Sommerausstellung des Hückeswagener Künstlers Der „Himmelsstürmer“ von Voßhagen

Voßhagen · Erstmals lädt der Künstler Bernhard Guski zu einer einwöchigen Sommerausstellung in sein Haus und Atelier nahe der Wupper-Talsperre ein. Seine Werke seien bisher von der Corona-Situation unbeeinflusst geblieben, sagt der 76-Jährige.

 Der Voßhagener Künstler Bernhard Guski hat seine Sommerausstellung wegen der Corona-Krise auf eine Woche ausgedehnt. Die Besucher, die einen Termin ausmachen müssen, entdecken dann auch die Skulptur „Himmelsstürmer" im Garten.

Der Voßhagener Künstler Bernhard Guski hat seine Sommerausstellung wegen der Corona-Krise auf eine Woche ausgedehnt. Die Besucher, die einen Termin ausmachen müssen, entdecken dann auch die Skulptur „Himmelsstürmer" im Garten.

Foto: Jürgen Moll

Wer das Haus und den Garten der Familie Guski in Voßhagen betritt, taucht in eine friedvolle Welt ein. Farbenfrohe Aquarelle und weich-fließende Plastiken aus lackiertem Holz mit Bronzeguss präsentieren sich den Besuchern der Sommer-Kunstausstellung. Von düsteren Bildern keine Spur. Die Corona-Pandemie hat das künstlerische Schaffen Guskis bisher nicht tangiert, zumal das Atelier mitten in der Natur und fernab der großen Menschenmengen liegt. „Wir bekommen hier von Corona kaum etwas mit“, erklärt Bernhard Guski, warum die aktuelle Situation bisher keinen Einfluss auf seine Kunst hatte.

Dass sich die Sommerausstellung in diesem Jahr über eine ganze Woche erstreckt, anstatt nur auf einen Sonntag, ist dennoch den Umständen der Pandemie geschuldet. „Wir haben zusammen mit der Familie überlegt, wie wir es handhaben sollen und ob die Sommerausstellung überhaupt stattfinden kann“, berichtet Ehefrau Maria Guski. Eine Lösung sei die Entzerrung des Besucheransturms: Kunstliebhaber, interessierte Besucher und Freude können durch vorherige Terminabsprache die Ausstellung besuchen und dadurch den nötigen Abstand wahren.

Noch bis kommenden Sonntag, 2. August, besteht die Möglichkeit, sich die neuen Kunstwerke – darunter viele stimmungsvolle Landschaftsbilder und Skulpturen – anzusehen. Einige Werke sind erst in letzter Minute fertiggestellt worden und somit frisch aus der Werkstatt in den Ausstellungsraum umgezogen. An einer weiß lackierten Lindenholz-Plastik mit dem Titel „Nachdenklich betrachtend“ hatte der 76-Jährige noch bis zum Morgen des ersten Ausstellungstags gearbeitet.

Ein ganz besonderer Blickfang ist die 1,90 Meter große Stele „Himmelsstürmer“, die im Garten, eingerahmt von einer blühenden Sommerwiese, in die Höhe ragt. Die leuchtenden Farben strahlen Fröhlichkeit aus, die zusammenlaufende obere Spitze unterstreicht den Titel des Werks. Sie erinnert mit ihren Farben an die pulverbeschichtete Friedensstele, die seit Herbst 2017 auf dem Etapler Platz steht, hebt sich figürlich jedoch völlig davon ab. Die Idee zu diesem Werk entstand auf einer Reise mit dem Wohnmobil. „Ich habe immer Schnellkleber, Teppichmesser, Farben und jede Menge Pappe dabei, wenn wir unterwegs sind“, berichtet der Künstler von seiner Schaffensweise. So entstehen auch außerhalb der heimischen Idylle Pappmodelle für Skulpturen und grobe Skizzen für Bilder.

Die Schaffenskraft des studierten, freischaffenden Künstlers lässt auch mit fortschreitendem Alter nicht nach. „Kaum ein Bild der Ausstellung ist älter als ein oder zwei Jahre“, betont der 76-Jährige. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Besucher bei den regelmäßigen Ausstellungen im Sommer und zur Adventszeit immer wieder Neues entdecken.

Die Aquarelle werden vom Künstler auf Wunsch auch mit Rahmen und Versiegelung als Schutz vor Feuchtigkeit und Staub angeboten. Das sei wichtig, damit die Bilder auch nach vielen Jahren keinen Schaden nehmen. Bestes Beispiel dafür sind die vakuum-versiegelten Bilder der Kreuzweg-Serie, die seit Jahren im Garten des Anwesens stehen und noch genauso frisch wirken, wie am Tag ihrer Fertigstellung.

Die Entzerrung der Sommerausstellung, zu der üblicherweise zwischen 300 und 400 Besucher kommen, hat auch Vorteile. Die Kunstinteressierten machen sich durch die Voranmeldung gezielt auf den Weg zum Atelier in Voßhagen, wie ein Ehepaar aus Lennep. „Wir kommen zu allen möglichen Anlässen hierher und suchen heute ein Geschenk zum runden Geburtstag unserer Tochter“, berichtet das Paar, das sich auch im eigenen Heim an den Guski-Werken erfreuen kann. „Unser Bild mit dem Titel ,Gemeinsam unterwegs‘ inspiriert uns jeden Tag“, fügen die Lenneper hinzu.

Die Familie Guski hat aufgrund der guten Vorbereitung viel Zeit und Muße, mit den Besuchern der Ausstellungswoche ins Gespräch zu kommen. Sie möchte zudem Erfahrungen aus dieser Premiere sammeln. „Ich könnte mir vorstellen, auch in Zukunft die Ausstellung in dieser Form fortzuführen“, räumt Bernhard Guski ein.

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