Hückeswagen: Lustige Anekdoten über die Skurrilitäten des Alltags

Comedy-Abend im Kultur-Haus Zach : Lustige Anekdoten über die Skurrilitäten des Alltags

Der Titel „Alles kann, nichts muss“ ließ viel Spielraum für Themen. Angefangen von unterhaltsamen Kindheitserinnerungen bis zu ausgedehnten Studien über Kondome hangelte sich Schmidt gekonnt durch den Abend.

Es ist nicht immer ein Vorteil, viel jünger auszusehen, als man eigentlich ist. Comedian Thomas Schmidt aus Köln hat damit schon reichlich Erfahrungen gesammelt. Mit seinen Geschichten über Flaum statt Bartwuchs und der obligatorischen Frage nach dem Ausweis an der Supermarktkasse, bestritt der 33-Jährige am Samstagabend ein abendfüllendes Programm im Kultur-Haus Zach.

Der Titel „Alles kann, nichts muss“ ließ dabei viel Spielraum für Themen. Angefangen von unterhaltsamen Kindheitserinnerungen bis zu ausgedehnten Studien über Kondome hangelte sich Schmidt gekonnt durch den Abend. Mit seinen lässigen Outfit samt Basketballkappe unterstrich er zusätzlich seinen körperlich verzögerten Reifeprozess. „Ich bin der einzige 33-Jährige in Deutschland, der an der Fleischtheke noch eine Scheibe Wurst geschenkt bekommt“, witzelte der Kölner. Vorteile hat auch der fehlende Bartwuchs: „Wenn ich mir einen Rasierer kaufe ist das so, als wenn ich mir einen Aufsitzrasenmäher für den Balkon zulege“, sagte der aus „NightWash“ bekannte Comedian. Sich selbst bezeichnete Schmidt als faul, unsportlich und bequem, mit Vorliebe für fettiges Fast-Food-Essen, wie Pizza mit Sauce Hollandaise und Remoulade. „Die Fritteuse ist der Thermomix für Asis.“

Anhand der Lachquote kamen die selbstironischen Witze beim Publikum bestens an. Lediglich mit seinen ausgedehnten Anekdoten zum Thema Sex schlitterte Thomas Schmidt oftmals haarscharf am Rand des guten Geschmacks entlang. „Wenn man zu lange darauf herumreitet, wird es einseitig“, sagte Zuschauer Gerald Neumann, der sich aber dennoch gut unterhalten fühlte. Professionell waren die spontanen Interaktionen mit dem Publikum, wobei sich Schmidt auch die Zeit nahm, den Hückeswagener Kleinstadtbürgern das Prinzip einer Packstation zu erklären.

Schon vor vier Jahren trat Thomas Schmidt mit mehreren jungen Kollegen bei der Comedy-Mixed-Show in der Schloss-Stadt auf – am Samstag jedoch erstmalig mit seinem Solo-Programm. Ganz allein war er dennoch nicht. Sein Bühnen-Kollege Jamie Wierzbicki (30) übernahm das Warm-Up des Publikums mit witzigen Verschwörungstheorien zum Kinderspiel „Stille Post“ und weiteren durchaus unterhaltsamen Alltagssituationen.

(heka)
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