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Hückeswagen: Klingelnberg bekennt sich zum Standort

Jahresbericht : Klingelnberg bekennt sich zum Standort

Freitagabend ehrte das Hückeswagener Maschinenbauunternehmen langjährige Mitglieder. Und blickt zugleich auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die Mitarbeiterzahl steigt – und auch in Zukunft will die Firma weiter wachsen.

Das Bewusstsein, dass sich in jedem Produkt, in dem sich etwas dreht, vermutlich ein Bauteil der Firma Klingelnberg befindet, muss in der Öffentlichkeit noch wachsen. In der Fachwelt hat sich das Maschinenbauunternehmen nach dem Gang an die Schweizer Börse 2018 aber schon einen Namen gemacht. Geschäftsführer und Finanzvorstand Christoph Küster und Personalleiter Dennis Weiche zogen Freitagmittag wenige Stunden vor der Jubilar-Ehrung eine positive Jahresbilanz. Küster brachte es auf den Punkt: „Der Firma geht es gut.“ Das Ergebnis sei sehr zufriedenstellend.

Und das trotz der Unwägbarkeiten in der Wirtschaft. Trump oder Brexit – „wir beobachten die Märkte natürlich genau, aber die Summe an schlechten Nachrichten spiegelt nicht die allgemein gute Situation in der Wirtschaft wider“, findet Küster. Um den Brexit mache er sich weniger Sorgen, da Großbritannien nicht der allergrößte Markt für Klingelnberg sei, und die USA bleibe auch trotz Trump nach wie vor im Fokus für Geschäfte. „Wir wissen nie, wie es morgen sein wird, das ist halt unser Geschäft, mit dem wir leben müssen“, meint er.

Klingelnberg sei global aufgestellt und das möglichst breit mit eigenen Gesellschaften in der ganzen Welt. Die Konjunkturzahlen in den einzelnen geografischen Regionen würden sich gegenseitig ausgleichen. „Und da wir mit unseren Kegelrädern und Messgeräten verschiedene Industriezweige bedienen, sind wir über alle Produktlinien gut aufgestellt“, sagt Küster.

Ganz neu eingestiegen ist das Unternehmen 2018 mit Wälzschleifen für den Automobil- und Lkw-Bereich – ein riesiger Markt mit hoher Produktivität und einer Plattform mit vier Maschinen unter dem Oberbegriff „Speed Viper“. Erste Maschinen wurden bereits verkauft und werden zurzeit ausgeliefert. „Eine große Investition und ein starker Einstieg für uns in den Weltmarkt“, meint Küster.

Um den hochpräzisen Maschinenfuhrpark, den Klingelnberg in den vergangenen zwei Jahren für sechs Millionen Euro – davon 80 Prozent in Hückeswagen – auf den neuesten Stand gebracht hat, fast ausschließlich von Fachkräften bedienen zu lassen, braucht es immer wieder geeignete Mitarbeiter. „Die zu finden, ist gefühlt schwieriger geworden“, sagt Küster. Es seien zwar alle Positionen besetzt, „aber es dauert vielleicht länger, bis wir jemanden gefunden haben“, sagt Dennis Weiche. Den Fachkräftemangel bekäme Klingelnberg damit auch zu spüren. Vor allem Software-Entwickler und Servicetechniker würden immer gesucht. Viele scheuten aber die Reiserei, „da hat vielleicht auch ein Wertewandel stattgefunden“, vermutet Weiche.

Den Standort an der Peterstraße bezeichnet Küster als ideal und attraktiv. Klingelnberg gelte auch unter Auszubildenden als großer und bekannter Arbeitgeber. „Viele unserer Azubis haben Preise für die besten Abschlüsse gewonnen“, berichtet er. Die Übernahme stehe dabei immer im Fokus. „Wir haben Bedarf an gut ausgebildetem Personal“, sagt Weiche. Die Kooperation mit dem Berufskolleg Hückeswagen funktioniere bestens. Die Themenvielfalt sei vielfältiger als an einem staatlichen Kolleg. Für 2019 strebt Küster weiteres Wachstum an. Konkret will er über Projekte nicht sprechen, aber: „Wir planen weitere Investitionen vor allem in Forschung und Entwicklung.“ Im vergangenen Geschäftsjahr hat Klingelnberg mehr als acht Prozent des Umsatzes für diesen Bereich ausgegeben. „Wir wollen da innovativ unterwegs sein und den technischen Fortschritt halten“, sagt er. Dazu passe, dass das Unternehmen personell langsam, aber kontinuierlich wachse. „Gesund und angemessen“, sagt Weiche.

Seit September gibt es auf der Homepage einen neuen Imagefilm, der deutlich macht, was hinter den Firmenmauern passiert – Motto: „Bei uns dreht sich die Welt“.
www.klingelnberg.de