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Hückeswagen: Kontaktlose Sternsinger-Aktion gut angelaufen

Sternsinger-Aktion in Hückeswagen : Marktsträßler sammeln für Sternsinger

Die Sternsinger können wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht persönlich Geld für den guten Zweck sammeln. Die Anwohner der Marktstraße legten daher zusammen und sangen Sternsinger-Lieder auf der Straße.

Elf Anwohner der Marktstraße stellten sich am Freitagabend vor ihre Häuser und sangen die klassischen Sternsinger-Lieder „Heller Stern in der dunklen Nacht“ und „Stern über Bethlehem“. Im Anschluss an das kleine Straßenkonzert überreichte Britta Bognanni, stellvertretend für die Nachbarschaft, eine Sammelspende in Höhe von 120 Euro für die Aktion „Dreikönigssingen“ an Gemeindereferentin Jutta Grobe.

Es war für alle Beteiligten ein besonderer Moment und eine schöne Geste, da die Sternsinger wegen der Corona-Pandemie ihren Segen in diesem Jahr den Menschen nicht persönlich überbringen können. „Es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass ich die Sternsinger-Lieder höre. Den tollen Gesang habe ich vermisst“, bedankte sich Jutta Grobe bei den ambitionierten Marktsträßlern. Als Dank erhielten die Spender die Sternsinger-Segenstüten mit der gesegneten Kreide oder dem Segensband für die Haustür.

Britta Bognanni hält die Sternsinger-Aktion für besonders unterstützenswert und engagiert sich seit vielen Jahren dafür. „Wir sind doch selbst von Kindheit an Sternsinger“, sagte sie auch im Namen einiger Nachbarn. Mit der Sammelaktion soll den älteren Straßenanwohnern die Hürde einer Online-Überweisung genommen werden. Denn eine zweckgebundene Überweisung auf das Konto der Katholischen Kirchengemeinde oder das der Sternsinger Hückeswagen ist derzeit der empfohlene Weg zur kontaktlosen Unterstützung der Aktion.

Obwohl die Haus-zu-Haus-Aktion kurzfristig Mitte Dezember abgesagt wurde, sind die Kinder und ihre Begleitpersonen sehr engagiert zur Verteilung der Segenstüten in die Briefkästen der Spender im Einsatz. Dabei tragen sie jedoch nicht wie gewohnt ihre Kronen und Königsgewänder, erhalten kein liebes Wort der Anerkennung, kein Lob für ihren Gesang und auch keine Waffeln und Süßigkeiten für ihren Einsatz bei jedem Wetter. Jutta Grobe ist überzeugt, dass die christliche Dimension der sehr reduzierten Sternsinger-Aktion 2021 nun noch deutlicher zum Vorschein kommt. „Wenn ich die Kinder frage, warum sie dennoch mitmachen, erhalte ich die Antwort: Weil die Menschen auf den Segen warten und weil die Kinder weltweit unser Geld brauchen, damit sie besser leben können“, berichtete die Gemeindereferentin.

Über den Besuch der Sternsinger freute sich immer auch das Ehepaar Hans-Gert und Krystyna Birkenbeul. Es beteiligt sich regelmäßig an der Spendenaktion und hatte auch bereits die Segenstüte mit einem selbstgemalten Bild von Sternsinger-Kind Justin (8) in seinem Briefkasten. „Wir haben uns sehr darüber gefreut und würden uns so gerne dafür bei dem Jungen bedanken“, sagt Krystyna Birkenbeul. Normalerweise hält die Wiehagenerin neben dem Geld für die Spendendose auch immer ein Dankeschön für die Kinder bereit, wenn sie von Haus zu Haus ziehen. Dass das aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkungen nun nicht möglich ist, bedauert sie sehr. Ihre Spende geben die Birkenbeuls dennoch gerne. „Wir sind zwar evangelisch, aber wir unterstützen die Aktion trotzdem, denn das ist christliche Nächstenliebe und für einen guten Zweck“, betont das Ehepaar. Neben einer Überweisung besteht die Möglichkeit, die Geldspende an den kommenden Wochenenden vor und nach den Gottesdiensten in der Pfarrkirche abzugeben. Dort stehen Sammelkorb und Dose wie auch die Segenstüten bereit.

Für die Hilfsbereitschaft der Menschen sowie das ungebrochen große Engagement der Kinder und Begleiter ist Jutta Grobe sehr dankbar. „Es beglückt mich regelrecht“, sagt die Theologin. Die Anwohner der Marktstraße haben mit ihrer Spende und der Geste der Nächstenliebe einen Teil dazu beigetragen, dass die Sternsinger-Aktion trotz aller Hürden und Beschränkungen gelingen kann. Die Spenden kommen dabei Kindern in rund 100 Ländern zugute, damit sie in Würde leben können – unabhängig von ihrer Herkunft und Religion.