Hückeswagen: Mähboot macht der Wasserpest im Stadtpark-Teich den Garaus

Stadtpark-Teich: Mähboot macht Wasserpest den Garaus

Der Stadtpark-Teich wurde am Mittwoch von der Elodea befreit. Dafür hatte die Stadtverwaltung das Mähboot eines Essener Garten- und Landschaftsbaubetriebs gemietet. Das war kurzfristig vom Beyenburger Stausee abgezogen worden.

Auch wenn es sich anhört, wie ein landender Hubschrauber, so bewegt sich doch gerade ein Amphibienfahrzeug durchs Wasser. Die Geräusche, die an Rotorblätter erinnern, stammen von den beiden Kunststoffketten – ähnlich der einer Baustellenraupe –, mit deren Hilfe Alexander Ehlen von der Firma Vignold das Mähboot über die zirka 4500 Quadratmeter große Wasseroberfläche des Teichs steuert. Vorne ist ein großes Schneideblatt angebracht, dass die Kanadische Wasserpest unter Wasser senk- und waagerecht zerteilt. Das sieht schon sehr martialisch aus, als Ehlen  eine Pause macht und das Amphibienfahrzeug aus dem Teich vor die Entenhäuschen des Sportanglervereins fährt.

Aufgrund der hohen Temperaturen, des fehlenden Niederschlags und der vielen Mineralien, die von den Wiesen oberhalb des Bürgerbads durch den Brunsbach in den Stadtpark-Teich gelangen, hat sich die Wasserpflanze aus der Gattung der Wasserpest (Elodea) wieder gut entwickeln können. So gut, dass vor allem im Bereich der Enteninsel  die Fische kaum noch ein Durchkommen finden.  Ehlers Kollege Marvin Schiffer hat auf einem Handyvideo festgehalten, wie ein Fisch an der Wasseroberfläche verzweifelt versucht, von der Pflanze herunterzukommen. Was ihm letztlich gelingt. „Teilweise können sie nicht mehr dadurch schwimmen“, sagt Schiffer.

Die Entenmama und ihre Küken nahmen das Treiben auf dem Stadtpark-Teich gelassen. Foto: Stephan Büllesbach

Nachdem unsere Redaktion in der vorigen Woche auf die Kanadische Wasserpest im Stadtpark-Teich aufmerksam gemacht hatte, hatte sich Bauamtsleiter Andreas Schröder um ein Mähboot bemüht. Das des Wupperverbands ist zwar nicht mehr einsetzbar, offenbar vermittelte der aber den Kontakt zur Firma Vignold in Essen. Denn am Montag sah sich deren Chef die Situation im Teich an und entschied, das Mähboot für einen Tag vom Beyenburger Stausee abzuziehen. Dort war es im Auftrag des Wupperverbands seit Wochenbeginn im Einsatz, um die Regattastrecke für die Kanus und Drachenboote von der Elodea freizuschneiden. „Am Donnerstag arbeiten wir dort weiter“, berichtet Schiffer.

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Auf einer Breite von vier Metern und in einer ebenso großen Tiefe kann das Schneideblatt des Mähboots die Wasserpflanzen abschneiden.  Die treiben dann hoch und werden später von dem Amphibienfahrzeug eingesammelt und ans Ufer geschoben. Dafür wird die  große Gabel, die beim Mähvorgang noch am Heck des Gefährts angebracht ist, vorne angeschraubt. Das Amphibienfahrzeug „made in  Sweden“ ist ohnehin ein  Universalgerät: Es wird auch zum Ausbaggern (etwa in Häfen), Absaugen, Entschlammen (von Teichen auf Golfplätzen) oder dem Schneiden von Gehölz eingesetzt.

Martialisch sieht das Amphibienfahrzeug aus, wenn es sich aus dem Wasser erhebt. Foto: Stephan Büllesbach

Die abgeschnittene Wasserpest wird vor den Entenhäuschen von einem Mitarbeiter des Bauhofs mit Hilfe eines Baggers auf einen Lkw verladen. Der transportiert die Pflanzen laut Bauhofleiter Magnus Bernhardt dann auf eine Deponie.

Eines ist Marvin Schiffer unangenehm aufgefallen: „Im Teich liegt doch sehr viel Müll. Und das, obwohl ringsum viele Abfalleimer aufgestellt sind.“

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