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Hückeswagen: Klimaschutz-Manager und -Konzept kommen – aber es dauert

Umweltausschuss in Hückeswagen : Warten auf den Klimaschutz-Manager

Die Stadt will eine neue Stelle für einen Klimaschutz-Beauftragten einrichten – sie kann aber nur befristet ausgeschrieben werden. Frühestens im Januar könnte die Stelle besetzt sein.

Schon im März hatte der Stadtrat nach einem Antrag der Grünen beschlossen, im Rathaus eine neue Stelle zu schaffen: Ein Klimaschutz-Manager soll sich künftig darum kümmern, dass der globalen Katastrophe des Klimawandels auch auf lokaler Ebene eine Offensive zum konkreten Klimaschutz entgegengesetzt wird. Im Umweltausschuss wurde deutlich: Es wird dauern, bis die Stelle besetzt werden und der oder die Klimaschutz-Beauftragte die Arbeit starten kann. In diesem Jahr wird wohl nichts mehr daraus. Das hängt damit zusammen, dass die Stadt auf finanzielle Förderung durch den Bund setzt.

Das Bundesumweltministerium fördert die Erstellung von Klimaschutz-Konzepten durch professionelle Klimaschutz-Manager und auch die Umsetzung erster Schutzmaßnahmen in den Kommunen. In beratender Funktion ist programmbegleitend die Kommunalagentur NRW mit im Boot. Ein erstes Gespräch zwischen Vertretern der Stadt und der Kommunalagentur ist gelaufen, in der Folge hat die Stadt ihren Antrag auf Förderung aus Bundesmitteln gestellt. Laut Bauamtsleiter Andreas Schröder rechnet sie im Oktober oder November mit einer Bewilligung des Antrags. Erst danach kann mit der Stellen-Ausschreibung die Suche nach einem geeigneten Mitarbeiter starten. Vor Januar 2022 ist nicht mit der Einstellung eines Klima-Managers zu rechnen.

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Ob es dann wirklich klappt, ist aber noch ungewiss, denn: Auch andere Kommunen suchen Klimaschutz-Manager. Die Nachfrage ist groß, das Angebot an geeigneten Bewerbern eher klein. Hinzu kommt, dass nach den Förderrichtlinien die Stelle nur auf zwei Jahre befristet ausgeschrieben werden darf, was sie für potenzielle Bewerber wenig attraktiv macht.

Kernaufgabe des Managers wird es sein, innerhalb dieser zwei Jahre ein Klimaschutz-Konzept, zugeschnitten auf die Stadt, zu entwickeln und daraus konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz vor Ort abzuleiten. Eine Verlängerung der Stellen-Besetzung auf fünf Jahre ist möglich, denn letztlich wird es darum gehen, nicht nur Papier zu erzeugen, sondern das darauf festgeschrieben Konzept auch fachlich begleitet in konkretes Handeln für den Klimaschutz in Hückeswagen umzusetzen.

Der oder die neue Klimaschutz-Beauftragte im Rathaus wird dabei nicht auf sich alleine gestellt sein. Verwaltung und Politik arbeiten seit längerem gemeinsam an einer „Klimaschutz-Offensive“, die bereits jetzt sehr viele Punkte umfasst, auch vermeintliche Kleinigkeiten. Das reicht vom Verzicht auf den Einsatz von Laubbläsern bei der Stadtreinigung bis hin zu Festsetzungen in neuen Bebauungsplänen, die zum Beispiel die Anlage von ökologisch wertlosen Steingärten vorm Haus einschränken.

Über die einzelnen Punkte der sehr langen Liste wird jeweils im Umweltausschuss entschieden. Den gibt es nach jahrzehntelanger Pause erst seit der neuen Legislaturperiode wieder und tagte jetzt unter dem Vorsitz von Shirley Finster (Grüne) zum ersten Mal. Bislang wurden Umweltthemen eher am Rande im Planungsausschuss politisch diskutiert und entschieden. Die Neugründung des eigenen Umwelt-Fachausschusses sieht die Kommunalpolitik als Signal dafür, Umweltthemen in Hückeswagen wieder einen höheren Stellenwert zu geben.