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Hückeswagen: Löschgruppe Herweg imPorträt

150 Jahre Feuerwehr : Retten und feiern auf dem Herweg

Die Löschgruppe Herweg feiert im nächsten Jahr ihr ganz eigenes Jubiläum. Dann gibt es sie nämlich seit 110 Jahren.

Wenn man an die Löschgruppe Herweg denkt, eine der insgesamt vier Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen, dann kommt vielen wohl sofort das traditionelle Feuerwehrfest am ersten Augustwochenende in den Sinn – bei Wind und Wetter geschützt unter dem aufgespannten Fallschirm. „Ja, das hat in der Tat einen sehr guten Ruf auch über die Stadtgrenzen hinaus und ist jedes Jahr ein Highlight“, bestätigt Oberbrandmeister Lutz Wüster. Der Elektroingenieur leitet den Löschzug seit 2000, sein Stellvertreter ist der Industriemechaniker Detlef Hager. Erstmals veranstaltet wurde das Sommerfest zur Feier des 60-jährigen Bestehens im Jahr 1969. „Seit 45 Jahren findet das Sommerfest jährlich statt“, ergänzt Brandmeister Hager. Eine schöne Tradition also.

Dabei seien seinerzeit die ersten Besprechungen zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Herweg fruchtlos geblieben, so dass eine Warnung ausgesprochen werden musste, wie es in der Feuerwehr-Chronik heißt: „Wenn keine Wehr auf freiwilliger Basis zustandekommt, dann eine Zwangsfeuerwehr.“ Interessanterweise hatten sich zur der Gründung am 10. Juli 1909 ebenfalls 21 Männer gefunden, die diese Warnung durchaus ernstgenommen hatten. „Und auch heute sind wir aktuell 21 Kameraden – ebenfalls nur Männer“, sagt Wüster. In der Alters- und Ehrenabteilung seien zudem neun weitere Kameraden aktiv.

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In den Anfängen habe man zwar eine Handdruckspritze gehabt, aber keine Uniformen. „Die noch gut erhaltenen Uniformröcke bekamen die Herweger von den Kameraden aus Wiehagen verkauft“, erzählt Wüster. Das sei natürlich heute kein Problem mehr, wie die beiden Gruppenleiter bestätigen.

Zweimal im Monat treffen sich die Herweger Kameraden im Gerätehaus in Neuenherweg. „Die Übungen sind unterteilt in Theorie und Praxis, im Winter finden natürlich eher die theoretischen Einheiten statt“, erläutert Wüster, der seit 1990 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen ist. In den praktischen Teilen würden die Löschhandgriffe, der Ablauf der technischen Hilfeleistung und die Handhabung der Geräte und Fahrzeuge geübt. „Denn im Ernstfall muss natürlich jeder Handgriff sitzen, und jeder muss wissen, wo was zu finden und wie was zu bedienen ist“, betont er.

Der Aufgabenbereich der Herweger Kameraden ist in erster Linie der gleiche wie bei den anderen Löschzügen: „Retten, löschen, bergen, schützen“, bringt es Hager auf den Punkt. Das Einsatzgebiet fange hinter Fuhr an, führe dann stadtauswärts in Richtung Radevormwald und reiche bis zur Wasserturmstraße in der Nachbarstadt. „Die meisten Einsätze werden hingegen nicht von uns alleine gefahren, so dass es keine wirklich scharfe Abgrenzung gibt“, sagt Hager, der seit fast 30 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr ist. „Ich bin mit 14 Jahren in die Jugend eingetreten“, sagt der 44-Jährige.

Das Hauptaufgabengebiet des Löschzugs, dessen Stützpunkt direkt an der Bundesstraße 483 gelegen ist, seien jedoch leider Verkehrsunfälle. „Auf der Bundesstraße passieren einfach viele Unfälle, und wir sind dann die erste Einheit, die alarmiert wird“, bestätigt Wüster. Dazu kämen heutzutage eine Vielzahl an technischen Einsätzen – im Gegensatz zu früher, als die Kameraden hauptsächlich zu Brandeinsätzen gerufen wurden. „Der letzte Heckenbrand war wohl der von Silvester 2017 in Pleuse“, erinnert sich Wüster. „Heute müssen wir dagegen öfter ausrücken, um Keller leerzupumpen oder um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen“, ergänzt Hager.

Wichtig sei aber vor allem der Zusammenhalt unter den Kameraden, und dass man sich im Ernstfall aufeinander verlassen könne. Dazu diene neben den regelmäßigen Einsatzübungen natürlich auch das gemeinsame Feiern, das auch in Herweg schon immer wichtig gewesen sei. So gebe es nicht nur das jährliche Feuerwehrfest im August, sondern die Kameraden würden immer wieder auch Tages- oder Mehrtagestouren unternehmen.