1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Klingelnberg müsste Halle für Stirnrad-Produktion noch bauen

Hückeswagen : Klingelnberg müsste Halle für Stirnrad-Produktion erst bauen

Stellungnahme von Hückeswagens größtem Arbeitgeber zur Demonstration von 90 beschäftigten aus Ettlingen, die um ihre Jobs bangen.

Die Schuld – sie liegt bei der Politik. Zumindest wenn es nach der Geschäftsführung der Firma Klingelnberg geht, Hückeswagens größtem Arbeitgeber. Im Nachgang der Protestaktion von fast 80 Beschäftigten aus dem Werk im badischen Ettlingen am Donnerstagvormittag (die BM berichtete) teilte sie in einer Stellungnahme mit: „Wir haben Verständnis für die Sorgen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Infolge unter anderem unklarer Vorgaben aus der Politik sowie zunehmender Verunsicherung von Kunden der Automobilindustrie – auch infolge unzutreffender öffentlicher Darstellungen – ist es zu eklatanten Auswirkungen auf eine unserer wichtigen Auftraggeber-Branchen gekommen.“ Weil die Klingelnberg-Gruppe im Vorjahr deutliche Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatte – im ersten Halbjahr des vom 1. April bis 31. März laufenden Geschäftsjahrs waren das etwa zehn Millionen Euro –, ist geplant, die gesamte Stirnrad-Fertigung aus Süddeutschland nach Hückeswagen zu verlagern. 160 Arbeitsplätze in Ettlingen wären davon betroffen.

Die Automobilindustrie verschiebe derzeit massiv Investitionen. „Von diesen Auswirkungen sind leider auch wir und nicht zuletzt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen“, schreibt die Geschäftsführung in ihrer Stellungnahme und versichert: „Wir tun alles in unseren Kräften Stehende, um Arbeitsplätze, auch in Ettlingen, zu sichern.“ Dazu befänden sie sich in vertrauensvollen Gesprächen mit dem Gesamtbetriebsrat.

Dass es in Hückeswagen, wie von Mitarbeitern und Gewerkschaftern im Gespräch mit unserer Redaktion angedeutet, keine entsprechend großen Produktionshallen für die Fertigung der großen Stirnräder gebe, bestätigt Marketing-Leiterin Sandra Küster auf Anfrage. „Aber wir haben die Möglichkeit, die Maschinen zum Beispiel in unserer Liegenschaft Wermelskirchen zu bauen“, betonte sie. „Die weitere Standort-Entwicklung werden wir mittelfristig planen und hängt von der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung ab.“ Das könnte gegebenenfalls der Bau von entsprechende Produktionsstätten für Stirnräder sein, die etwa für Getriebe im Transportwesen, im Schiffsbau und Bergbau sowie in Windrädern genutzt werden.

(büba)