Hückeswagen: Kfd-Frauen haben den perfekten Plan

Karneval in Hückeswagen: Claudia Hoff hat den perfekten Plan

Bei der Frauensitzung der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) verhindert eine Sitzordnung lange Wartezeiten.

Wenn im Saal des Kolpinghauses rund 150 kostümierte Frauen ausgelassen feiern und vor Begeisterung toben, dann ist wieder kfd-Frauensitzung. Unter dem diesjährigen Motto „Je oller, je doller“ werden die „jecken Wiever“ am kommenden Sonntag den Saal erneut zum Beben bringen.

Wer sich für die beliebte Veranstaltung eine Karte sichern konnte, hatte Glück. Denn meistens sind diese schon vor Weihnachten vergriffen. Durch kurzfristige Absagen oder Krankheit sind aber immer vereinzelte Rückläufer erhältlich. „Zurzeit haben wir noch drei Plätze frei“, sagt Claudia Hoff. Das kfd-Mitglied kümmert sich nicht nur um die Ausgabe der Eintrittskarten, sondern vor allem um die Sitzordnung. Denn hinter der Platzvergabe steckt ein ausgeklügeltes System.

Vor sechs Jahren brachte Claudia Hoff die Idee ins Spiel, feste Platzkarten zu verkaufen. Grund waren die immer länger werdenden Warteschlangen vor der Veranstaltung. „Die Frauen waren oftmals früher da als wir und standen dann schon um 12.30 Uhr in ihren dünnen Kostümen vor der Tür – und das mitten im Winter“, berichtet Claudia Hoff. Das ist nun nicht mehr nötig. Schon bei der Vorbestellung der Karten werden die Plätze festgelegt. Ein durchdachtes System, bei dem viel zu beachten ist.

Natürlich wollen Gruppen und Freundinnen gerne zusammensitzen. Da die meisten Besucher der Frauensitzung treue Stammgäste sind, hat Claudia Hoff schon eine grobe Voreinteilung parat. „In diesem Jahr benötigte eine Gruppe einen Platz mehr. Da musste ich jonglieren“, sagt die Hückeswagenerin. Aber auch neue Zuschauerinnen und Gruppen haben gute Chancen, Karten für die Frauensitzung zu ergattern. „Sie sollten nur früh genug dran sein“, rät die Herrin des Saalplans. Die beliebtesten Plätze sind entlang der Außenwände. Dort könne man sich auch mal hinstellen, ohne jemandem die Sicht auf die Bühne zu verstellen. Ebenso achtet die kfd-Frau darauf, dass ältere Damen über 80 Jahren nicht mit dem Rücken zur Bühne sitzen, so dass sie sich nicht ständig umdrehen müssen.

Auch im Jubiläumsjahr der kfd-Ortsgruppe dürfen sich die Zuschauerinnen auf ein gut vierstündiges Bühnenprogramm freuen. Passend zum Motto „Je oller, je doller“ wird es unter anderem eine musikalische Zeitreise durch die Modewelt geben. Natürlich dürfen gespielte Sketche und Tänze nicht fehlen. Einer der Höhepunkte ist die Büttenrede von Beate Knecht. Die Ortsvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft blickt in Reimform auf das vergangene Gemeindejahr zurück und gewährt dabei auch ganz interne Einblicke in das Leben und Wirken des Seelsorgeteams – bestehend aus Pfarrer, Kaplan und Diakon.

Vom Einlass um 14.11 Uhr bis zum Beginn des Bühnenprogramms um 15.11 Uhr gibt es von Kolpingwirt Walter Milone Kaffee und Berliner Ballen. „Die sind im Eintrittspreis von zehn Euro jedoch nicht inbegriffen“, betont Claudia Hoff. Damit jede Jeckin ihren vorbestimmten Platz findet, werden Tische und Plätze nummeriert. „Neben jeder Kaffeetasse klebt ein Zettel mit der Nummer“, kündigt Claudia Hoff an, die sich darum höchst persönlich kümmern wird. Denn als gelernte Steuerfachgehilfin sind der Umgang mit Zahlen und das Organisieren für die 55-Jährige kein Problem.

Mit ihrem Engagement hat sie sich auch in der „Alaaf“-Gegend etabliert, obwohl sie aus dem Westerwald kommt, wo die Karnevalisten sich mit „Helau“ begrüßen. „Ein ganz schwerer Stand – aber nach 25 Jahren bin ich eingemeindet“, sagt sie und lacht.

Mehr von RP ONLINE