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Hückeswagen: Marco und Nikolai Schäfer züchten Ostfriesische Milchschafe

Osterlämmer in Hückeswagen : Schafzucht aus Liebe und mit Leidenschaft

Die Brüder Marco und Nikolai Schäfer helfen mit ihrer Zucht, die Rasse des Ostfriesischen Milchschafts zu erhalten. In diesem Jahr wurden besonders viele Drillinge geboren.

Eines der bekanntesten Symbole zum Osterfest ist das Osterlamm. Schon seit Jahrtausenden gilt das Schaf als Symbol des Lebens, weil es nicht nur Speise und Trank, sondern auch Kleidung (Wolle) gibt. Zudem wurde es in den alten Kulturen als Opfertier verwandt, weil ihm gute Beziehungen zu den Göttern nachgesagt wurde. Bei Marco und Nikolai Schäfer in Oberburghof wird allerdings kein Lamm geopfert, geschweige denn geschlachtet. Die Brüder sind vielmehr Schafzüchter aus Leidenschaft. „Unser Vater hat mit der Schafzucht angefangen, wir sind praktisch damit groß geworden“, sagt Marco Schäfer. Seit sieben Jahren züchten die Brüder hauptsächlich Ostfriesische Milchschafe, eine vom Aussterben bedrohte Rasse, die auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland steht. 17 Muttertiere und 28 Lämmer leben derzeit in Oberburghof.

Im März gab es bei den Tieren ungewohnt viele Drillingsgeburten, nämlich gleich sechs. Das sei jedoch nicht wirklich außergewöhnlich, wie Schäfer betont. „Zwillinge werden fast immer geboren, selten kommt nur ein Schaf zur Welt“, erläutert der 32-Jährige. Die meisten Schafe bringen ihre Lämmer ganz ohne menschliche Hilfe zur Welt. Bei Jährlingen, die zum ersten Mal Junge bekommen, ist die Sache aber heikler. „Wir schlagen uns dann die Nächte um die Ohren und stehen stündlich auf“, berichtet der Schafzüchter. Durch ihre Erfahrung wissen die Brüder, wann Hilfe erforderlich ist. So musste vor kurzem der Tierarzt gerufen werden, weil die Lämmer bei einer Drillingsgeburt falsch herum lagen.

Bei Drillingen wird eins der Lämmer von der Mutter getrennt und per Hand aufgezogen. „Sie kloppen sich sonst um die zwei Zitzen oder beißen sich daran fest. Das kann zu Verletzungen führen“, sagt Schäfer. Die getrennten Schafkinder erhalten ihre Milch dann aus einem Warmhalteeimer. „Das klappt ganz wunderbar.“

500 Gramm nimmt ein Lamm pro Tag zu – Muttertiere erreichen ein Gewicht von etwa 100 Kilogramm. Geschlachtet werden die Tiere auf dem Hof in Oberburghof dennoch nicht. „Wir halten die Tiere lediglich zur Zucht und verkaufen Sie auf Auktionen“, betont der Schafzüchter. Daher haben auch alle Tiere einen Namen, wie beispielsweise Gala, Sarah oder Nutella. Im Herdbuch wird alles dokumentiert wie Gewicht und die Milchmenge für die Milchleistungsprüfung. Vom Zuchtverband erhalten die Schafe von Marco und Nikolai Schäfer Bestnoten. Bewertet werden dabei die Wolle, die äußere Erscheinung und die Bemuskelung.

Die Hauptaufgabe trägt Schafbock Sibo, der seit einem Jahr auf dem Hof lebt. „Er macht das ganz freiwillig und hat viel Spaß dabei“, berichtet der gelernte Dachdecker lachend. Das älteste Schaf der Herde ist Nutella, ein Ostfriesisches Milchschaft mit schwarz-braunem Fell. „Nutella ist sieben Jahre alt und bekommt bei uns sein Gnadenbrot bis zum bitteren Ende“, versichert der Schafzüchter.

Den Winter verbrachten die Tiere im Stall, nun dürfen sie hinaus auf die zehn Hektar große Grünfläche. Etwa im Mai, wenn kein Nachtfrost mehr droht, werden die Schafe geschoren. Das passiert nur einmal im Jahr. Die Brüder betreiben die Schafzucht als reines Hobby. Auch die Kinder der Schafzüchter, die Zwillinge Emilia und Joshua (6) sowie Leon (6) und Paul (1), sind schon bestens involviert und haben einen guten Draht zu den handzahmen Tieren. „Bei den Kindern kommen die Schafe angelaufen, bei uns rennen sie weg“, verrät Marco Schäfer und lacht.