Hückeswagen: Jetzt konkrete Gedanken um den Klimaschutz vor Ort machen

Ansichtssache : Jetzt konkrete Gedanken um den Klimaschutz vor Ort machen

Es gibt Dinge, die mag man nicht glauben: Es finden sich nur wenige Eltern, die sich als Schülerlotsen engagieren. Unglaublich! – Für den katholischen Seelsorgebereich gibt es ein Schutzkonzept gegen Kindesmissbrauch. Vorbildlich!

Viele wichtige Themen diese Woche in Hückeswagen: Da sind die Schülerlotsen, die mit ihrem vorbildlichen Einsatz die Sicherheit aller Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, sichern. Ein Engagement, das gar nicht hoch genug zu bewerten ist, schließlich setzen sich hier Mütter und Väter jeden Werktag bei Wind und Wetter für alle Kinder ein, nicht nur für die eigenen. Da ist es wirklich völlig unverständlich, warum es Nachwuchsprobleme gibt und viele Eltern gleich mehrere Einsätze pro Woche leisten müssen. Es muss doch allen Müttern und Vätern eine Herzensangelegenheit sein, dass der Nachwuchs der Schloss-Stadt sicher über die Straße kommt. Vielleicht überlegt ja doch nochmal der eine oder andere, ob er nicht doch mal 30 Minuten am Morgen Zeit hat, die kleine Gruppe Schülerlotsen in ihren gelben Westen zu unterstützen.

Eigentlich waren die Signale im Haupt- und Finanzausschuss eindeutig: Die Politik hält mit großer Mehrheit nichts davon, einfach mal so als Resolution den Klima-Notstand auszurufen. Vielmehr soll es möglichst viele lokale Projekte geben, die sich mit dem Klimaschutz beschäftigen. Logisch wäre also ein entsprechender Beschluss gewesen. Doch der blieb nach intensiver Diskussion erstaunlicherweise aus. Angst vor der eigenen Courage? Lokale Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz sind doch genau der richtige Weg. Einfach pauschal in die Welt zu tönen, beim Klima gäbe es einen Notstand, bringt überhaupt nichts. Schon gar nicht dem Klima. Zu groß ist auch die Gefahr, dass nach einem Pauschalbeschluss „Hückeswagen ruft den Klimanotstand aus“ nichts mehr passiert. Die Politik sollte sich Gedanken machen, was konkret zu tun ist und das auch lokal vermitteln. „Friday for Futures“ macht es doch gerade vor.

JOACHIM RÜTTGEN. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Die Hauptschule befindet sich endlich wieder in einem ruhigen Fahrwasser. Vorbei die Diskussionen, ob eine fünfte Klasse mit mindestens 18 Schülern gebildet werden kann. Der Blick richtet sich optimistisch nach vorne. Richtig so, die Schulleitung darf mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen die Zukunft planen, denn die Schulform hat in der Schloss-Stadt seine Daseinsberechtigung, weil viele Kinder eine kleinteilige und individuelle Förderung dringend benötigen. In einem größeren, wenn auch integrativen System, wären sie schnell verloren, das Frustrationspotenzial würde ins Unermessliche steigen. Schulleitung und Kollegen machen eine gute Arbeit und ebnen dem Nachwuchs ihren Weg ins Berufsleben.

Ein heikles Thema beschäftigt die katholische Kirche seit vielen Jahren: der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Für den Seelsorgebereich Hückeswagen und Radevormwald gibt es nun ein Institutionelles Schutzkonzept, das im Detail vorgibt, wie mit einem möglichen Missbrauchsfall in einer Einrichtung oder eine Gruppe umzugehen ist. Das ist ein ganz wichtiger Leitfaden für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Ob im Kindergarten, in der Jugendgruppe oder bei einer Freizeit – das neue Schutzkonzept versucht, sich allen Aspekten des Missbrauchs zu widmen. Dabei sind die Aussagen im 65-seitigen Konzept nicht fest zementiert, nach fünf Jahren folgt eine Aktualisierung, um gegebenenfalls auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen oder auch konkrete Ereignisse in der Gemeinde zu reagieren. Ein wichtiger Schritt für die katholische Kirche vor Ort an der Basis – und alle, die in der Kinder- und Jugendarbeit in Rade tätig sind.

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