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Hückeswagen: Kreis-Grüne setzen auf Erneuerung

Bündnis 90/Die Grünen : Kreis-Grüne setzen auf Erneuerung

Auf der grünen Reserveliste steht auf Platz zehn Egbert Sabelek aus Hückeswagen.

Zur Kommunalwahl im September setzen die oberbergischen Grünen auf Neubesetzung. Vor allem wünschen sie sich ein neues Gesicht für den Kreistags-Vorsitz und damit eine personelle Alternative zu Landrat Jochen Hagt (CDU). Die sehen sie in Hagts Herausforderin Tülay Durdu (SPD). Bei der Kreisversammlung am Samstag in Gummersbach nominierten sie die 45-jährige Betriebswirtin aus Rösrath mit starker Mehrheit bei fünf Nein-Stimmen zu ihrer Landrats-Kandidatin. Durdu hatte offenbar mit ihrer Rede überzeugt – und mit ihrem Satz: „Man muss keine Grüne sein, um grün zu denken.“ Tülay Durdu wird auch von der SPD und den Linken unterstützt, hinter ihrer Kandidatur um den Chefposten im Kreishaus steht also ein rot-rot-grünes Bündnis.

Auch bei der Kreistagsfraktion ist Erneuerung angesagt. Ein „Urgestein“ der oberbergischen Grünen tritt nicht mehr an: Helmut Schäfer aus Engelskirchen, seit Jahrzehnten für die Partei im Kreistag und seinen Fachausschüssen präsent und noch Sprecher der fünf Mitglieder starken grünen Kreistagsfraktion, zieht sich zurück. Angeführt wird die am Samstag gewählte Reserveliste von Andrea Saynisch, die der Fraktion seit 2014 angehört. Auf den weiteren Plätzen folgen Ralph Krolewski, Christine Brach, Kim Schröter, Bernadette Reinery-Hausmann, Sebastian Schäfer, Marie Brück, Henrik Köstering und Sabine Grützmacher.

Traditionell schlecht vertreten ist auf der grünen Reserveliste der Kreisnorden mit Rade, Hückeswagen und Wipperfürth. Erst auf Platz zehn steht mit Egbert Sabelek aus Hückeswagen ein Kommunalpolitiker aus dem Norden. Damit sein Listenplatz zieht, also ein „Nordlicht“ in die Fraktion vordringt, müssten die Grünen ihr Wahlergebnis von 2014 (knapp neun Prozent) verdoppeln. Sabelek gewann die Wahl auf den Listenplatz gegen Jürgen Grafflage, der noch zur Fraktion gehört. Mit Shirley Finster, ebenfalls aus Hückeswagen, wurde ein zweites Mitglied aus dem Kreisnorden gewählt – auf den abgeschlagenen Platz 15 der Liste. Auch Finster monierte, dass der Nordkreis „massiv unterrepräsentiert“ sei. Als Direktkandidaten aus dem Norden wurden für die Hückeswagener Wahlbezirke Egbert Sabelek und Constanze Werth aufgestellt, für Radevormwald Annegret Scholl und Bernd Bornewasser. Dass grüne Direktkandidaten in den Kreistag einziehen, wäre für Oberberg allerdings eine Premiere.