Hückeswagen: Kraftvolle Musik zum Kriegsende

Konzert : Kraftvolle Musik erinnert ans Kriegsende

Trost und Dank sowie die Bitte um den Frieden standen im Mittelpunkt eines beeindruckenden Konzertes des Kammerchores der Evangelischen Kirchengemeinde Hückeswagen und der Heinrich-Schütz-Kantorei Remscheid.

Ergreifend war das Orgel- und Chorkonzert am Sonntagabend in der Pauluskirche. Der Kammerchor Hückeswagen unter Leitung von Inga Kuhnert und die Heinrich-Schütz-Kantorei der Lutherkirche Remscheid unter Leitung von Jörg Martin Kirschnereit gaben ein musikalisch hochwertiges Konzert, noch gesteigert vom außergewöhnlich präzisen und gefühlvollen Orgelspiel der Kirchenmusikdirektorin Ruth Forsbach-Backhaus.

Der Konzerttermin am 11. November fiel auf ein bedeutsames Datum. „Der November lädt dazu ein, über Dinge nachzudenken, wie über das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren“, sagte Inga Kuhnert den Zuschauern in der gut gefüllten Pauluskirche. „Eine Gelegenheit zu danken für 70 Jahren Frieden in unserem Land“, fügte sie hinzu. Da passte die finale Liedauswahl mit „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Felix Woyrsch zum Kriegsjahr 1918 perfekt. Ein düster beginnendes Orgelstück mit tiefen Basstönen, gefolgt von der gleichnamigen Chorkantate von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Das Konzert stand unter dem Titel „Himmel und Erde lass in Dank erklingen“. Die Instrumentalklänge und Chorsätze waren reich an Harmonien und akustischer Vielseitigkeit. So begann der Chor mit einem gesungenen Psalm von der Empore aus in Begleitung der großen Orgel. Für Chorleiter Jörg Martin Kirschnereit die optimale Lösung, um Orgel und Chor in Einklang zu bringen. Für die Zuhörer im unteren Kirchenraum ergab es einen schwebenden Klang ohne jegliche Ablenkung. Hörgenuss pur, könnte man sagen. Ein Genuss war auch das Orgelspiel von Ruth Forsbach-Backhaus. Die Kreiskantorin im Ruhestand spielte solistisch auf der Stahlhuth-Orgel die Sonate f-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Werke von Brahms und Felix Woyrsch so gefühlvoll und sicher, dass selbst hochkomplexe Harmonien und Läufe leicht und fließend aus den Orgelpfeifen drangen. Unter die Haut ging auch der achtstimmige a-cappella-Gesang des Chors mit dem Stück „Richte mich, Gott“ von Bartholdy sowie eine Komposition von Kurt Grahl (O Herr, mache mich zu einem Werkzeug des Friedens), die von Annika Poth mit der Querflöte begleitet wurde.

Das Gemeinschaftsprojekt wurde bereits Anfang des Jahres geplant – damals noch von Jörg Martin Kirschnereit, seit 1994 Kantor der Luther-Kirchengemeinde Remscheid, und der ehemaligen Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde Hückeswagen, Ingrid Kammerer. Seit deren Weggang aus der Schloss-Stadt übernimmt Inga Kuhnert die kommissarische Leitung des Kammerchors. „Es hat viel Freude gemacht“, sagte Kuhnert nach dem Konzert, die sonst selbst im Chor mitsingt. Die Stelle des neuen Kantors oder der neuen Kantorin sei weiter ausgeschrieben.

Den Applaus sparte sich das Publikum für das Ende auf – lang anhaltend und von Herzen kommend.

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