.) erklärt und zeigt Ariana Fabiana Böttger, Kai Böttger und Mareike Sander die Schloss-Stadt.

Foto: Jürgen Moll

Es ist ein verregneter Samstagnachmittag. Eine junge Frau steht am Brunnen auf dem Schlossplatz. Sie heißt Mareike Sander und ist im Anfang April nach Hückeswagen gezogen. „Der Weg war nicht weit, ich komme ursprünglich aus Wermelskirchen. Als ich eine neue Wohnung gesucht habe, bin ich in Wermelskirchen nicht fündig geworden, dafür aber in Bockhacken“, sagt sie lächelnd. Hückeswagen kenne sie allerdings tatsächlich nicht wirklich, obwohl sie nur wenige Kilometer entfernt gelebt hat. „Ich war früher aber regelmäßig im Holzwurm beim Feiern, als es den noch gab“, sagt sie. Als sie nun nach Hückeswagen gezogen ist und sich im Einwohnermeldeamt angemeldet hat, hat ein Mitarbeiter ihr dort gesagt, dass es an diesem Samstag eine Stadtführung für Neubürger gibt. Einmal im Jahr gibt es die kostenfreie Führung für alle, die in den vergangenen zwölf Monaten nach Hückeswagen gezogen sind.

Die wird von Martina Rey geleitet, die schon seit einigen Jahren als Gästeführerin in der Schloss-Stadt tätig ist. „Wir werden jetzt einen kleinen Rundgang durch die Stadt machen – angefangen vom Schloss, dann gehen wir die Marktstraße bis zur Weyerbachstraße und dann in Richtung Islandstraße und wieder zurück zum Schloss“, sagt sie. Und ergänzt dann in Richtung Mareike Sanders: „Aber ich richte mich da ganz nach Ihnen, wenn Sie heute schon die einzige Teilnehmerin sind.“ Die wiederum ist ganz und gar offen für alles. „Ich finde das sehr wichtig, dass man sich auch in der Stadt auskennt, in der man wohnt“, sagt sie.

Doch Mareike Sander bleibt nicht alleine. Denn gerade, als die Fremdenführerin damit anfangen will, die Geschichte des Schlosses zu erzählen, kommt ein Pärchen über den Schlossplatz auf Martina Rey und Mareike Sander zu. „Wir sind Ariana Fabiana und Kai Böttger aus Köln und Ratingen“, sagt die junge Frau, die zusammen mit ihrem Freund unter dem Schirm Schutz vor dem stärker werdenden Regen sucht. Das Paar ist kürzlich erst in die Schloss-Stadt gezogen, genauer gesagt nach Maisdörpe. Doch wie kommt man dazu, aus so weit aufs Land zu ziehen? „Zur Entschleunigung natürlich“, sagt Ariana Fabiana schmunzelnd.

Martina Rey beginnt dann über das Schloss, die Grafen von Berg und die Bezeichnung der Region als Bergisches Land zu erzählen. „Jetzt wohne ich schon so lange hier und wusste bislang tatsächlich nicht, dass die Grafen von Berg für den Namen verantwortlich sind“, sagt Mareike Sander lachend. Sie sei in den ersten zwei Wochen, die sie nun in Hückeswagen lebe, noch nicht viel in der Schloss-Stadt unterwegs gewesen. „Ich habe aber gesehen, dass es hier viele Geschäft gibt, das hat mich doch fast etwas überrascht – aber auch gefreut“, sagt sie. Von der Stadtführung habe sie ihrer Freundin am Telefon erzählt. „Die hat mich dann gefragt, warum ich denn eine Stadtführung machen würde – aber ich finde das ein ganz tolles Angebot der Stadt“, sagt Mareike Sander.

Bevor das Quartett weiter in Richtung Marktstraße geht, fragt Kai Böttger: „Mich würde noch interessieren, wie viele Einwohner Hückeswagen eigentlich hat.“ Die Antwort – rund 15.500 sind es aktuell – überrascht dann doch, allerdings vor allem wenn man es in den Vergleich zur Millionenstadt Köln stellt. „Wermelskirchen hat um die 35.000 Einwohner“, sagt Mareike Sander dazu. Und ergänzt schmunzelnd: „Aber auch dort spricht man ja vom ‚Dorf‘.“ Es ist durchaus schön zu beobachten, wie die drei Neubürger direkt miteinander ins Gespräch kommen und sich auch nicht von dem regnerischen Wetter aus dem Konzept bringen lassen.

Auch die Schloss-und-Stadt-Geschichten, die Martina Rey erzählt, werden immer wieder launig kommentiert. So etwa, als die Fremdenführerin berichtet, dass das Hückeswagener Wahrzeichen tatsächlich älter als der Kölner Dom ist. „Wie toll, dann habe ich jetzt ja richtig was zum Angeben, wenn ich erzählen kann, dass ich in einer Stadt wohne, in der es ein Schloss gibt, das älter als der Kölner Dom ist“, sagt Mareike Sander unter dem allgemeinen Gelächter zufrieden.