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Hückeswagen: Mundschutz wird von den Kunden akzeptiert

Corona-Auswirkungen in Hückeswagen : Mundschutz wird von den Kunden akzeptiert

Das Tragen eines Mundschutzes ist für die meisten noch gewöhnungsbedürftig, aber kaum jemand ist dagegen. Das zeigen die exemplarischen Besuche im Schmuckgeschäft, im Möbelhaus, in der Apotheke oder an der Tankstelle.

Wenn jemand mit Mundschutz sein Schmuckgeschäft betritt, zuckt Marcel Rehn zusammen. Es könnte sich schließlich um einen maskierten Räuber handeln. Doch auch das Geschäft des Goldschmieds im Island müssen die Kunden seit Montag mit Mundschutz betreten. Sicherheitshalber hat Rehn daher die Tür so gesichert, dass nur er sie von innen öffnen kann. „Ich guck’ mir vorher an, wer da an die Tür klopft“, sagt er. Das sei eine blöde Situation. „Aber schließlich leben wir auch in einer außergewöhnlichen Zeit.“

In den Lebensmittelmärkten sind Sicherheitsmaßnahmen längst Usus – und offenbar haben sich die Kunden nach anfänglichen Schwierigkeiten daran gewöhnt. So verwundert es Edeka-Mitarbeiterin Anna Lemmen nicht, dass die Maskenpflicht am Montagmorgen sehr gut angenommen wird: „Bislang waren nur zwei Kunden hier ohne Maske. Bei den Einkaufswagen hat sich jeder zweite dagegen gesträubt.“

„Vielleicht hätte man aber das Ganze 14 Tage eher machen sollen“, sagt Edeka-Pächter Marcus Byhahn. Damit trifft er den Nerv eine Kundin: „Schade, dass das so spät gekommen ist“, meint die Wiehagenerin, die als Altenpflegerin das Tragen eines Mundschutzes gewöhnt ist. Wie auch Sandra Fiebig, Angestellte bei der Häuslichen Krankenpflege Herzog. Sie räumt gerade im Auftrag einer Kundin im Kobeshofener Aldi-Markt den Einkaufswagen voll. „Ich habe den Mundschutz immer schon getragen“, versichert sie. „Aber nicht so intensiv wie aktuell.“

Wolfgang Just hat sich ebenfalls an ihn gewöhnt: „Wenn man drei Bypässe hat, sollte man die Maske tragen“, sagt er, als er den Aldi-Markt verlässt. Amy dagegen findet den Mundschutz doof. „Damit kann man nicht atmen“, erzählt die Fünfjährige, die ihre Mutter beim Einkaufen begleitet. Wirklich angenehm ist der Stoff vor Mund und Nase nicht, zumal es an diesem Morgen bereits um die 20 Grad warm ist in der Sonne. So sagt Sabine Schlickowey: „Ich musste mich erstmal dran gewöhnen.“

Manche Kunden haben es dagegen noch nicht auf dem Schirm, dass sie ein Geschäft nur noch mit Mundschutz betreten dürfen. Dazu zählt auch eine Tankstelle. An der BFT an der Peterstraße werden diejenigen, die keine tragen, höflich darauf aufmerksam gemacht und an den Nachtschalter gebeten – von außen bezahlen geht schließlich auch.

Ein weiteres Problem: Die Sprache wird durch den Stoff ein wenig „verwaschen“. „Die Leute hören dann schlechter, was man sagt“, hat Iris Hager vom Kiosk „Große Pause“ an der Kölner Straße festgestellt.

 Bei Möbel Happel wird auch bei internen Besprechungen, wie zwischen Frank Steinhäuser und Eva Krämer, nicht auf den Schutz verzichtet.
Bei Möbel Happel wird auch bei internen Besprechungen, wie zwischen Frank Steinhäuser und Eva Krämer, nicht auf den Schutz verzichtet. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Werner Happel trägt sie alleine deshalb schon, „um die Kunden zu beruhigen“. Der Inhaber des Möbelhauses an der Industriestraße hat im Eingangsbereich nicht nur einen Ständer mit Desinfektionsmittel aufgebaut, er hatte auch Schutzmasken kostenfrei zur Verfügung gestellt. Jetzt sind sie weg. Schwierig wird es für die Monteur, wenn sie bei den Kunden Schränke oder eine Küche aufbauen. „Man kann nicht den ganzen Tag damit arbeiten“, betont Happel. Daher bitten die Mitarbeiter schon mal, dass die Kunden den jeweiligen Raum verlassen.

Auch in die Apotheke geht es nur mit Mundschutz. Die Mitarbeiter der Montanus-Apotheke am Wilhelmplatz, die wegen einer Acrylscheibe keine tragen müssen, haben Vorkehrungen getroffen, wenn jemand ohne Schutz das Innere betreten wollen: „Dann fangen wir die Kunden an der Tür ab – natürlich mit Mundschutz – und bedienen sie mit zwei Metern Abstand dort“, berichtet Diana Gruber.

Sandra Kunz hat noch ein anderes Problem, das viele weitere Hückeswagener kennen: eine beschlagene Brille. Dennoch hält sie die Mundschutz-Pflicht für richtig: „Das schützt uns schließlich alle“.