1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Mehr illegal entsorgter Müll wegen der Corona-Krise

Bürgermonitor in Hückeswagen : Mehr illegal entsorgter Müll wegen der Corona-Krise

An der Kleingartenalage Busenbach hat jemand seinen Sperrmüll abgeladen. Kaum war der Müll beseitigt, standen dort schon wieder zwei Gartenstühle.

Janus Plewniak ist genervt. Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Busenbach sah jüngst, wie ein Müllberg auf dem Parkplatz vor der Gartenanlage immer weiter anwuchs. Eine Spülmaschine, Gartenstühle und Plastiktüten waren dort illegal abgeladen worden. „Ich habe das Abfallentsorgungsunternehmen kontaktiert“, sagt Plewniak. Lange geschah nichts. Dann nahm sich das Ordnungsamt der Sache an, informierte den Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV), der den Sperrmüll entsorgen ließ. „Normalerweise gibt es solche illegalen Mülldeponien nicht so häufig in Hückeswagen“, sagt Roland Kissau vom Ordnungsamt, „vielleicht ein bis zwei Mal im Monat“.

Doch seit Beginn der Corona-Krise sei dies öfter als üblich vorgekommen, ergänzt er. Der Grund: Die Wertstoffhöfe sind geschlossen, also laden einige Unverbesserliche ihren Müll in der Natur oder auf anderen Plätzen ab. „Es ist aber kein flächendeckendes Problem in der Stadt“, versichert Kissau. Das Prozedere bei solchen Fällen ist Folgendes: Wenn das Ordnungsamt über illegalen Müll in Kenntnis gesetzt wird, informiert es den BAV, der den Müll dann vom Entsorgungsunternehmen abholen lässt. Zudem versucht das Ordnungsamt herauszufinden, wer für die illegale Müllhalde verantwortlich ist. Erfolgreich sei das aber leider selten, gesteht Kissau.

  • Lidia Block und Enkelin Daria (9)
    Gartenzeit in Busenbach : Mit Gartenarbeit gegen die Alltagssorgen
  • Immer wieder entsorgen Menschen ihren Müll
    Hilden : Stadt beseitigt illegal entsorgten Müll
  • Nicole Dohrenbusch (l.) und Marita Graes
    Kontaktsperre-Kontrollen in Korschenbroich : Unterwegs mit dem Ordnungsamt

Falls doch, muss der Übeltäter die Abfuhrkosten zahlen, außerdem kann das Kreisumweltamt als Untere Umweltbehörde noch eine Geldstrafe von bis zu 500 Euro verhängen. Wenn kein Verursacher gefunden wird, muss die Allgemeinheit für die Abholkosten aufkommen. Einen Verursacher konnte Janus Plewniak nicht ausmachen. Dass an der Kleingartenanlage Busenbach so viel Müll gelagert wird, komme nicht oft vor, sagt er. Metall werde mitunter abgelegt, den aber immer jemand mitnehme – im Zweifelsfall der Metallsammler. Stühle und Plastiktüten seien zwar vor einigen Jahren mal in Busenbach entsorgt worden, aber seitdem sei nichts mehr passiert. Aber am Tag, nachdem der Müll abgeholt wurde, war der Parkplatz schon wieder zugemüllt: zwei alte, ausgemusterte Gartenstühle standen auf dem Parkplatz. Nur gut, dass der Wettstoffhof am Dienstag wieder öffnet...

(sed)