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Hückeswagen: IT-Ausstattung an Schulen bleibt Dauerthema

Schullandschaft : IT-Ausstattung an Schulen ein Dauerthema

Im Schulausschuss forderte der Schulleiter der Montanusschule, Gerd Püschel, die Politiker auf, jetzt „ein wenig Dampf“ zu machen. Das Problem der Stadt: Die Digitalisierung kostet viel Geld. Und das liegt nicht auf der Straße.

Die digitale Versorgung der Hückeswagener Schulen ist schon oft Thema im Schulausschuss gewesen. Daran kann man ablesen, dass die Themen Digitalisierung und IT-Ausstattung bei der Stadtverwaltung als sehr wichtig angesehen werden. „2014 ist die bisher letzte Bestandsaufnahme gemacht worden, daraus hat sich der Plan für das weitere Vorgehen entwickelt“, sagte Annette Binder vom Fachbereich Bildung und Soziales im Schulausschuss. Im Vorjahr seien die ersten gezielten Maßnahmen zur Verbesserung und Vereinheitlichung der IT-Ausstattung getroffen worden. Während die Realschule schon seit 2012 mit dem Serversystem „Logodidact“ ausgestattet sei, hätten die Löwengrundschule und die Grundschule Wiehagen dieses System nun ebenfalls bekommen. „An der Förderschule Nordkreis am Standort Hückeswagen wird das System nun bald installiert, die Hauptschule soll im kommenden Jahr neue Technik bekommen“, sagte Binder.

FDP-Ortsvorsitzender Jörg Kloppenburg vermisste konkrete Zeitangaben. „Es ist die Rede von ‚bald‘ und ‚im kommenden Jahr‘ – was heißt das denn genau?“, wollte der FDP-Ratsherr wissen. Binder sagte dazu, dass für die Förderschule nach den Sommerferien die ersten Aufträge erteilt worden seien. Dazu merkte Gerd Püschel, Schulleiter der Montanusschule, an: „Wir wünschen uns schon, dass da jetzt ein wenig Dampf gemacht wird, und die Hauptschule baldmöglichst dran ist.“ Bürgermeister Dietmar Persian sagte, dass das Thema IT an den Schulen gerade schwer an Fahrt aufnehme. „Sowohl bei Pädagogen als auch im Unterricht selbst. Es ist ein Dauerthema, das wir auch künftig begleiten werden“, sagte Persian. Er betonte aber auch, dass die dafür nötigen Finanzen erst einmal bereitgestellt werden müssten. „Wir müssen sehen, wie wir das in die Planungen mit einbeziehen können, denn das Geld liegt bei uns auch nicht einfach so herum.“ Püschel wies darauf hin, dass die Hauptschule „aus Vernunftsgründen“ bislang stillgehalten habe, wenn es um das Thema Digitalisierung gegangen sei. Damit spielte er auf die Unsicherheit in Sachen Löwengrundschule an. „Aber ein Stillhalten unsererseits kann nicht bedeuten, dass wir in die Röhre gucken“, sagte Püschel.

Pascal Ullrich von der CDU-Fraktion brachte im Zusammenhang mit dem Neubau der Löwengrundschule die Schnelllebigkeit der digitalen Welt ins Gespräch: „Bei den Planungen muss mit Blick auf die Zukunft gearbeitet werden. Nicht, dass die technischen Möglichkeiten nach Fertigstellung der Schule schon wieder viel weiter sind, als mit der dort verbauten Technik umsetzbar ist.“ Man müsse dort mit ausreichend Leerrohren arbeiten, betonte der CDU-Ratsherr.

Ein anderes Thema wurde von Realschul-Leiterin Christiane Klur angesprochen. „Eine Sache sind die Neuanschaffungen – aber es entstehen dann ja unter Umständen Folgekosten. Etwa durch die jährlich zu erneuernden Lizenzen für die verwendete Software“, sagte sie. Dabei würden für die Schulen schnell drei- oder vierstellige Beträge anstehen.

Dazu sagte Dietmar Persian als Verwaltungschef, dass hierzu erst einmal definiert werden müsse, was genau Lizenzen eigentlich bedeuteten: „Ist dafür die Stadt oder doch das Land zuständig?“, fragte Persian. Das müsse geklärt werden. Der Bürgermeister betonte aber nochmals die Wichtigkeit der Digitalisierung: „Die Technik schreitet rasant voran – der Glasfaserausbau ist aber ein Schritt in die Zukunft.“ Das Thema solle in der nächsten Schulausschuss-Sitzung noch einmal aufgegriffen werden.