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Hückeswagen: Kreis hebt Sperrung des Beverdamms wieder auf

Hückeswagen : Kreis hebt Sperrung des Beverdamms auf

Um 14.50 Uhr am Freitagnachmittag kam die Meldung von der überraschenden Rolle rückwärts. Das Problem ist die Sperrung der Bundesstraße 483 und dass deshalb offenbar viele Autofahrer nicht die offizielle Umleitungsstrecke nutzen, sondern den Schleichweg entlang der Bever.

Die auf drei Monate angelegte Testphase dauerte letztlich nur eine Woche: Die am 3. Juli gestartete Sperrung des Beverdamms wurde am Freitagnachmittag vom Kreis wieder aufgehoben. Das teilte dessen Pressereferentin Iris Trespe mit. Die Gründe dafür liegen laut Bürgermeister Dietmar Persian in der Vollsperrung der Bundesstraße 483 zwischen Ortsausgang und Linde aufgrund der Fahrbahnsanierung, mit der am Mittwoch begonnen wurde, sowie der unzureichenden Ausschilderung der Umleitungsstrecke.

„Aufgrund des zu erwartenden erhöhten Verkehrsaufkommens an der Bever-Talsperre und zur Erprobung eines neuen Verkehrskonzepts im Rahmen der touristischen Nutzung hatte der Oberbergische Kreis, in Abstimmung mit der Stadt Hückeswagen und dem Wupperverband, den Beverdamm für einen Testzeitraum von drei Monaten für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt“, heißt es in der Pressemitteilung des Kreises. Im Hinblick auf die Vollsperrung der B 483 sei die Sperrung des Beverdamms durch eine intensive Verkehrsbeobachtung der Polizei begleitet worden. „Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die ausgewiesenen Umleitungsmaßnahmen nicht in dem erhofften Umfang durch die Verkehrsteilnehmer angenommen wurden“, teilte Iris Trespe im Namen des Landrats mit.

Die offizielle Umleitung führt über die August-Lütgenau-Straße, Forsten und Engelsburg auf Remscheider Gebiet bis nach Radevormwald. Vor allem die ortskundigen Auto- und Motorradfahrer fahren jedoch die Strecke Bever-Talsperre, Oberlangenberg, Müllensiepen und Hönde bis Rädereichen. Iris Trespe: „Es kommt in diesem Bereich zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, und diese sind auch weiterhin zu erwarten.“ Daher ordnete Landrat Jochen Hagt, in Abstimmung mit der Polizei und Bürgermeister Dietmar Persian, am Freitagnachmittag die Aussetzung der Beverdamm-Sperrung an, „um den Verkehrsfluss in Hückeswagen wieder zu gewährleisten“.

Erste Gespräche zur Testsperrung waren im April von Hagt ausgegangen. „Ich fand diese Idee gut, habe aber zu diesem Zeitpunkt nicht an die Sanierung der B 483 gedacht, für die es damals auch noch keinen Termin gab“, gestand Persian im Gespräch mit unserer Redaktion. Später habe er den Landrat jedoch auf die Sperrung der Bundesstraße hingewiesen.

Dass das Ganze nun offensichtlich nicht funktioniert, liegt nach Auffassung des Bürgermeisters in erster Linie am Landesbetrieb Straßen.NRW, der für die Sanierung und Sperrung der B 483 verantwortlich ist. Die Umleitung sei schlecht ausgeschildert und kommuniziert worden, kritisierte er. Daher seien viele Autofahrer verunsichert. „Natürlich kann man uns nun den Vorwurf machen, dass wir doch vorher von der Sperrung der Bundesstraße gewusst haben mussten. Aber dass sich das alles so entwickelt, war nicht absehbar“, sagte Persian.

Die testweise Sperrung des Beverdamms soll nun zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Wann das der Fall sein wird, ist derzeit noch offen.

An der Abstimmung über die Aufhebung der Testsperrung am Freitagmorgen war offenbar auch CDU-Fraktionschef Christian Schütte beteiligt. Er erklärte am Nachmittag: „Wir danken dem Landrat, dass er sich unseren Argumenten zum Abbruch und Verschiebung der Testphase angeschlossen hat und danken für die schnelle Umsetzung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger.“ Grundsätzlich unterstütze die CDU Hückeswagen wirksame Maßnahmen zur Lärmbegrenzung und Attraktivitätssteigerung des Naherholungsgebiets Bever-Talsperre. „Sperrungen von Straßenabschnitten sollten aber erst das letzte mögliche Mittel zum Zweck sein“, betonte Schütte in einer Pressemitteilung.