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Hückeswagen: Mehr Sicherheit für Radfahrer

Radfahren in Hückeswagen : Mehr Sicherheit für Radfahrer

ADFC Hückeswagen begrüßt Entscheidung zum Mindestabstand bei Fahrradfahrern.

Der Bundesrat hat entschieden, dass die Straßenverkehrsordnung geändert wird. Das Ziel: Besseren Schutz für Radfahrer, verkehrsrechtlich gesichert. So gilt künftig ein Mindestabstand beim Überholen von Radlern von 1,50 Meter, und es fallen höhere Strafen an, wenn man mit dem Auto auf dem Fahrrad-Schutzstreifen hält. Gerade ersterer Punkt ist für Alfons Herweg vom ADFC Hückeswagen ein echtes Herzensanliegen: „Dass der Mindestabstand endlich in die StVO übernommen wird, ist eine alte Forderung des ADFC und lange überfällig“, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion. In der Schloss-Stadt würde dies ein Überholverbot auf der Bachstraße bei gleichzeitigem Gegenverkehr bedeuten. „Die Radfahrer nutzen aber in der Regel den Gehweg, weil sie sich auf der Straße einfach nicht sicher fühlen“, hat Herweg beobachtet. Es müsse sich auch erst zeigen, dass das Sicherheitsgefühl der Radfahrer durch eine Gesetzesnovelle gestärkt werden könne.

Bürgermeister Dietmar Persian sieht darin vor allem eine Konkretisierung bestehender Vorschriften. „Bislang war davon die Rede, dass ein ‚ausreichender Seitenabstand‘ einzuhalten ist. Ausreichend ist mit mindestens 1,5 Meter innerorts und mindestens zwei Metern außerorts nun konkret definiert.“ Damit hätte die Polizei eine deutlich bessere Grundlage, wann Verstöße mit einem Bußgeld zu ahnden seien. „Ich begrüße die neue Regelung sehr, sehe aber keinen konkreten Handlungsbedarf für die Stadt. Es ist vielmehr jeder Autofahrer gefordert, mehr Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen“, betont der Bürgermeister. Anders sieht das Herweg. „Die Wege und Straßen müssen einladend und sicher sein. Nur so bekommt man die Menschen dazu, kurze Strecken mit dem Rad zu fahren.“ 

Als besten Schutz für Radfahrer sieht er den baulich getrennten Radstreifen. „So gibt es keinen Kontakt mit dem motorisierten Verkehr“, macht Herweg deutlich. Auch der Umbau von Kreuzungen sowie getrennte Grünphasen an Ampeln und das Ausrüsten der Lkw mit Abbiegeassistenzsystemen seien wichtige Maßnahmen. „Die größte Gefahr für Radfahrer sind immer noch abbiegende Laster“, sagt Herweg. In eine ähnliche, aber eher mittelfristige Richtung denkt auch Persian. „Als Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) könnte eine Radwegeverbindung aus der Innenstadt ins Brunsbachtal umgesetzt werden. Denn die Bachstraße ist als viel befahrene Bundesstraße mit beengtem Raum ein Knackpunkt. Ein separater Radweg ist nicht möglich.“

Aber auch innerorts gebe es nicht genug Radwege, sagt Herweg. Und um die Bürger vermehrt auf das Fahrrad zu locken, sei eine gute Infrastruktur nötig, ergänzt Persian. „Dafür tun wir in der nächsten Zeit eine Menge. So wird etwa mit Bundesförderung eine neue Anbindung des Gewerbegebiets West 2 an die Bahntrasse gebaut.“ Der Kreis werde zudem von Kleineichen bis zur Bever-Talsperre einen neuen Radweg bauen (die BM berichtete), und der Radweg entlang der B 483 soll bis Rädereichen saniert werden.