Schulneubau in Hückeswagen Löwen-Grundschule kostet Stadt hohe Summen im laufenden Betrieb

Hückeswagen · Gut 210.000 Euro werdend ie Wartungskosten für den Schulneubau betragen – und zwar jährlich. Dafür verantwortlich ist eine Besonderheit.

 Die neue Löwen-Grundschule hat so viel Technik wie alle anderen Hückeswagener Schulen zusammen. Dazu zählt die Belüftungsanlage auf dem Dach.

Die neue Löwen-Grundschule hat so viel Technik wie alle anderen Hückeswagener Schulen zusammen. Dazu zählt die Belüftungsanlage auf dem Dach.

Foto: Stephan Büllesbach

Vor dem letztlich per Bürgerentscheid durchgesetzten Neubau der Löwen-Grundschule war die Stadt von gut 14 Millionen Euro an Kosten für Bau und Einrichtung der neuen Schule ausgegangen. Zuletzt stand dann eine Summe von mehr als 20 Millionen Euro für das große Bauprojekt im Raum. Im Planungsausschuss hakte jetzt Felix Wedekind von der FaB nach: „Die Kostenschätzung hat sich während der Bauzeit immer wieder nach oben hin verändert. Was hat uns die neue Löwen-Grundschule denn nun wirklich unterm Strich gekostet?“

Die Antwort bekam Wedekind einen Tag später im Haupt- und Finanzausschuss vom Leiter des Gebäudemanagements der Stadt, Dieter Klewinghaus: „Uns liegen noch nicht alle Schlussrechnungen vor, so dass wir die exakte Summe noch nicht benennen können. Aber definitiv kommen wir mit dem letzten Kostenansatz von 20,1 Millionen Euro aus.“

Anlass für Wedekinds Frage war, dass die Stadt auch für die laufende Unterhaltung der neuen Schule im Brunsbachtal hohe Kosten im Haushalt veranschlagt, konkret 210.000 Euro jährlich für Wartungsarbeiten. Hintergrund: Für das Schulgebäude gibt es Gewährleistungsfristen von grundsätzlich fünf Jahren beziehungsweise von zwei Jahren für bewegliche Teile und zehn Jahren für das Dach. Voraussetzung für die Gewährleistung ist der Nachweis der vorschriftsmäßigen Wartung. Der Generalunternehmer, der die Schule gebaut hat, hat bei der Stadt nun zum Jahresende ein Angebot für umfassende jährliche Wartungs- und Pflegearbeiten für das gesamte Gebäude und die Außenanlagen abgegeben. Aufgrund dieses Angebots rechnet die Stadt mit den Wartungskosten von mehr als 200.000 Euro jährlich.

Das ist deutlich mehr als für jede andere Schule in Hückeswagen für die regelmäßige Wartung ausgegeben wird. In den Erläuterungen zum Haushaltsplan-Entwurf begründet die Verwaltung das so: „Zum Verständnis der Summe muss berücksichtigt werden, dass das Gebäude annähernd so viel Technik beinhaltet wie alle anderen Gebäude der Stadt zusammen.“ Aufgelistet werden unter anderem zwei Aufzüge, eine Brandmeldeanlage, Lüftungsanlagen, Küchentechnik, Türen mit elektronischen Elementen und eine Anlage zum Rauch- und Wärmeabzug.

Noch nicht entschieden ist, ob der Auftrag zur Wartung wirklich an den Generalunternehmer geht oder nach Ausschreibung an eine andere Fachfirma. Prinzipiell denkbar ist auch, sie von und mit städtischem Personal zu organisieren, um möglicherweise zu Einsparungen zu kommen. Das ist allerdings unwahrscheinlich angesichts der aufwendigen technischen Anlagen und des Wartungsumfangs, denn die Stadt hat das Personal dafür schlicht nicht. Das stadteigene Gebäudemanagement ist schon für die bislang zu bewältigenden Aufgaben zu dünn besetzt.