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Hückeswagen: Kindergärten sind gerüstet für den erhöhten Betreuungsbedarf

Hückeswagen in der Corona-Krise : Nur wenige Kinder in der Notbetreuung

Die Hückeswagener Kindergärten sind gerüstet für den erhöhten Betreuungsbedarf, nachdem der Personenkreis nun auf erwerbstätige Alleinerziehende und Angestellte weiterer Berufsgruppen ausgeweitet wurde.

Die Betreuungsreglung wurde gelockert: Durften bisher nur Kinder von sogenannten Schlüsselpersonen in wichtigen Jobs die Notbetreuung in den Kindertagesstätten nutzen, so wurde der Personenkreis nun auf erwerbstätige Alleinerziehende und Angestellte weiterer Berufsgruppen ausgeweitet. Die Kindergärten in Hückeswagen sind auf den Betreuungsbedarf gut vorbereitet und freuen sich auf die Kinder.

Johanna-Heymann-Kindergarten Das AWO-Familienzentrum an der Blumenstraße rechnet damit, dass in Kürze drei Familien die Notbetreuung in Anspruch nehmen werden. „Bisher haben alle Eltern ihre Kinder selbst betreut, aber der Druck auf die Eltern steigt und auch sie kommen an ihre Grenzen“, sagt Kita-Leiterin Birgit Humpert. In den vergangenen Wochen hätten die Mitarbeiter in dem vierzügigen Kindergarten klar Schiff gemacht und sich Dokumentationen, Aufräum- und Säuberungsarbeiten angenommen, die im normalen Kita-Alltag zu kurz kommen.

St. Katharina Im Ökumenische Kindergarten in Wiehagen waren die Mitarbeiter nicht untätig. „Wir haben entrümpelt und jede Kammer auseinandergenommen“, berichtet Leiterin Jessica Flohr. Den Kindern wurden Videoaufnahmen und Gesangsproben nach Hause geschickt, um in Kontakt zu bleiben. „Drei Kinder sind ab heute für die Betreuung angemeldet. Wir hoffen, dass irgendwann wieder Normalität herrscht. Dann haben wir durch die Vorarbeiten viel Zeit für die Arbeit am Kind“, freut sich die Leiterin schon jetzt auf die Zeit nach der Corona-Krise.

Am Kamp Vor dem Katholischen Kindergarten St. Mariä Himmelfahrt wird die Reihe aus bunt bemalten Steinen immer länger. Die Kinder sind dazu aufgerufen, eigene Steine anzulegen, auch wenn sie derzeit nicht den Kindergarten besuchen. In der Kita werden schon seit mehreren Wochen Kinder betreut. „Erst waren es nur zwei, mittlerweile sind es fünf Kinder“, berichtet Erzieherin Birgit Voss. Es seien nicht immer alle Mitarbeiter gleichzeitig im Haus, Personen der Risikogruppen übernehmen keine Betreuung. 

Arche Am Eingangstor der „Arche“ hängt ein großes Plakat mit der Aufschrift „Wir vermissen Euch!“. Der Kindergarten an der Kölner Straße ist für die Notbetreuung immer in Bereitschaft. Es gelten strenge Regeln: Die Eltern dürfen den Kindergarten nicht betreten, Erzieher versuchen Abstand zu halten. „Einen guten Hygienestandard hatten wir schon immer“, fügt Leiterin Corinna Ackerschewski hinzu. Mit den Eltern und Kindern sei man in regen Kontakt. „Wir haben E-Mails geschrieben und Kalender mit täglichen Aufgaben geschickt und bekommen auch Fotos und Karten zurück“, freut sich die Leiterin.

Margarete-Starrmann Im AWO-Kindergarten auf dem Dierl werden die Kinder ebenfalls schmerzlich vermisst. Leiter Bernd Block erinnert sich noch an die kurzfristige Schließung am 16. März: „Die Nachricht hat uns in eine Schockstarre versetzt.“ Derzeit nutzen nur fünf der 82 Kinder der Kita die Notbetreuung. „Die Zeit, die die Kinder hier versäumen, ist unwiederbringlich. Das lässt auch uns nicht unberührt“, bedauert Block. „Wir wünschen uns Normalität, aber die Notbetreuung wird wohl noch länger anhalten“, befürchtet der Kita-Leiter.

Kreuzkirche Im Kindergarten der Kreuzkirche gab es bisher keinen Betreuungsbedarf. „Das wird sich durch die neuen Bedingungen aber diese Woche ändern“, ist Leiterin Brigitte Karlguth überzeugt. Die Kinder erhalten zu Hause jede Woche einen Brief mit Bastelvorschlägen oder Videos mit biblischen Geschichten. Die Erzieher haben derweil ein neues Konzept erarbeitet und hoffen, dass es bald wieder losgeht.

Rappelkiste Der Kindergarten Rappelkiste hatte bisher geschlossen, da die Eltern die Betreuung ihrer Kinder selbst organisiert haben. „Da aber auch bei uns Eltern in den Berufsgruppen der sogenannten Schlüsselpersonen beschäftigt sind, werden wir ab Montag zunächst mit zwei Kindern und ab dem 4. Mai mit zwei weiteren Kindern in der Notbetreuung starten“, berichtet Leiterin Beate Goller-Martin.

Gerda-Franke-Kindergarten Mit neu gestrichenen Gruppenräumen wartet die Evangelische Kindertagesstätte des Johannesstifts auf die Wiedereröffnung. Viele Eltern hätten wegen einer Betreuung nachgefragt – betreut werden derzeit jedoch weniger als fünf Kinder. „Mit der Schulöffnung wird ein riesiger Schwung kommen“, ist Leiterin Katrin Weiler ziemlich sicher. Die Kinder seien schon richtig fit im richtigen Händewaschen. „Es gibt etliche Maßnahmenregeln, die einzuhalten sind“, sagt die Erzieherin, die froh ist, wenn Normalität einkehrt. „Man weiß jetzt, was man aneinander hat.“