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Hückeswagen: Markthändler reagieren auf gesteigerten Mehl-Konsum

Hückeswagen in der Coronakrise : Die Keks-Frau reagiert auf die hohe Mehl-Nachfrage

Birgit Eppels vom „Keksladen“ erweiterte ihr Sortiment und verkaufte zu den leckeren Backwaren auch noch Mehl.

Vor den Geschäften in Hückeswagen, die Dinge des täglichen Bedarfs verkaufen, bilden sich am Donnerstagmorgen teils lange Warteschlangen. Denn nur noch eine begrenzte Anzahl an Kunden darf hineingelassen werden. Auf dem Wochenmarkt sieht’s nicht anders aus. Geduldig warten die Marktbesucher – mit gebührendem Abstand untereinander – vor den Ständen auf der Bahnhofstraße. Und das, obwohl dort Mehl zum Kauf angeboten wird, dass in Zeiten der Corona-Situation zu Hamsterkäufen verleitet und in den Supermarktregalen nur noch selten zu finden ist.

Warum derzeit soviel Mehl gekauft wird, ist Jörg Thiemann vom Backwaren-Stand „Edwin Heidrich“ ein Rätsel. „Mir ist das tatsächlich unerklärlich, eventuell wollen die Leute damit selber Brot backen“, vermutet der Marktbeschicker. Obwohl er Backwaren verkauft, liegen auf der Theke nur kleine Tüten mit Paniermehl. „Dafür scheint aber zurzeit kein Bunkerbedarf zu bestehen“, sagt Thiemann und lacht. Portiniertes Mehl verkauft er nicht. Der Großbetrieb aus Essen hat mehrere Filialen und beschickt täglich 25 Märkte.

„Unser Mehl kommt aus Silos, und wir müssten eine Verpackungsmaschine haben, um das Mehl zu portionieren. Das können wir gar nicht leisten, zumal die Warenversorgung gegeben ist“, berichtet Thiemann. Birgit Eppels vom „Keksladen“ hingegen hat die Mühe des Abpackens auf sich genommen. 50 Pakete Mehl von jeweils einem Kilogramm hat sie für den Hückeswagener Wochenmarkt abgepackt und verkauft nun sie zum Einkaufspreis.

Die Konditormeisterin ist am Donnerstag die einzige Anbieterin auf dem Wochenmarkt mit diesem Angebot. „In den ersten 90 Minuten waren sechs Kilo verkauft“, berichtet sie. Einem Herrn, der fünf Kilogramm zum Backen von Pfannekuchen kaufen wollte, habe sie jedoch nur zwei Pakete überlassen. Einen Waren-Engpass gebe es jedoch nicht. „Bei jedem Bäcker gibt es Mehl. Die Supermärkte kommen nur nicht mehr mit dem Nachräumen hinterher, aber die machen einen super Job“, lobt Birgit Eppels.

Kundin Roswitha Kieper nimmt zwei Pakete Mehl mit. Auch Toilettenpapier und Küchentücher, ebenfalls begehrte Waren, befinden sich in ihrer Einkaufstasche. „Was ich kaufe, das brauche ich auch“, betont die Hückeswagenerin. Allerdings benötige sie den Vormittag für den Einkauf in mehreren Geschäften, bis sie alles zusammen habe.

 Oliver Krause vom Suppenstand war einer der Ideengeber für den Mehl-Verkauf „in haushaltsüblichen Mengen“ auf dem Wochenmarkt. „Wir zeigen damit, dass wir die Situation ernst nehmen und für unsere Kunden da sind“, sagt er.