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Hückeswagen: Johannesstift ist wieder ohne Corona-Patienten

Die gute Nachricht für Hückeswagen : Stift ist wieder ohne Corona-Patienten

Das „Haus am Park“ des Altenzentrums Johannesstift stand seit Ende März nach positiven Corona-Tests unter Quarantäne. Nun ist niemand mehr infiziert, die Isolation wurde daher aufgehoben.

Georgina Kovacs kann endlich wieder aufatmen, und mit ihr das gesamte Team der etwa 134 Mitarbeiter. Leitet sie doch wieder ein Altenzentrum, das virusfrei ist. „Kein Bewohner ist mehr positiv“, bestätigt sie auf Anfrage unserer Redaktion. 14 Männer und Frauen waren vor vier Wochen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, dazu neun Mitarbeiter. Letztlich waren es sogar 16 Bewohner und zwölf Mitarbeiter, die sich angesteckt hatten. Alle sind inzwischen wieder genesen. Denn am vorigen Donnerstag waren, nach Ablauf der in solchen Fällen vorgesehenen doppelten Quarantänezeit, noch einmal die Bewohner vom Haus am Park sowie die Mitarbeiter beider Häuser – dazu zählt auch das Haus am Buschweg – auf das Coronavirus getestet worden. „Alle waren negativ“, versichert Georgina Kovacs, und die Erleichterung ist ihrer Stimme anzuhören.

Auch die Kreisverwaltung bestätigt die gute Nachricht für Hückeswagen. Damit ist nun auch die anhaltend hohe Zahl der Corona-Kranken in der Schloss-Stadt mit einem Mal drastisch gesunken – von 25 am Samstag auf nur noch drei am Montag. Entsprechend ist sie erstmals seit mehreren Wochen nicht mehr „Spitzenreiter“ in dieser Statistik, sondern wurde durch die Nachbarstadt Wipperfürth abgelöst (s. Info-Kasten). Allerdings sind laut Kreisverwaltung zwei der drei Hückeswagener Corona-Toten Bewohner des Johannestifts.

Die doppelte Quarantänezeit ist die übliche Vorgehensweise bei einem Ausbruch in einer Gemeinschaftseinrichtung, in der zwei oder mehr Personen betroffen seien. „Man vermeidet dadurch die unbemerkte Weiterverbreitung durch eine zu kurze Quarantänezeit innerhalb der Einrichtung“, erläutert Landrat Jochen Hagt. Außerdem werde das Personal noch zusätzlich vor Ablauf der Quarantäne getestet. Diese wird nur aufgehoben, wenn alle Tests negativ sind. „Ziel ist es, so unbemerkte Infektionsketten auszuschließen“, erklärt Jochen Hagt die Vorgehensweise.

Nach Bekanntwerden des ersten positiven Corona-Falls in der Hückeswagener Einrichtung am 29. März hatte das Kreisgesundheitsamt eine sogenannte Kohorten-Isolation für das betroffenen Haus am Park angeordnet. Die Senioren, die sich infiziert hatten, wurden laut Jessica Schöler von der Pressestelle des Kreises innerhalb ihres Wohnbereichs von den anderen Bewohnern isoliert.

Auch der Landrat ist über die Entwicklung im Johannesstift angetan: „Ich freue mich, dass sich die Infektionen nicht noch weiter unter den Bewohnerinnen und Bewohner in der Einrichtung ausgebreitet haben.“ Daher hätten die Quarantänemaßnahmen nun erfreulicherweise aufgehoben werden können. Bei der Bewältigung der schwierigen Situation innerhalb der Einrichtung hätten alle Beteiligten an einem Strang gezogen. „Alle Akteure des Gesundheitswesens und die Einrichtung arbeiteten in enger Abstimmung zusammen, um die Situation bestmöglich im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner zu kontrollieren“, sagt Hagt. Auch hätten sich vor allem die Mitarbeiter vom Haus am Park während der Quarantänephase in besonderem Maß engagiert.

Für Georgina Kovacs ist vor allem eines maßgeblich damit verbunden, dass es keine Neuinfektionen am Johannesstift gab: „Die gute Arbeit aller Mitarbeiter.“ Zu den üblichen ohnehin nicht leichten Aufgaben in der Pflege kommen derzeit das An- und Ausziehen der Schutzkleidung, das ständige Waschen und Desinfizieren der Hände und die besondere Belastung durch die Corona- und die Todesfälle hinzu.

Dankbar und glücklich, „dass nun erst einmal die schlimmste Phase überwunden ist“, zeigt sich auch Bürgermeister Dietmar Persian. Es sei sehr deutlich zu spüren gewesen, dass im Altenzentrum alles gegeben worden sei, um die Bewohner vor Gefahren zu schützen und dennoch das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Nach allem psychischen und physischen Stress tut nun Ablenkung gut. So hat sich für morgen, Donnerstag, noch einmal der Hückeswagener Discjockey Markus Saxert angesagt: Ab 14.30 Uhr legt er am Haus am Park und am Haus am Buschweg für jeweils eine Stunde Musik auf, so dass die Stift-Bewohner und -Mitarbeiter an den Fenstern oder auf den Balkonen mitsingen, -schunkeln oder -tanzen können.